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Joachim Lienig (SPD) und Friedrich-Wilhelm Schmidt (CDU) gehen am Sonntag in die Stichwahl

Das Duell – zwei Kandidaten und ihre Ziele

Bodenwerder-Polle (fhm). Zwei Kandidaten stehen am Sonntag in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle zur Wahl. In der Stichwahl können sich die Bürger zwischen Joachim Lienig (SPD) und Friedrich-Wilhelm Schmidt (CDU) entscheiden, wer neuer Samtgemeindebürgermeister werden soll. Die beiden hatten bei der ersten Wahl am 11. April die meisten Stimmen auf sich vereinigt, aber keine absolute Mehrheit errungen. Joachim Lienig kam auf 3095 Stimmen (44,37 Prozent), Friedrich-Wilhelm Schmidt auf 2129 Stimmen (30,52 Prozent). Vor der alles entscheidenden Stichwahl erklären die beiden Bewerber, wie sie sich ihre mögliche Arbeit als Bürgermeister der Samtgemeinde vorstellen und welche Schwerpunkte sie setzen wollen. „Ich werde als Erstes das Gespräch mit den Investoren des Ostufers suchen“, nennt Joachim Lienig seine erste Amtshandlung. Friedrich-Wilhelm Schmidt will die Bediensteten der neuen Samtgemeindeverwaltung umgehend zu einer Mitarbeiterversammlung einladen, „damit ich erfahre, welche Erwartungen die Mitarbeiter mit der neuen Verwaltung verbinden“. Schmidt will seine Erwartungen und Ziele formulieren und sich als „einen fairen und kritikfähigen, aber auch geradlinig-konsequenten Vorgesetzten vorstellen“. In der Versammlung werde er deutlich machen, dass zur Bewältigung der großen Herausforderungen in dieser schwierigen Zeit das Engagement und die Kompetenz eines jeden Mitarbeiters gebraucht würden, da mit der Umsetzung der Fusion die eigentliche Arbeit erst beginne.

veröffentlicht am 21.04.2010 um 19:43 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:21 Uhr

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Klare Vorstellungen über ihren zukünftigen Arbeitsplatz haben beide Bewerber. „Wie im von allen Mitgliedsgemeinden unterschriebenen Vertrag geregelt, wird mein Arbeitsplatz im Rathaus in Bodenwerder sein. Selbstverständlich werde ich auch regelmäßig das Rathaus mit dem Bürgerbüro in Polle aufsuchen“, sagt Joachim Lienig.

Aufgrund der Größenordnung der Grundzentren werde sein Büro im Rathaus in Bodenwerder sein, erklärt Schmidt. „Meine mir selbst auferlegte Präsenzpflicht im Raum Polle wird die Erwartungen der Menschen sicher erfüllen. Es liegt mir sehr viel daran, ein Wir-Gefühl für die neue Samtgemeinde Bodenwerder-Polle zu schaffen.“

In den ersten Wochen der Amtszeit will Lienig den Schwerpunkt darauf legen, den Vollzug der Zusammenlegung der Verwaltungen sicherzustellen. Schmidt will mit allen Fraktionen durch eine transparente und für alle gleichermaßen vollständige Informationspolitik den Konsens suchen, damit es in den Diskussionen zu möglichst einvernehmlichen Sachentscheidungen kommt. „Populismus und parteitaktische Manöver können wir uns in dieser schwierigen Finanzsituation auf kommunaler Ebene nicht leisten.“ Nach Vorliegen der Steuerschätzung im Mai sollen die Einnahmepositionen des Haushaltes überprüft und korrigiert werden. Alle Ausgaben seien einer Prüfung zu unterziehen. Ziel sei die Minimierung der Ausgaben, damit die Mitgliedsgemeinden entlastet werden.

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Für die Zusammenarbeit mit dem Samtgemeinderat hat Lienig klare Vorstellungen: „Wie bereits in der Vergangenheit praktiziert, werde ich die bewährte enge Abstimmung mit den Fraktionen im Vorfeld der Beratungen beibehalten.“ Schmidt gehört dem Samtgemeinderat Bodenwerder seit vielen Jahren an und besitzt daher einen sehr großen Erfahrungsschatz. „Mir sind die meisten Personen, die Abläufe und die Strukturen dieser kommunalen Ratsarbeit bekannt.“ Auch er stehe in den verschiedenen Sachbereichen, insbesondere bei den Finanzen, durch seine lange Ratstätigkeit und seinen Beruf als Bankkaufmann sehr gut im Thema. Beide Kandidaten haben sich Gedanken darüber gemacht, wie sie die Samtgemeinde Bodenwerder in zehn Jahren sehen. „Es muss uns gemeinsam gelingen, die Region durch verbesserte Strukturen von Wirtschaft und Tourismus sowie Ausbau der Infrastruktur attraktiver zu gestalten, damit die Abwanderung von jungen Menschen gestoppt wird“, sagt Lienig. „Es soll und muss sich auch weiterhin lohnen, hier bei uns zu leben und zu arbeiten.“

Der erste Schritt der Fusion sei gemacht, um zukünftig „schlanker“ und kostengünstiger handeln zu können, erklärt Schmidt. Dadurch erarbeitete finanzielle Handlungsspielräume müssten in zukunftsorientierte Investitionen umgewandelt werden. Der Erhalt der heimischen Wirtschaftsbetriebe in der Samtgemeinde, der Ausbau des Tourismus in der Region sowie der Erhalt der hohen Lebensqualität für die hier lebenden Menschen in einer intakten Natur spielten für ihn eine entscheidende Rolle. „Es muss uns gelingen, die Abwanderung der jungen Menschen zu stoppen.“

Das große Zählen: Die Samtgemeindebürgermeisterwahl am 11. April brachte noch keine Entscheidung – am Sonntag, dem 25. April, geht es nun in die Stichwahl.

Fotos: nls

Kontrahenten in der Stichwahl am kommenden Sonntag: Der Sozialdemokrat Joachim Lienig (li.) und Friedrich-Wilhelm Schmidt (CDU).



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