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Trägerverein wurde gegründet / Gesucht werden ehrenamtliche Fahrer

Der Bürgerbus kommt ins Rollen

BODENWERDER. 300 Bürgerbusse gibt es derzeit bundesweit. 55 davon fahren in Niedersachsen. Die Einwohner der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle müssen noch ein wenig auf den Bus warten. Genauer bis zum Frühjahr des nächsten Jahres.

veröffentlicht am 01.03.2018 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 20:35 Uhr

Der frisch gewählte Vorstand des Bürgerbus-Vereins (v. li.): Hartmut Twele, Friedrich-Wilhelm Schmidt, Maria Klassen, Wolfgang Beimfohr, Tanya Warnecke, Manfred Weiner und Gerhard Löcker. Foto: bor
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Julia Alin Reporter
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Dann soll ein Bürgerbus an geplant fünf Tagen in der Woche jeweils drei Fahrten am Vormittag und drei am Nachmittag durchführen. Die Fahrten sind minuziös getaktet und dauern maximal 50 Minuten (Hin- und Rückfahrt zusammen). Rund zwei Dutzend Ortschaften in der Samtgemeinde sollen dabei angefahren werden. Der Fahrplan ist dabei viel feinmaschiger als beim Linienverkehr der Öffis.

Zum Betrieb des Bürgerbusses musste ein Verein gegründet werden. Zu dieser Gründungsveranstaltung hatte nun die Samtgemeinde Bodenwerder ins Hotel Deutsches Haus in Bodenwerder eingeladen. Rund 40 Gäste waren dann auch dieser Einladung gefolgt. Sieben Gründungsmitglieder waren erforderlich, und im Vorfeld hatte man bereits die Zustimmung von den zu wählenden Mitgliedern eingeholt. Den Vorsitz des Vereins, der den Namen „Bürgerbus Bodenwerder-Polle tragen wird, hat Samtgemeindebürgermeisterin Tanya Warnecke übernommen. Sie wurde, wie auch alle anderen gewählten Mitglieder, einstimmig gewählt. Ihr Vertreter ist nun Rainer Oerke aus Ottenstein. Protokollführerin Maria Klassen und Kassenwart Rouven Brennecke vervollständigen den geschäftsführenden Vorstand. Als Beisitzer wurden Manfred Weiner, Wolfgang Beimfohr, Rudolf Hansmann, Friedrich-Wilhelm Schmidt und Hartmut Twele gewählt. Die Kasse werden Rocco Esposto (2 Jahre) und Fred Burkert (1 Jahr) prüfen. Als Geschäftsführer wird Dipl.-Ing. Gerhard Löcker aus Hameln mindestens die nächsten zwei Jahre den Verein in die richtigen Bahnen lenken: „Wichtig ist es jetzt, ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer zu finden, die Lust und Laune haben, einmal die Woche für etwa vier Stunden (entweder vor- oder nachmittags) mit einem Kleinbus auf Linie zu fahren.“ Nähere Infos werden dazu von Gerhard Löcker unter 05158/864, 0176/64364225 oder gerhardloecker@freenet.de erteilt.

Der Verein verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke, wobei der Zweck des Vereins die Förderung der Mobilität der ländlichen Bevölkerung und die Ergänzung und Förderung des öffentlichen Nahverkehrs in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle ist. Positives Ergebnis des Abends für den Geschäftsführer ist, dass sich bereits fünf der erforderlichen 12 bis 14 Fahrerinteressenten gemeldet haben. Löcker hat bereits in Göttingen, Bad Münder und Coppenbrügge Erfahrungen mit dem Aufbau eines Bürgerbusses gesammelt und weiß daher, dass mit steigenden Fahrgastzahlen zu rechnen ist. So sind die Fahrgastzahlen in Bad Münder von 425 (2015) auf 1100 (2016) Gäste pro Monat gestiegen. Auch in Coppenbrügge haben sich die Fahrgastzahlen von 375 (2014) auf 1000 pro Monat (2017) mehr als verdoppelt. Und so verwundert es nicht, dass in Coppenbrügge bereits der 22 222. Gast seit Beginn des Projekts mit einem Blumenstrauß begrüßt werden konnte. Für die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle rechnet Löcker mit rund 72 000 Kilometer, die der neue Bürgerbus zurücklegen wird. Die Kosten für die Anschaffung des Bürgerbusses liegen bei rund 90 000 Euro und werden zu 25 Prozent vom Landkreis Holzminden und zu 75 Prozent vom Land Niedersachsen bezahlt und sind deshalb für die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle bis auf einen kleinen Rest kostenneutral. „Das Projekt ist so gerechnet, dass der Bus sich immer rechnet, da man als Subunternehmer des örtlichen Liniengenehmigungsinhabers die Line rechts oder links der Weser betreibt“, erklärte Gerhard Löcker. Eine Konkurrenz zu örtlichen Taxiunternehmen würden sie nicht sein. Dies sei eindeutig durch entsprechende Studien belegt. Für die Benutzung gelten übrigens die gleichen Tarife wie bei den Öffis.



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