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Dann eben Eier von glücklichen Hühnern

Pegestorf / Kirchbrak (ll). Dioxin in Eiern und belastetes Geflügelfleisch verunsichern die Verbraucher. Seit Dienstag steht fest: Mit Dioxin belastetes Schweinefleisch ist ebenfalls in den Handel gekommen. Der aktuelle Lebensmittel-Skandal hat die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten verstärkt. Aber können Verbraucher hier sicher sein, unbelastete Produkte zu bekommen?

veröffentlicht am 13.01.2011 um 06:01 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 09:21 Uhr

Bio
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Pegestorf / Kirchbrak (ll). Dioxin in Eiern und belastetes Geflügelfleisch verunsichern die Verbraucher. Seit Dienstag steht fest: Mit Dioxin belastetes Schweinefleisch ist ebenfalls in den Handel gekommen. Der aktuelle Lebensmittel-Skandal hat die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten verstärkt. Aber können Verbraucher hier sicher sein, unbelastete Produkte zu bekommen?

Auf dem Biohof Bossow in Pegestorf herrscht derzeit Hochbetrieb: Rund 300 Legehennen sind gerade zu Suppenhühnern verarbeitet worden. Das Futter für die Hühner, die gut anderthalb Jahre lang Eier für den Verkauf in dem Bossowschen Hofladen gelegt haben, wird auf dem Biohof selbst hergestellt: Weizen und Erbsen bilden den größten Anteil darin und werden selbst angebaut.

Geschlossene Betriebskreisläufe gehören zum Leitbild des Pegestorfer Betriebs. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. „Die Tiere werden mit betreibseigenen Futtermitteln ernährt“, sagt Romi Bossow. Denn auf den Ackerflächen der Bossows werden neben Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt.

Allein die fetthaltige Vormischung des Hühnerfutters kommt von einem anderen Hersteller. Dieser Zulieferbetrieb, der Meyerhof zu Bakum aus Melle, hat den Pegestorfer Landwirten aber aufgrund des aktuellen Skandals die Unbedenklichkeit des vorgemischten Futterzusatzes schriftlich bescheinigt. Weder Fett von dem ins Schlaglicht geratenen Futterfetthersteller aus Schleswig-Holstein noch Ware aus den Niederlanden seien demnach bezogen worden. Und: Im Bio-Bereich sind derartige Mischfette grundsätzlich nicht erlaubt, sondern lediglich reine Pflanzenöle, so Geschäftsführer Rudolf Joost-Meyer zu Bakum.

Aber auch vor der Bio-Branche machen Lebensmittel-Skandale nicht Halt: Vor knapp einem Jahr war mit Dioxinen verunreinigter Bio-Mais aus der Ukraine entdeckt worden. Rund drei Dutzend Höfe, vor allem Bio-Eier-Erzeuger, waren damals in Deutschland betroffen. Letztendlich spielt auch hier der Preis und die Wirtschaftlichkeit der Produktion eine große Rolle.
Den Zwang zur Wirtschaftlichkeit eines Landwirtschaftsbetriebs, egal, ob konventionell oder Bio, will Barbara Vogler vom Voglerhof in Kirchbrak dennoch nicht anprangern. „Es kann nicht sein, dass man den Bauern vorwirft, nach betriebswirtschaftlichen Kriterien zu arbeiten“, sagt sie. Wer nicht die Kosten im Auge behält, werde über kurz oder lang pleitegehen. „Dass sich Futtermittelhändler im kriminellen Bereich bewegen, ist eine Katastrophe“, meint die Diplom-Landwirtin Vogler. Diesen Umstand den Bauern anzulasten, sei falsch, sagt Vogler, denn die wüssten im Vorfeld meist nichts von ihrem Glück, wenn urplötzlich ihre Betriebe gesperrt würden.



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