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Wie der Landkreis Holzminden die Esperder Straße in Heyen sanieren will und was auf die Anwohner zukommt

Die alles entscheidende Frage: Wer muss wie viel zahlen?

Heyen (saw). Die Fahrbahn nicht breiter als 5,55 Meter, der Gehweg nicht schmaler als 1,50 Meter – und nach erfolgter Sanierung, die bis in 60 Zentimeter Tiefe erfolgt, liegt das Straßenniveau ein paar Zentimeter niedriger als derzeit. So wird sich die Esperder Straße (Kreisstraße 8) nach dem vom Landkreis Holzminden für 2011 geplanten Ausbau darstellen.

veröffentlicht am 19.10.2010 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:41 Uhr

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Geschätzt wird mit Ausbaukosten von 500 000 Euro für den etwa 500 Meter langen Abschnitt, dazu kommen rund 95 000 Euro für die Neugestaltung von Gehweg und Grünstreifen. Von diesem Betrag haben sämtliche Grundstückseigentümer der Esperder Straße die Hälfte zu übernehmen. So regelt es eine vom Rat im Jahr 2003 beschlossene Satzung. Konkret: Entsprechend der Grundstücksgröße und der Nutzung werden alle 38 Anlieger zur Zahlung von insgesamt 47 500 Euro herangezogen, wenn Baufahrzeuge und -arbeiter wieder abgerückt sind.

Wie viel muss ich zahlen? Für die meisten Heyener, die der Einladung der Gemeinde zur Bürgerversammlung „Ausbau Esperder Straße“ in das Dorfgemeinschaftshaus nachgekommen sind, steht die Antwort auf diese Frage im Zentrum des Interesses. „Rechnen Sie über den Daumen mit einem Euro pro Grundstücksquadratmeter“, gibt Ilona Glenewinkel vom Fachbereich Finanzen der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle als Orientierungshilfe vor.

Zuvor zeigt Diplom-Ingenieur Caninenberg aus der Straßenbau-Abteilung des Landkreises Zeichnungen und Fotos, erläutert die gemeinsam mit dem Planungsbüro Krupka erarbeiteten Gestaltungsvorschläge. So wird es – entsprechend dem Bürgerwunsch nach einer „bezahlbaren Lösung“ – lediglich an einer Straßenseite einen Gehweg inklusive Bordstein geben: vom Kreuzungsbereich L 424 bis in Höhe der Einmündung Kleine Straße auf der linken Seite, danach bis zum Ortsausgang auf der rechten Seite.

Spezielles Augenmerk legen Planer und die in der Landwirtschaft tätigen Bürger auf die Kreuzungssituation Esperder Straße/Neuer Weg. „Mit Rücksicht auf die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und den Anlieferverkehr zum Landhandel sehen die Planungen einen deutlich erweiterten Radius vor“, so Caninenberg. Zunächst unbepflanzte, lediglich mit Schotterrasen versehene Grünflächen, die durch Gossensteine von der Fahrbahn abgetrennt sind, können zusätzlich als Ausweichflächen genutzt werden, wenn es zum Begegnungsverkehr mehrerer Fahrzeuge größeren Ausmaßes kommt. Die Grünflächen erstrecken sich vom Bereich Hagenstraße bis zum Neuen Weg sowie weiter bis zur Einmündung Kleine Straße (Feuerwehrhaus). Die Kleine Straße selbst bleibt – entsprechend dem mehrheitlichen Wunsch der Anwohner – unangetastet. Zur Sprache kommt auch die Gehweg-Pflasterung. Planer Bernd W. Krupka stellt mehrere Varianten vor – die Mehrheit favorisiert scharfkantiges Betonsandsteinpflaster in drei Erdtönen, wobei die Einfahrten farbig abgesetzt werden.

Erhalten bleiben die Bushaltestellen. Entsprechend den landesweiten Gepflogenheiten allerdings soll die Haltebucht (in Höhe Klingenberg) entfernt und stattdessen ein 18 Zentimeter hohes Bushaltebord verbaut werden. Künftig stoppt der Bus also direkt auf der Fahrbahn. „Das zwingt Autofahrer zum Anhalten, zum langsamen Fahren. So wird die Sicherheit der Passagiere erhöht“, betont der Straßenausbau-Experte, der zudem auf mehr Komfort beim Ein- und Aussteigen für Kinder und ältere Herrschaften verweist. Die Nutzung der Haltebucht als „Ausweichfahrbahn“ bei Begegnungsverkehr wird dann nicht mehr möglich sein. Gerade auf diesen „bequemen Schlenker“ aber möchten einige Heyener nicht verzichten. So wird an diesem Abend der Erhalt der Bushaltebucht oder zumindest der Verzicht auf das hohe Haltebord gefordert. „Inwieweit diese Forderungen berücksichtigt werden können, muss noch diskutiert werden“, erklärt Bürgermeister Michael Zieseniß.

Laut Straßenbaubehörde wird es nahezu jederzeit möglich sein, die Esperder Straße während der etwa sechsmonatigen Bauphase zumindest einseitig zu befahren. Das sorgt für Aufatmen bei den Anwohnern, von denen einige auch darauf angewiesen sind, während der Ausbauphase für ihre Kundschaft auf einigermaßen zumutbarem Wege erreichbar zu sein.



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