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Oberschule Bodenwerder hält sie für unverzichtbar / Appell an die Politik zur schnellen Entscheidung

Der Kampf um Berufslotsin Ute Nölting

Bodenwerder. „Das ist unmenschlich“, schimpft Carolin Elsner. Konrektor Stefan Straßburg, wie Carolin Elsner Beratungslehrkraft für die Schülervertretung der Oberschule Bodenwerder, stößt verbal ins gleiche Horn und betont: „Die Stelle ist nicht sicher.“ Gemeinsam mit den Schülersprechern Valmir Berisha, Karolin Möller und Thomas Weber kämpfen sie für Ute Nölting, die als Berufslotsin in der Oberschule Bodenwerder und in der Homburg-Schule Stadtoldendorf arbeitet. Das Problem: Ihr Vertrag endet am 31. Dezember und wurde bislang nicht verlängert.

veröffentlicht am 16.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Für Ute Nölting ist die Situation mehr als belastend. Anfang Oktober musste sich die gebürtige Hamelnerin (50), wie vom Gesetzgeber gefordert, bereits arbeitssuchend melden. Sollte sich etwas finden, müsste sie die Stelle auch annehmen. Dann, klagt Valmir Berisha, wäre sie weg, würde eine große Lücke entstehen.

Ute Nölting, das steht für die Schülersprecher wie für die Beratungslehrkräfte außer Frage, leiste sehr gute Arbeit. Sie sei eine absolute Vertrauensperson, habe immer ein offenes Ohr für die Schüler, helfe bei Problemen. Sie unterstütze die Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach Praktikumsplätzen, Ferienjobs und mehr. Sie motiviere auf vielfältige Weise und helfe, wenn es darum geht, Bewerbungen und Lebensläufe zu schreiben. Sie organisiere Veranstaltungen, koordiniere Termine mit dem Berufsberater, bereite die jungen Menschen auf Einstellungstests vor und biete Hilfe bei Anmeldungen an weiterführenden Schulen an. Außerdem engagiere sie sich neben ihrer Arbeit als Berufslotsin in der neu gegründeten Schülerfirma, dem Schülerbistro. Ohne sie, betonen die Schülervertreter, wäre das Projekt nicht möglich gewesen.

Drei Tage (mittwochs, donnerstags und freitags) ist Ute Nölting in Bodenwerder im Einsatz, zwei Tage (montags und dienstags) in Stadtoldendorf. Auch in Stadtoldendorf machen sich die Schülervertreter für ihre Berufslotsin stark, kämpfen dort nicht minder engagiert um eine Weiterbeschäftigung von Ute Nölting. Schülersprecher Timo Lutze ist extra nach Bodenwerder geeilt, um gemeinsam mit den Vertretern der Oberschule mit Nachdruck auf die unbefriedigende Situation hinzuweisen. Schriftlich hatten sich beide Schülervertretungen schon an Landrätin Angela Schürzeberg gewandt, die Situation geschildert und mit allem Nachdruck für eine Weiterbeschäftigung geworben. Ute Nölting, so der Tenor der Schülervertreter, sei sehr beliebt, immer freundlich, sympathisch, positiv gestimmt und für die Schulen ein unverzichtbarer Bestandteil.

Schulberufslotsin Ute Nölting as

Die Landrätin reagierte, schrieb zurück und mühte sich, positive Signale zu senden. Der Einsatz der Schülervertretungen beeindrucke sie, über das Engagement sei sie sehr erfreut. Sie hoffe, mit ihren Ausführungen den Schülern die Sorge um die Zukunft ihrer Berufslotsin nehmen zu können. Verbindliche Zusagen vermochte sie jedoch nicht zu treffen – zumal die Entscheidung auf anderer Ebene fällt.

In ihrem Schreiben erinnert die Landrätin an die Hintergründe, die zur Einstellung einer Berufslotsin geführt hatten. So habe der Kreistag Holzminden im Dezember 2010 beschlossen, das Projekt „Einsatz von Schulberufslotsen zur Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf“ im Landkreis zu etablieren. Das Projekt sei angelegt worden auf einen Zeitraum bis zum 31. Dezember 2013. Sie verweist auf die durchweg positiven Aussagen der beteiligten Schulleitungen, die die bisherige Arbeit sämtlicher Schulberufslotsen als großen Erfolg werteten und sich mit Nachdruck für die Weiterführung des Projekts ausgesprochen hätten. Auch die Agentur für Arbeit habe sich positiv geäußert. Das sei bedeutend, zumal es sich bei der Bereitstellung der Mittel um ein Finanzierungsmodell handele.

Und weiter: Die Gesamtmaßnahme resultiere aus dem Weserberglandplan, der im Sommer 2007 vom Kreistag beschlossen worden sei. Der Weserberglandplan sei eine regionale Entwicklungsinitiative mit den Schwerpunkten Verkehrsinfrastruktur, Bildung, Breitbandverkabelung und öffentlicher Personennahverkehr. Kommunen und Landkreis stellten damit ihr Engagement für die Region unter Beweis, hätten sich verpflichtet, zunächst bis zum 31. Dezember 2013 Mittel für die genannten Zielfelder zur Verfügung zu stellen. Die weitere Beteiligung an dem Weserberglandplan müsse noch in diesem Jahr durch die Kommunen und den Landkreis beschlossen werden. Die Weichen dafür würden derzeit gestellt.

Für die Schülervertreter und für Ute Nölting bleibt dennoch die Ungewissheit – unabhängig davon, dass sich der Betriebsausschuss der Kreisvolkshochschule (die Kreisvolkshochschule firmiert offiziell als Arbeitgeber) offenkundig für eine Fortsetzung des Projekts ausgesprochen hat. Beschlossen sei damit noch nichts, unterstreicht Carolin Elsner. Die in diesem Punkt entscheidende Kreistagssitzung sei erst im Dezember terminiert. Das sei ein unerträglich langer Zeitraum für alle Beteiligten. Gemeinsam mit den Schülervertretern beider Schulen appellieren die Lehrkräfte an die Landrätin und die Politik, die Entscheidung vorzuziehen und nicht erst bis zum Dezember zu warten. Das gebiete allein schon die Menschlichkeit. Wenn heute die Landrätin gemeinsam mit den Kreistagsabgeordneten die Oberschule Bodenwerder im Zuge der Schulbereisung besucht, dürfte das Thema Schülerberufslotsin durchaus auch zur Sprache kommen.

Machen sich gemeinsam für „ihre“ Schulberufslotsin Ute Nölting stark (v. li.): Karolin Möller, Thomas Weber, Timo Lutze (Homburg-Schule Stadtoldendorf) und Valmir Berisha. as



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