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Ordnungsamt bespricht Schutzplan / Aber Wasserstand noch kein Anlass zur Sorge

Der Pegel steigt und steigt

BODENWERDER. Der Regen fällt und fällt, der Pegel steigt und steigt. Längst hat das Wasser der Weser die Befestigungen der Ufer in Bodenwerder überspült und leckt an den Böschungen. Sorgen wegen des Hochwassers, eventuell gar hinsichtlich einer Überschwemmung, muss sich die Bevölkerung aber noch nicht machen.

veröffentlicht am 30.11.2017 um 12:53 Uhr
aktualisiert am 30.11.2017 um 18:20 Uhr

Das Hochwasser der Weser leckt in Bodenwerder bereits an den Böschungen. Foto: br
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Burkhard Reimer Reporter
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„Überschwemmungen sind für uns in den vergangenen Jahren kein Thema gewesen und sind es auch derzeit nicht“, sagt Thomas Steffe, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, Bau- und Ordnungswesen in Bodenwerders Stadtverwaltung, auf Nachfrage der Dewezet.

Da müsse es schon ganz anders kommen. Etwa so, wie beim Rekordhochwasser vor 22 Jahren. „Damals“, erinnert Steffe sich an 1995, „hatten wir allerdings riesige Probleme.“ Da sei das Weserwasser bis in die Homburgstraße geflossen, weite Teile der Altstadt seien überflutet, zahlreiche Häuser nur noch über Stege oder mit Booten erreichbar gewesen.

So aber, wie das Wasser derzeit durchs Bett der Weser fließe, sei trotz beachtlicher Pegelstände noch lange keine Überflutung zu befürchten.

Gleichwohl habe auch Bodenwerder einen Hochwasserschutzplan – „und zwar schon seit Jahrzehnten“, berichtet der Ordnungsamtsleiter. Darin ist beispielsweise festgelegt, dass im Falle drohender Überschwemmungen vom Ordnungsamt eine Einsatzkette ausgelöst wird, in die Feuerwehr und Polizei, aber auch der Hochwasserstab der Stadtverwaltung eingebunden sind. Dort werden die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Das fängt damit an, dass Fahrzeuge von Flächen entfernt werden, die überflutet werden können, geht über das Befüllen von Sandsäcken, mit denen Dämme aufgeschichtet werden und endet bei der Rettung von Menschen und Tieren – aus Häusern, die vom Wasser eingeschlossen sind.

„Gerade kürzlich haben wir den Schutzplan noch einmal mit allen Beteiligten ausführlich besprochen“, berichtet Thomas Steffe. Nicht zuletzt seien dabei die Erfahrungen eingeflossen, die anlässlich der sintflutartigen Regenfälle im Juli gemacht worden seien. Vor knapp einem halben Jahr habe sich nämlich unter anderem gezeigt, dass es gar nicht unbedingt die Weser sei, die Gefahrenlagen herbeiführen könne. „Vielmehr sind es die kleinen Flüsse und Bäche im Umfeld der Weser, wie zum Beispiel die Lenne, die schnell volllaufen und dann Überschwemmungen auslösen können.“ Zumal dann, wenn auch noch das Oberflächenwasser aus den angrenzenden Waldgebieten hinzukomme, weil deren Böden längst mit Wasser gesättigt sind und ihre Aufgabe als natürliche Schwämme nicht mehr erfüllen können. Thomas Steffe erinnert sich, dass im Zuge des Juli-Hochwassers deswegen zeitweilig 120 Rettungskräfte im Einsatz gewesen seien. „Speziell im Raum Kirchbrak“, fügt er hinzu.

Und noch etwas ist ihm aus diesen Tagen in Erinnerung – und zwar in sehr guter: „Die Zusammenarbeit nicht nur der offiziellen Rettungskräfte, sondern auch die mit der äußerst hilfsbereiten Bevölkerung hat damals hervorragend geklappt.“

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