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Fusion mit Northeim oder Hameln-Pyrmont? In welche Richtung die Bodenwerderaner neigen

Die Herzen der meisten schlagen für Hameln

Bodenwerder (rom). Die Menschen in Bodenwerder neigen offenbar klar in Richtung Hameln-Pyrmont, sollte der Landkreis Holzminden mit einem seiner Nachbarn fusionieren.

veröffentlicht am 05.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

Hameln-Pyrmont und/oder Northeim? Wohin wird die Reise für den L
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„Als Unternehmer mit Sitz in Hehlen, also Bodenwerder, schlägt mein Herz für Hameln“, sagt auf Anfrage Thomas Strebost, Geschäftsführender Gesellschafter der Firmen Heller-Leder und Helcor-Leder-tec. Viele andere Menschen im nördlichen Bereich des Kreises würden sicher ähnlich denken, mutmaßt Strebost. Gemeinsam mit 29 anderen führenden Unternehmern und Wirtschaftsvertretern des Kreises Holzminden, hatte sich Strebost im Dezember des vergangenen Jahres in einem Offenen Brief an die Abgeordneten des Kreistages Holzminden gewandt. Weiterer Unterzeichner des Briefes, der auch aus Bodenwerder stammt, ist Karl-Hermann Mittendorf, Geschäftsführer des Gasthauses Mittendorf in Buchhagen. In ihrem Brief begrüßten die Unterzeichner „ausdrücklich die Suche nach geeigneten Partnern für eine zukunftsorientierte Neuausrichtung der Region Holzminden“ (wir berichteten).

Diese Position bekräftigt nun Thomas Strebost. „Dass etwas passieren muss, ist wichtig. Wenn man durch eine Fusion Geld spart, ist das für die Bürger wichtig.“ Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte fusionierten Gemeinden als Hochzeitsgeschenk versprochen, 75 Prozent ihrer Schulden zu übernehmen. Auch unterstreicht Unternehmer Strebost, wie wichtig ein ergebnisoffenes Gutachten für die Fusion sei. Der Gedanke dahinter: Nur objektiv überprüfbare Fakten, die unvoreingenommen die Vor- und Nachteile einer Fusion mit den jeweiligen Partnern auflisten, können Grundlage für eine Kreishochzeit sein. Zudem plädiert Strebost dafür, sich bei der Fusion nicht zeitlich unter Druck zu setzen.

Ebenfalls eher in Richtung Hameln-Pyrmont als Northeim tendiert Monika Meyer, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Bodenwerder. Sie betont aber ausdrücklich, dass sie sich mit dem Thema Fusion noch nicht abschließend beschäftigt habe und die Meinung ihre rein persönliche sei. Doch zumindest die deutet bislang eher in Richtung einer Fusion mit dem nördlichen Nachbarn Hameln-Pyrmont. So erhofft sich Monika Meyer von einer Angliederung an die Region Hannover und Hameln-Pyrmont mehr positive Effekte für die Gewerbetreibenden als durch eine Ausrichtung in Richtung Northeim. „Die Hoffnung stirbt ja zuletzt“, sagt sie. Zudem könne die Münchhausenstadt bei Tagestouristen aus der Region Hannover eher punkten als im Harz. „Für Bodenwerder ist das Schwierigste aber die Strukturschwäche, sprich die fehlenden Arbeitsplätze“, fügt Monika Meyer hinzu.

Denn viele Menschen arbeiteten außerhalb der Stadt Bodenwerder und kauften meist auch in der Nähe ihres Arbeitsplatzes ein. Für die Werbegemeinschaft Bodenwerder denkt die Vorsitzende nun aber darüber nach, das Thema Kreisfusion demnächst im Rahmen des Stammtisches einmal anzusprechen.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Feuerwehr des Landkreises Holzminden. Eine eindeutige Stellungnahme gibt der Kreisbrandmeister Hans-Hermann Brandt zwar bewusst nicht ab, auch weil das Thema Fusion in Reihen der Brandschützer bislang kein Thema sei. Allerdings werde sich auch das Kreiskommando über kurz oder lang sicher mit dem Thema befassen.

Bodenwerders Volksvertreter indes haben eindeutig Stellung bezogen. Friedrich-Wilhelm Schmidt (CDU), Kandidat fürs Amt des Samtgemeindebürgermeisters, ist für „ergebnisoffene Untersuchungen in Richtung Northeim und in Richtung Hameln-Pyrmont“. Schmidt ergänzt: „Aus Sicht der Region Bodenwerder herrscht großes Interesse an einer Ausrichtung nach Hameln.“

SPD-Fraktionssprecher Wilhelm Brennecke hingegen hat sich klar gegen eine Fusion mit Northeim entschieden. „Es kann nicht sein, dass sich der Landkreis Holzminden in Richtung Northeim bewegt. Wir Politiker wollen das nicht, die Menschen hier wollen das nicht.“

Ernst-August Wolf (SPD), stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Bodenwerder-Polle, erwartet, dass umgehend Gespräche mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont aufgenommen werden. Dieser Landkreis, so Wolf, sei für die Region Bodenwerder der naheliegende Partner.

Die Diskussion um eine Fusion des Landkreises Holzminden war unter anderem vor dem Hintergrund sinkender Einwohnerzahlen und damit wegbrechender Steuereinnahmen aufgeflammt.

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