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Ehemalige Mitarbeiter der geschlossenen Arminiuswerft wollen sich regelmäßig treffen

Die Erinnerung soll lebendig bleiben

Bodenwerder. Bis zur Jahrtausendwende war sie einer der großen Arbeitgeber in der Münchhausenstadt: Die Arminiuswerft GmbH, später Arminius-Werke GmbH genannt. Die letzte Schiffswerft in Bodenwerder beschäftigte über 300 Mitarbeiter in den Hochzeiten der Konjunktur, in der sie als eine der führenden Binnen-Werften bis 1962 etwa 320 Schiffsneubauten mit einer Tragfähigkeit bis zu 1500 Tonnen auslieferte.

veröffentlicht am 20.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Karl-Heinz Teiwes
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Am vergangenen Wochenende konnte man sehen, dass auch nach der letzten Schließung der Arminius-Werke im Jahre 2000 das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den ehemaligen Mitarbeitern immer noch stark ist: 63 ehemalige Arminius-Beschäftigte trafen sich 14 Jahre nach dem Auseinandergehen in der Camping-Gaststätte „Himmelspforte“ am Ziegeleiweg in Bodenwerder.

So kam eine bunte Mischung der Teilnehmer zustande, denn die ältesten Veteranen waren an die 90 Jahre alt, die jüngsten zwischen 40 und 50. Und so begrüßte der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Gustav Grupe besonders Willi Plate, der kurz vor seinem 90. Geburtstag steht, und die beiden Hehlener Alt-Arminianer Hermann Meyer (88) und Henry Hansmann (87).

Einige Teilnehmer – sie waren sogar aus Braunschweig, Bremen und Leer angereist – hatten sich Jahrzehnte nicht mehr gesehen. Da wurde stundenlang geplaudert, und so manches Schiff wurde noch einmal in der Erinnerung gebaut und lief von Bodenwerders Helling. Zu guter Letzt waren sich die Ehemaligen einig, dass man den Kontakt nicht wieder abreißen lassen will und sich im nächsten Jahr wieder zu einem geselligen Beisammensein mit Grünkohlessen trifft. Und die Organisatoren hoffen, dass im nächsten Jahre noch mehr ehemalige Kolleginnen und Kollegen den Weg zum Arminius-Treffen finden, denn es gibt davon noch etwa 200.

Bodenwerder war einst ein wichtiger Schiffsbau-Standort an der Oberweser. Hier gab es mehrere Werften. Die Firma C. Pape wurde 1902 in Bodenwerder gegründet. 1930 erhielt sie ihren Namen Arminiuswerft. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Zusammenarbeit mit der Demag Segmente für den U-Bootbau hergestellt. Ab 1945 entwickelte sich die Arminiuswerft sehr schnell durch gezielte Investitionen und Erweiterung des Konstruktionsbüros zu einer der führenden Werften zum Bau von modernsten Binnen- und Seeschiffen. Bis 1987 stand auch noch ein Zweigbetrieb am Mittellandkanal in Hannover für Reparaturen mit einer Helling für drei Schiffe zur Verfügung. Doch die Schleuse in Hameln wurde für die Schiffsauslieferung immer mehr zum Nadelöhr, weil die Neubauten und der Tiefgang immer größer wurden. Darum entschlossen sich die Gesellschafter 1986, den Schiffbau in Bodenwerder einzustellen. Die Arminiuswerft wurde im Dezember 1988 geschlossen.

1989 beschlossen neue Gesellschafter eine Fortführung der Werft und gründeten die Arminius-Werke GmbH. Da die Nachfrage nach Binnenschiffen immer kleiner wurde, spezialisierte man sich auf den Bau von Küstenmotorschiffen, die überwiegend für eine russische Reederei gebaut wurden. Ebenso wurde ein Joint-Ven-

ture mit einer russischen Werft begonnen. Als die Schiffe immer größer wurden, wurde die Produktion zur Emder Cassens-Werft verlagert. 1997 wurde daraufhin mit rund 20 Mitarbeitern die Schiffswerft Bodenwerder GmbH gegründet. Sie modernisierte die Flotte

der Oberweserdampfschiffahrtsgesellschaft und baute Pontons, Anleger sowie Schuten. Doch im Jahre 2000 musste die Firma wegen fehlender Aufträg endgültig schließen.



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