weather-image
Stürmischer Infoabend in Ottenstein

Bürgerpark weht heftiger Wind entgegen

Ottenstein. Noch mehr Windkraftanlagen auf der Ottensteiner Hochebene? Der Eco Weser Energie GmbH aus Emmerthal wehte am Mittwoch bei einer Informationsveranstaltung zu einem geplanten Bürgerwindpark ein stürmisches „Nein“ entgegen.

veröffentlicht am 28.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:41 Uhr

Autor:

Thorsten Sienk
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nicht zuletzt führte das monatelange ungeschickte „Drähteziehen“ hinter den Kulissen zu erhitzten Gemütern im Gasthaus Hahn. Statt Nutzungsverträge an mehr als 100 Grundstückeigentümer zu verschicken, wurden wichtige Hausaufgaben im Vorfeld der Bürgerinfo offenbar nicht oder nur dilettantisch erledigt.

Die Fakten: Nach Auskunft von Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner gibt es auf der Hochebene bereits knapp 30 Windkraftanlagen. Ottenstein hat in seiner im Jahr 2006 fertiggestellten Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung gemeinsam mit elf weiteren Orten zudem festgelegt, dass keine neuen Anlagen hinzu kommen sollen. „Die Beschlüsse stehen“, sagte Weiner gestern auf Anfrage.

Von „15 bis 20 Rädern“ sprach Rainer Sagawe, Geschäftsführer der Eco Weser Energie GmbH, in dem mit mehr als 100 Interessierten voll besetzten Saal des Gasthaus Hahn.

Die nach seiner Aussage jeweils rund drei Millionen Euro teuren Anlagen mit einer Nennleistung von zwei Megawatt wären ein Beitrag zum Klimaschutz. Auf Sonne und Wind gäbe es kein Monopol, zog Sagawe den Rahmen und präsentierte den Besuchern auch schon konkrete Flächen – ungeachtet fehlender Flächennutzungspläne oder den nicht unerheblichen Auflagen aus der Naturschutzbereich.

„Ich verstehe es nicht, dass mit uns keiner im Vorfeld gesprochen hat“, kommentierte ein Mitarbeiter des Landkreises Holzminden am Rande der Veranstaltung kopfschüttelnd.

Manfred Weiner sprach gegenüber der Dewezet von einer gewissen „Empörung“, die sich durch seine Gemeinde ziehe. Diese resultiere nicht zuletzt daraus, dass im Vorfeld vom Katasteramt Grundstücksdaten beschafft wurden, um Vorverträge zu verschicken. „Hier wurde eine Dorf in helle Aufregung versetzt“, fasste Weiner nach dem Vortrag von Rainer Sagawe zusammen. „Sie haben das Pferd von hinten aufgezäumt. Ich gebe Ihnen mit auf den Weg, dass es hier zurzeit keine weiteren Windkraftanlagen geben wird“, unterstrich Weiner.

Rainer Sagawe räumte ein, dass der Beschluss zur Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung im Jahr 2006 gerechtfertigt sei, angesichts des dramatischen Klimawandels aber sicher zu überdenken ist. „Das ist Angstmacherei – pfui!“, rief ein aufgebrachter Bürger in den Saal.

Wesentlich sachlicher verlief der Vortrag von Ralf Hecker vom Windkraftanlagenbauer Enercon aus Aurich. Hecker vermittelte die Technik der Zwei-Megawatt-Maschinen und verwies auf eine Reihe von Innovationen, die bei heutigen Windrädern etwa die Geräuschbelastung erheblich reduziert haben. Der Hochebene bescheinigt der Diplom-Wirtschaftsingenieur, der seit 1996 in der Branche arbeitet, gegenüber der Dewezet gute Winderträge – den geplanten Bürgerpark hingegen räumt er angesichts des Veranstaltungsverlaufes keine Chancen ein.

Der Trend gehe dabei auch aktuell weniger dahin, neue Parks zu bauen, als vielmehr Lücken zu schließen oder Flächen zu erweitern.

Mehr als 100 Interessierte besuchen die Infoveranstaltung.

Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner ist sich sicher: „Ich gebe Ihnen mit auf den Weg, dass es hier zurzeit keine weiteren Windkraftanlagen geben wird.“

Fotos: ts



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt