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Stadt greift gegen Hundehalter durch

Das „stinkende Geschäft“ auf der Straße wird teuer

Halle. „Das Thema ist nicht neu und leider seit vielen Jahren ein Ärgernis“, geht Bürgermeister Hermann Meyer auf Beschwerden von Einwohnern über „Hundehinterlassenschaften“ ein. In seinen jährlichen Gemeindebriefen und in öffentlichen Aushängen hat er Hundehalter gebeten, beim Gassi gehen darauf zu achten, dass die Vierbeiner ihr „Geschäft“ nicht auf Bürgersteigen, Spielplätzen oder öffentlichen Grünanlagen verrichten. „Es hört sich viel zu brav an, wenn man von Kot oder Hinterlassenschaften spricht“, so der Bürgermeister – eigentlich gäbe es ein anderes Wort dafür: „Das würde es deutlicher machen!“

veröffentlicht am 06.02.2011 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 08:41 Uhr

Hier darf „Waldi“ sein „Geschäft“ nicht mehr verrichten – sonst zahlt der Halter 5 000 Euro.  Foto

Autor:

Edda Dreyer
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„Die Hunde haben ja häufig gar keine Schuld, es sind die Zweibeiner, die nicht darauf achten, wo sich ihr Tier hinsetzt“, ist Meyer ärgerlich über die Hundebesitzer, beziehungsweise diejenigen, die mit den Tieren Gassi gehen. Allen Grund über Hundehaufen zu klagen hat auch Küsterin Bärbel Lange. Sie ist es nämlich, die regelmäßig schaufelweise den Dreck von den Rasenflächen rund um die Haller Kirche, dem Gemeindesaal und dem Pfarrhaus wegräumt. „Sogar auf dem kleinen Parkplatz liegen die Haufen“, schimpft die Küsterin.

Pastorin Katrin Frölich hat veranlasst, dass jetzt ein Schild an der Kirche aufgestellt wurde, das darauf hinweist, dass in diesem Bereich Kinder spielen und somit Hundehaufen unerwünscht sind. „Unsere Konfirmanden verbringen die Pausen auf diesen Flächen“, erläutert die Pastorin, dass die Kinder kaum frei umherlaufen können, ohne Gefahr zu laufen, in Hundedreck zu treten. Küsterin Lange wollte schon kleine Fähnchen in jeden Haufen stecken. „Das hätte ganz sicher ein buntes Bild gegeben“, ist sie überzeugt, denn Haufen zum Fähnchensetzen wären reichlich vorhanden. „Es ist eine Zumutung für unsere Küsterin, täglich aufs Neue den Hundedreck zu entsorgen“, so die Pastorin. Sie appelliert an alle Hundebesitzer, entsprechende Tüten mitzuführen und die Hinterlassenschaften ihrer Tiere dann ordnungsgemäß zu entsorgen. „Außerdem sind es von unserem Kirchweg bis zur Feldmark nur rund 600 Meter“, schlägt Katrin Frölich einen problemlosen Weg zum Hundeausführen vor.

Auf dem Fußweg zwischen Sportplatzstraße und Kaiserstraße sind es die Gemeindearbeiter, die von Hermann Meyer die Anweisung erhalten haben, diesen Fußweg von Hundeschmutz zu säubern. „Dieser Weg ist Kindergarten- und Schulweg und wird von allen Einwohnern sehr viel genutzt“, so Meyer. Er findet es sehr schade, dass seine schriftlichen Ermahnungen in den letzten Jahren kaum beachtet wurden, und kündigt jetzt an, härter gegen diese Ordnungswidrigkeiten vorzugehen. Denn um diese handelt es sich. In der Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle ist unter Paragraf 6 - Tierhaltung - zu lesen, dass Hunde innerhalb bebauter Ortsteile auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen nur angeleint ausgeführt werden dürfen. Außerhalb bebauter Ortsteile darf Hunden ohne Aufsicht kein Freilauf gewährt werden. Weiter heißt es: Hundehalter, oder die mit der Führung beauftragten Personen sind verpflichtet, darauf zu achten, dass ihre Tiere öffentliche Anlagen und Straßen nicht verunreinigen.

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Hundekot ist unverzüglich zu beseitigen. Der Paragraf 8 sagt aus, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Geboten und Verboten dieser Verordnung zuwiderhandelt, der kann mit einer Geldbuße bis zu 5 000 Euro geahndet werden. „Wir werden erst mahnen, und wenn das nicht hilft, auf diese Verordnung zurückgreifen“, macht der Bürgermeister deutlich, dass es jetzt ernst wird für Hundebesitzer.

Küsterin Bärbel Lange entfernt täglich den Hundedreck rund um die Haller Kirche.

Pastorin Katrin Frölich ärgert sich über die „Tretminen“ auf dem Rasen der Kirche.



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