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Neugestaltung der Weserpromenade vorerst ohne Aussichtsturm und Weserschwimmbühne

Die große Lösung wird zu teuer

BODENWERDER. Die Neugestaltung der Weserpromenade wird um Einiges kleiner ausfallen. Die Weserschwimmbühne und ein Aussichtsturm sind nicht förderfähig nach dem Städtebauförderungsgesetz und würden die Finanzkraft der Stadt Bodenwerder deutlich überfordern. Förderfähig ist nach den Feststellungen der Verwaltung nur eine Investitionssumme in Höhe von 1,7 Millionen Euro.

veröffentlicht am 22.08.2018 um 16:35 Uhr

ie grünen Ringe stehen auf dem Plan für neue Grünanlagen, in deren Bereich es auch Außengastronomie an der Weserpromenade geben soll. Das Forum mit der Schwimmbühne kann aus Kostengründen vorerst nicht verwirklicht werden. Foto/Zeichnungen: Planungsg
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Die Neugestaltung der Weserpromenade wird um Einiges kleiner ausfallen, als die Planergemeinschaft Treuberg, Meyer und Flaspöhler sich dies wünscht: Denn die in der Vorplanung vorgesehene Weserschwimmbühne mit halbrundem, sich zur Weser öffnendem Forum und ein Aussichtsturm sind nach dem Stand der jetzigen Erkenntnisse nicht förderfähig nach dem Städtebauförderungsgesetz und würden die Finanzkraft der Stadt Bodenwerder damit deutlich überfordern. Hintergrund der Förderbeschränkung ist die Tatsache, dass sowohl der Aussichtsturm als auch die Weserschwimmbühne als allein der Tourismusförderung dienende Projekte bewertet würden, was aber nicht zur Städtebauförderung zähle, wie Thomas Steffe, der Fachbereichsleiter der Bauverwaltung erläuterte. Der Bau- und Umweltausschuss der Stadt empfahl deshalb dem am kommenden Montag tagenden Verwaltungsausschuss einstimmig, ohne diese beiden Projekte in die Planung zu gehen. Die Neugestaltung der Promenade soll noch in diesem Winter ausgeschrieben werden.

Wir müssen ehrlich sein und dürfen nur das planen, was wir auch finanzieren können.

Friedrich-Wilhelm Dornette, SPD-Ratsherr

Förderfähig ist nach den Feststellungen der Stadtverwaltung nur eine Investitionssumme in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Sie würde mit 66 Prozent bezuschusst, der Stadt also 1,1 Millionen Euro für das Projekt in die Kasse spülen. Einschließlich Aussichtsturm mit den Technikanlagen für die Schwimmbühne würde die Neugestaltung allerdings 2,6 Millionen Euro kosten. „Das dürfen wir erst gar nicht in die Planung miteinbeziehen“, warnte der SPD-Ratsherr Friedrich-Wilhelm Dornette. „Wir müssen ehrlich sein und dürfen nur das planen, was wir auch finanzieren können.“ Der Aussichtsturm und die Weserschwimmbühne mit einem halbrunden Forum würden nach Schätzung der Planer rund 900 000 Euro kosten. Um diese beiden Projekte möglicherweise in einigen Jahren zu verwirklichen, beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, mögliche andere Fördermöglichkeiten zu recherchieren. Die Schwimmbühne war dafür gedacht, sie für kleine Aufführungen oder spontane Aktionen von Musikern oder Kleinkünstlern zur Verfügung zu stellen, um die Attraktivität der Weserpromenade weiter zu steigern.

Für den Fall, dass der Landkreis als Kommunalaufsicht die Haushaltspläne der Stadt einschließlich eines zweiten Nachtragshaushalts für das laufende Jahr sowie für die Jahre 2019 und 2020 genehmigt – das sind die haushaltsrechtlichen Risiken für das gesamte Projekt –, könnte schon im kommenden Jahr mit einem ersten Bauabschnitt begonnen werden. Er würde den Bereich zwischen dem Dampferplatz und dem geplanten Weserstrand betreffen. Weitere Festlegungen für die restlichen Bauabschnitte zwischen Dampfer- und Ankerplatz wurden dem Verwaltungsausschuss noch nicht empfohlen.

Vorerst aus dem Projekt gestrichen: der Aussichtsturm am Tribünenplatz. Foto/Zeichnungen: Planungsgemeinschaft Treuberg, Meyer, Flaspöhler
  • Vorerst aus dem Projekt gestrichen: der Aussichtsturm am Tribünenplatz. Foto/Zeichnungen: Planungsgemeinschaft Treuberg, Meyer, Flaspöhler
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Im nördlichen Bereich der Promenade soll eine Strandanlage entstehen. Foto/Zeichnungen: Planungsgemeinschaft Treuberg, Meyer, Flaspöhler
  • Im nördlichen Bereich der Promenade soll eine Strandanlage entstehen. Foto/Zeichnungen: Planungsgemeinschaft Treuberg, Meyer, Flaspöhler

Während einer eingeschobenen Fragerunde für die der Sitzung beiwohnenden Bürger wurde vor allem bemängelt, dass die Anwohner der Weserpromenade bislang nicht in die Planung einbezogen worden seien. Dem entgegnete Stadtdirektorin Tanya Warnecke mit dem Hinweis, „dass über die detaillierte Planung doch erst beraten werden kann, wenn der Beschluss gefasst wurde, die Neugestaltung tatsächlich in Angriff zu nehmen“. Wenn der Verwaltungsausschuss das beschließe, werde zeitnah zu einer Teileinwohnerversammlung eingeladen, bei der das Projekt ausführlich besprochen werden könne. Vorher mache eine derartige Versammlung keinen Sinn, erklärte die Stadtdirektorin.

Vom Planungsteam wurden auch verschiedene Möglichkeiten für eine Möblierung der neugestalteten Weserpromenade mit Bänken, Liegen und Natursteinmäuerchen vorgestellt. Für die Beleuchtung empfehlen die Planer LED-Leuchten in Form von klassischen Lampen, Fackeln in Form eines Lagerfeuers oder Stableuchten, die auch ihre Farben verändern können. Der neu anzulegenden Weg soll eine Bitumenbeschichtung erhalten, um ihn auch nach einem Hochwasser schnell und kostengünstig reinigen zu können, wie auf Fragen nach den Folgekosten des Gesamtprojekts vom Planungsteam erläutert wurde.



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