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Die Abenteuer des Barons Münchhausen wurden ins 20. Jahrhundert verlegt – als Comic

Die Wahrheit übers Lügen

Bodenwerder. Am 30. Mai bringt der Carlsen Verlag eine Neuerscheinung der Abenteuer des Barons von Münchhausen auf den Markt, deren Titel Erhellendes verspricht: „Münchhausen. Die Wahrheit übers Lügen“. Der Berliner Illustrator und Comiczeichner „Flix“ und der Zeichner Bernd Kissel erzählen die Geschichte als Comic.

veröffentlicht am 03.05.2016 um 14:45 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:58 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wird Sigmund Freud in den Buckingham Palast gerufen. Dort ist ein merkwürdiger alter Mann gelandet, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond. Es handelt sich um keinen geringeren als Baron Münchhausen. Der Psychoanalytiker Freud soll nun herausfinden, ob dieser Mann lügt. – Sie kennen diese Geschichte nicht? Kein Wunder, denn sie ist frisch erdacht. Und geht vielleicht just in diesem Moment in Druck. Denn am 30. Mai bringt der Carlsen Verlag (Hamburg) eine Neuerscheinung auf dem Markt, deren Titel Erhellendes verspricht: „Münchhausen. Die Wahrheit übers Lügen“.

Der Lügenbaron im völlig neuem Licht

Der vielfach ausgezeichnete Berliner Illustrator und Comiczeichner „Flix“(unter anderem durch seine Klassiker-Persiflage „Faust“ und die Serie „Schöne Töchter“ in der Berliner Zeitung bekannt), Zeichner Bernd Kissel („SaarLegenden“) und Illustrator Marvin Clifford haben die Abenteuer des Barons Münchhausen ins 20. Jahrhundert verlegt. Und, ein Novum: Erzählt werden die Geschichten als Comic. Entstanden sei, so der Verlag in einer Vorab-Info, „eine wundervolle Literaturbearbeitung eines Klassikers, die den Lügenbaron in einem völlig neuen Licht zeigt“.

Mit „Geschichten über verrückte, alte Männer“ kenne er sich doch aus, antwortet Bestsellerautor „Flix“ auf die Frage, warum er im aktuellen Werk das fabulierende Blaublut von der Weser in den Fokus genommen habe. Nach „Faust“ und „Don Quijote“ sei „Baron Münchhausen“ seine dritte Literatur-Adaption. „Im Gegensatz zu den ersten beiden stammt diesmal die Grundidee von Zeichner Bernd Kissel“, so „Flix“. „Wir kennen uns ewig, der Münchhausen war schon immer ein Herzensprojekt von Bernd. Und in einem Anflug von Leichtsinn habe ich zugestimmt“, schmunzelt „Flix“, mit bürgerlichem Namen Felix Görmann.

Warum Leichtsinn? „Weil unser wunderbares Projekt mit jedem Gespräch, mit jeder von Bernd so detailreich gestalteten Zeichnung wuchs und wuchs. Und wir einen festen Erscheinungstermin einzuhalten hatten.“

Nämlich den Comic-Salon in Erlangen, der Ende Mai stattfindet. Es sei sehr spannend gewesen herauszufinden, warum „diese alten Geschichten“ bis heute aktuell seien. „Wir haben sie in die Gegenwart transportiert und geschaut, was passiert.“ Mit dem Zeichner und Grafiker Bernd Kissel, der sich besonders gern in historischen Kontexten bewege, habe er für dieses Vorhaben den idealen Partner gehabt. Aus seiner „Feder“ stammen sämtliche Comiczeichnungen.

Und so wird also am Vorabend des Luftangriffs der Deutschen auf die britische Hauptstadt Baron Münchhausen zum letzten Patienten des todkranken Sigmund Freund, der in London im Exil lebt. Wenn die Sache mit dem Mondausflug wirklich stimmt, hätte dann dieser alte Mann die Power und das Wissen, um den Angriff der Deutschen abzuwehren? „Die Gegenwart spielt im London des Jahres 1939 und wird in Rückblenden immer wieder verknüpft mit Etappen aus Münchhausens Lebensgeschichte“, so „Flix“. Man habe darauf verzichtet, vor Ort in der Münchhausenstadt zu recherchieren, sich stattdessen über Bücher und das Internet informiert. „Als große Fans der Terry Gilliam-Verfilmung von 1988 hatten wir beide das Gefühl, dass uns die Hauptfigur vertraut ist.“ Eine

Prise Bodenwerder-Flair gibt’s dennoch: Die historische „Schulenburg“ wird zu Münchhausens Wohnhaus und Münchhausens treues Pferd baumelt am Kirchturm von St. Nicolai. Gut zwei Jahre habe es gedauert, bis die Idee zum druckfertigen Buch geworden sei. „Zwischen Berlin und Saarbrücken wurden viele, viele Stunden telefoniert“, so „Flix“. Übrigens: In Bodenwerders Rathaus wurde man rein zufällig auf das Buchprojekt aufmerksam. Die von „Flix“ gezeichnete und im Oktober 2015 auf Facebook veröffentlichte Karikatur „Münchhausen auf dem halben Pferd“ weckte das Interesse von Kämmerer Michael Helmig. „Mir waren etwa seine ,schönen Töchter‘ ein Begriff. Der Kontakt war dann ziemlich rasch hergestellt, und bei der Gelegenheit kam natürlich auch das Buchprojekt zur Sprache.“ Von der Idee, im Umfeld der Münchhausen-Preisverleihung in Bodenwerder eine Comic-Lesung durchzuführen, sind die Autoren aus Termingründen abgerückt. „Das wäre eine sehr spannende Sache gewesen. Vielleicht klappt es später, ich bleibe auf jeden Fall hartnäckig an der Sache dran“, hat sich Kämmerer Helmig vorgenommen. Und freut sich vorerst darüber, dass er (dank des finanziellen Engagements der Sparkasse Hameln-Weserbergland) für die umfangreiche Sammlung an Münchhausen-Illustrationen die Tuschezeichnung von „Flix“ erwerben konnte. Derzeit ist die Karikatur noch im Magazin verwahrt. Aber bei passender Gelegenheit soll sie der Öffentlichkeit präsentiert werden.



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