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Bürgermeister rügt Wortwahl in Facebook-Beiträgen

Debatte um Palettenmöbel: „Die Kritik sollte sachlich bleiben“

BODENWERDER. Bodenwerders Bürgermeister stimmen die Kommentare auf Facebook nachdenklich, die dort zum Verbot von Palettenmöbeln in der Innenstadt kursieren, die ein Cafébetreiber dort aufstellen wollte. „Sicher kann diese Entscheidung kritisiert und anders bewertet werden, die Kritik sollte jedoch sachlich bleiben.“

veröffentlicht am 15.04.2019 um 14:06 Uhr
aktualisiert am 15.04.2019 um 16:31 Uhr

Aus Paletten gezimmerte Möbel erhitzen derzeit die Gemüter in Bodenwerder. Foto: Pixabay
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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An diesem Wochenende ging es heiß her in der Münchhausenstadt. Und damit ist nun wahrlich nicht das Wetter gemeint. Vielmehr geht es um die Diskussionen, die sich im Internet abgespielt haben. Der Bericht unserer Zeitung „Zu hässlich für die Innenstadt“ bei dem es um das Verbot zum Aufstellen von Palettenmöbeln in der Fußgängerzone geht, zog viele Kommentare im sozialen Netzwerk Facebook nach sich. Viele sprachen sich dabei für die Palettenmöbel des Cafébetreibers Lutz Goerigk aus, die er auf Beschluss des Verwaltungsausschusses aus der Stadt entfernen musste. Stattdessen durfte er Plastikstühle und -tische aufstellen. Ein Unding für viele Facebook-Kommentierende. Für sie bedeutet die Entscheidung der gewählten Vertreter vor allem Rückschritt statt Fortschritt. Palettenmöbel seien modern, die Einstellung der Politiker sei es nicht, so die zusammengefasste Kurzversion die sich sicherlich in ihrer Vielschichtigkeit auch noch sehr viel weiterspielen ließe.

Doch, was an diesem Wochenende dominierte, war wohl vor allem der Brief von Bodenwerders Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt, den die Münchhausenstadt Bodenwerder auf ihrem offiziellen Facebook-Profil geteilt hat. Darin kritisiert der Bürgermeister vor allem den Ton, in dem im Internet diskutiert wird. „In bin erschrocken, in welchem Stil und mit welcher Wortwahl auf den Zeitungsartikel ‚Zu hässlich für die Innenstadt‘ der Dewezet vom 13.04.2019 in Facebook reagiert wird“. Besonders ein Beitrag, der vom Verfasser als Satire gemeint war, wie er selbst auf Facebook darlegte, stimmte den Bürgermeister nach eigenen Worten nachdenklich. Darin geht es grob gesagt um die Überlegung, wie denn wohl das Verbot der Palettenmöbel in der Innenstadt zustande kam. Eine sehr bildhafte Beschreibung des Autors zeichnet einen Mob mit Fackeln vor dem Rathaus nach, der fordert, die Palettenmöbel zu verbieten, und sich genügegetan fühlt, als die gewählten Vertreter das Verbot schließlich verkünden. Diese Darstellung traf offensichtlich den Humor einiger Facebook-Nutzer. Bürgermeister Schmidt hingegen scheint es ganz und gar nicht zum Lachen zu finden. Er betont, wie sehr sich die Mitarbeiter im Rathaus täglich mit dem Fortkommen der Münchhausenstadt beschäftigen. Von der Umgestaltung des Wohnmobilstellplatzes über den Abriss des Strandhotels bis hin zur Vorbereitung des 300. Geburtstages des Barons von Münchhausen, um nur einiges zu nennen. Einen fiktiven „Sturm auf das Rathaus“ bei Facebook zu bejubeln, hätten Stadtdirektorin und Verwaltungsmitarbeiter hingegen nicht verdient.

In Bezug auf das Palettenmöbel-Aufstellverbot, dass vom Verwaltungsausschuss ausgesprochen wurde, meint Schmidt: „Sicher kann diese Entscheidung kritisiert und anders bewertet werden, die Kritik sollte jedoch sachlich bleiben“. Eine ablehnende Entscheidung rechtfertige nicht ein Rathaus-Sturm-Szenario oder die Beschimpfung und Verunglimpfung von Verwaltung und ehrenamtlichen Ratsmitgliedern. Für Kritik oder Vorschläge sollten er oder die Verwaltung angerufen werden. „Ich wünsche mir einen respektvollen Umgang miteinander“, schließt Schmidt sein Schreiben.

Der Brief wurde mittlerweile oft auf Facebook geteilt und die Worte des Bürgermeisters von einigen gelobt. Andere hingegen zeigen Verständnis für das beschriebene satirische Szenario und würden es nicht als Appell missverstehen. Auch persönlich werde niemand angegriffen oder die Arbeit der Rathausmitarbeiter infrage gestellt, betont manch ein Kommentierender.



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