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An vielen Feldern geht es vorbei

Dewezet-Käfer in Dohnsen: Spontan-Besuch in der Zimmerei

An der Ampel mehrmals abgewürgt, aber trotzdem angekommen – der Dewezet-Käfer ist unterwegs in Richtung plattes Land. Ein Dartwurf bestimmt wie immer den Weg und der führt heute zunächst ins Nichts beziehungsweise auf ein Feld zwischen der Landesstraße 588 und dem Örtchen Dohnsen. Das Feld ist nicht so spannend, Dohnsen dafür um so mehr.

veröffentlicht am 07.08.2018 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 09.08.2018 um 10:41 Uhr

Auf der Dewezet-Käfer-Tour treffen wir auf Monika und Ulrich Krohne in der „Zimmerei und Sägewerk Krohne“ direkt am Ortseingang von Dohnsen. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite

DOHNSEN. Von der Straße geht es links ab, dann wieder links und Schluss. Der Käfer steht an einem Feldweg, der wenig oldtimertauglich aussieht. Ringsherum sind die Felder zumeist braun, stoppelig – irgendwo in der Nähe hat es erst vor einigen Wochen gebrannt. Außer Feldern gibt es hier noch ein einsames Bushäuschen für die Haltestelle „Wegensen, Abzweigung“. Was es hier und in diesem Moment allerdings nicht gibt: Landwirte, Busfahrer, und auch sonst keine Menschenseele. Dafür ganz viel Totenstille, unterbrochen allein durch zirpende Grillen. Mit dem Dewezet-Käfer geht es weiter ins nahe gelegene Örtchen Dohnsen. Hinter dem Ortsschild kommt der Oldtimer zum Stehen. Genau dort befindet sich die „Zimmerei und Sägewerk Krohne“. In dem Unternehmen mit Tradition fertigt der 68-jährige Ulrich Krohne noch selbst kleinere Auftragsarbeiten wie Treppenaufgänge, Carports oder Überdachungen an. „Früher haben hier zehn bis zwölf Leute gearbeitet“, erzählt Krohne. „Heute ist das Sägewerk im Ruhestand“, sagt er augenzwinkernd.

Für die Dewezet-Käfer-Tour stellt Krohne das Gatter in seiner Halle an – eine große Maschine, die mit sich schnell bewegenden Sägeblättern Holzstämme schneiden kann. Die 1976 installierte Maschine macht zwar ein bisschen Lärm, läuft aber noch gut.

Bereits 1913 hat Ulrich Krohnes Großvater die Zimmerei gegründet. Sein Vater hat den Betrieb neu aufbauen müssen, nachdem er aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte. Für manche Arbeiten setzt Ulrich Krohne sogar noch heute die Brille seines Großvaters auf. „Die Stärken sind die Gleichen wie bei meinem Opa früher und die Bügel haben sie schon damals so pfiffig konstruiert, dass sie nicht runterfällt“, freut sich Krohne.

Der Dartpfeil trifft auf ein Feld in der Nähe von Dohnsen. Foto: Dana
  • Der Dartpfeil trifft auf ein Feld in der Nähe von Dohnsen. Foto: Dana
Direkt hinter dem Ortsschild von Dohnsen hält der Dewezet-Käfer. Foto: ms
  • Direkt hinter dem Ortsschild von Dohnsen hält der Dewezet-Käfer. Foto: ms
Ein Buswartehäuschen steht an der Abfahrt nach Dohnsen ziemlich alleine da. Foto: ms
  • Ein Buswartehäuschen steht an der Abfahrt nach Dohnsen ziemlich alleine da. Foto: ms
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Der Dartpfeil trifft auf ein Feld in der Nähe von Dohnsen. Foto: Dana
Direkt hinter dem Ortsschild von Dohnsen hält der Dewezet-Käfer. Foto: ms
Ein Buswartehäuschen steht an der Abfahrt nach Dohnsen ziemlich alleine da. Foto: ms
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Arbeiten von Ulrich Krohne wird der ein oder andere bestimmt kennen. Beispielsweise stammen die Überdachungen für die Wanderkarten rund um den Ith aus seinem Betrieb. „Viele Zimmerarbeiten, die in der Gegend anfielen, haben wir gemacht“, sagt Ehefrau Monika Krohne. Dazu zählten auch Fachwerkbauten. In Dohnsen haben die Krohnes auch ihr eigenes Fachwerkhaus gebaut. Stolz zeigt Ulrich Krohne ein altes Bild von ihm mit Ehefrau Monika – beide stehen lächelnd zwischen den Balken ihres Hauses.

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Einen Käfer hatte Ulrich Krohne übrigens auch mal, erzählt er freudig. Und auch seine Frau kann mit dem Kult-Auto einige Erinnerungen verbinden.

Nach dem Besuch bei den Krohnes braust der Käfer noch ein bisschen durch das Dorf. Sonnenschein und die ein oder andere verwinkelte Straßen machen Lust darauf, den 400-Seelen-Ort zu erkunden. Eine nette Kirche, ein Kaugummiautomat und ein paar Entchen zeichnen ein idyllisches Bild. Auf viele Einwohner trifft der Dewezet-Käfer in der Mittagshitze allerdings nicht mehr. Also schnell noch ein Blick auf das Feld, auf dem der Dartpfeil landete und ein Abschiedsblick auf Dohnsen, dann geht es zurück in die Redaktion.



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