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60 Jahre Landjugend Ottenstein – viele fühlen sich der guten Gemeinschaft verbunden

„Darauf können wir stolz sein“

Ottenstein. Der tosende Applaus für die soeben mit Blumen geehrten Gründungsmitglieder ist noch nicht verebbt, da legt Gerhard Wilke den Arm um die Schulter seiner einstigen Vorstandskollegin Brigitte Keuneke. „Es war unsere Brigitte, die 1952 den Bändertanz aus ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern auf die Hochebene gebracht hat“, ruft der erste Kassenführer der Landjugend Ottenstein ins große Publikum. „Ich kam im Rahmen der Familienzusammenführung hierher“, erzählt Brigitte Keuneke, die damals noch Masche hieß und von 1954 bis 1956 mit am Vorstandstisch saß. „Wir haben den Bändertanz in flotterem Tempo und mit mehr Figuren getanzt“, erinnert sie sich. „Aber die heutige Version ist auch sehr hübsch.“

veröffentlicht am 07.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Aus Kleinenberg ist Brigitte Keuneke vorgestern nach Ottenstein gekommen, um mit vielen Weggefährten von einst das 60-jährige Bestehen der Landjugend Ottenstein zu feiern. Wie viele hier gehört sie – weil dem Jugendalter entwachsen – schon lange nicht mehr als Aktive dazu. Sie fühlt sich dennoch der Gemeinschaft auch nach Jahrzehnten eng verbunden. Aus ihrer Handtasche holt sie den Zeitungsartikel, der zum 50. Geburtstag in der Dewezet erschienen war. „Solche Berichte hebt man doch auf“, lächelt sie und schickt sich an, mit ihrer Nachbarin Erinnerungen an eine Zeit auszutauschen, als Ottenstein noch ein Bauerndorf war.

Als sich am Nachmittag die festlich geschmückten Traktoren zum nostalgischen Umzug formieren, verpassen Timo Pinkert und Lukas Schmidt der Erntekrone die letzten bunten Bänder – und vorsichtshalber eine Regenhaube aus Plastik. Die jungen Frauen in Tracht haben Schirme dabei. Dann bleibt es aber doch trocken. Ganz so alt wie die Ottensteiner Landjugend ist zwar keiner der Trecker, aber seit Jahrzehnten leisten fast alle von ihnen treue Dienste auf Äckern, Wiesen oder im Wald. Angehängt haben die „Oldies“ Gerätschaften, die der Agrarwirt von heute längst ausgemustert hat. Und dass Landwirtschaft selbst auf dem Dorf hin und wieder zu Konflikten führt, macht ein Banner deutlich: „Wenn es auch mal stinkt – Fleisch und Milch gelingt.“

Unter den gut 100-jährigen Linden auf dem Schulhof führen sechs Paare den traditionellen Bändertanz vor und ernten tosenden Applaus. Zum Festprogramm geht es in die Turnhalle. „Danke, dass ihr alle bei den Vorbereitungen geholfen habt. Zum Schluss wurde die Zeit knapp, aber alles hat geklappt“, bedanken sich Lukas Schmidt und Annika Blachowski bei den Helfern und Sponsoren. Vorstandskollegin Friederike Beermann übernimmt die Ehrung der Gründungsmitglieder. „Ohne euch würde es diesen Tag nicht geben“, dankt sie und liest die Namen der Gründer vor: Luise Scharpenberg, Käthe Fuchs, Brigitte Masche, Thea Dormann, Ilse Dormann, Erika Siegmann, Margerate Meyer, Ellgard Büße, Ingrid Düe und Siegrid Schütte, Herbert Schomburg, Günter Lorenz, Friedrich Ostermann, Günter Scharpenberg, Reinhard Wilke, Eberhard Zapel, Werner Biermann, Heinz Scharpenberg, Gerhard Wilke, Herbert Rühmann, Hermann Schäfer, Helmut Oerke, Friedrich Schomburg, August Siegmann, Werner Schäfer, Rolf Kiel und Walter Ostermann.

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Timo Pinkert und Lukas Schmidt schützen die Erntekrone.

„Mein Herz ist voller Worte und voller Dankbarkeit“, eröffnet Bürgermeister Manfred Weiner, selbst Landjugend-Vorsitzender von 1963 bis 1966, sein Grußwort. „Was für ein Glück, dass sich vor sechs Jahrzehnten eine so gute Gemeinschaft gegründet hat, die bis heute Bestand hat. Auf so eine aktive Landjugendgruppe können wir stolz sein.“

In musikalischer Form gratulieren der Frauenchor „Ad libitum“ und der MGV „Concordia“, die Zumba-Gruppe bringt Tempo und Bewegung mit. Und die Band „Dolce Vita“ sorgt mit Tanz- und Partymusik für Stimmung bis in den Morgen.

Unangefochtene „Stars“ aber sind die Landjugend-Tänzerinnen und -Tänzer. Auch die „Ü 30-Ü 50-Tänzer“ haben ihre Schrittfolgen nicht vergessen: Sie präsentieren am Abend den „Sonderburger“ so souverän, als hätten sie mit dem Üben nie aufgehört.

Wie gesagt: Einmal vom Landjugend-Virus infiziert, bleibt man es lebenslang – jedenfalls in Ottenstein.



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