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Nach Beschwerden aus der Bevölkerung: Städtische Bauhof bietet Himmelstürmenden Bäumen Einhalt

Bubikopf-Schnitt für die Linden

Bodenwerder. Der Unmut aus Kreisen der Bevölkerung, von Hausbesitzern, Geschäftsleuten und Passanten war in der vergangenen Vegetationsperiode immer stärker geworden. Der Grund: die 30 Linden in Bodenwerders Fußgängerzone. Sie wurden jetzt gestutzt.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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In den 1990er Jahren beim Umbau der Großen Straße zur Fußgängerzone als innerstädtisches Grün gepflanzt, waren die Bäume mit den Jahren so groß geworden, dass sie Fenster und Fassaden beschatteten; und mehr noch: Blattläuse lassen im Frühjahr und Sommer ihr klebriges Sekret aus dem Laubwerk tröpfeln. Und das wiederum versaut die darunter stehenden Sitzmöglichkeiten und das Straßenpflaster. „Die Linden müssen weg“, hallte Volkes Stimme in diesem Sommer bis in das Rathaus der Münchhausenstadt.

Und fand dort Gehör: In seiner September-Sitzung sprach sich der Bauausschuss der Stadt Bodenwerder einstimmig dafür aus, den Linden in der Innenstadt einen Kronen-Formschnitt zu verpassen. Eine gänzliche Fällung und eine Neuanpflanzung kleinerer Bäume wurde abgelehnt.

Gestern folgte auf ratsherrlichen Beschluss die prompte Umsetzung durch die Verwaltung: Mitarbeiter des städtischen Bauhofes rückten mit einem Hubwagen an und den Linden mit einer Motorsäge zu Leibe. Thomas Steffe vom Bauamt der Stadt erklärt, dass die Schnittarbeiten in der Großen Straße jetzt nach dem Laubfall von Bauhof-Mitarbeitern durchgeführt werden, die zuvor von Gartenspezialisten fachlich eingewiesen worden sind: „Den Bäumen wird kein Schaden durch den Kronenschnitt zugefügt. Sie schlagen im kommenden Frühjahr wieder aus und bilden niedrigere kugelige Kronen“, versichert Steffe. Die Maßnahme soll in Zukunft bei Bedarf jährlich wiederholt werden, sodass die Linden künftig die 5-Meter-Marke nicht mehr überschreiten. Ungeschnitten können Linden mit den Jahren eine Höhe von bis zu 30 Meter erreichen. Wie Steffe versichert, habe man durch die Ausführung der Schnittarbeiten durch städtische Mitarbeiter eine „kostengünstige Lösung“ für die Beseitigung des Ärgernisses gefunden. Eine Erledigung der Arbeiten durch eine Gartenbau-Fachfirma wäre um einiges teurer geworden, ist sich der Fachbereichsleiter sicher.

Sehr zufrieden mit der schnellen Reaktion ist die Werbegemeinschaft Bodenwerder. „Es ist einfach schön zu sehen, wie motiviert die Stadt Wünsche der Bevölkerung und der Geschäftsinhaber umsetzt“, freut sich Michael Reich, Sprecher der Werbegemeinschaft: Für den Einzelhandel sei es wichtig, dass die Innenstadt sauber und gepflegt sei, und Kunden und Besucher diesen Eindruck mit nach Hause nähmen. Und dazu trügen die nun gepflegten Linden sicher bei.

Linden bestimmen übrigens das Bild der Großen Straße seit 1860, also seit rund 150 Jahren. Sie standen damals jedoch nicht neben den Häusern, sondern in der Mitte des Marktplatzes. Auch heute werden Linden gern als städtisches Straßenbegleitgrün angepflanzt, denn sie sind recht widerstandsfähig gegen Streusalz, Hunde-Urin und schlechte Stadtluft. Das Blattlausproblem dürfte im kommenden Jahr ungünstigenfalls aber auch bei kronenrasierten Linden erhalten bleiben. Denn sollte es wieder einen milden Winter ohne größere Frostperioden geben, dürften die Läuse ihren Honigtau weiter aus den Kronen rieseln lassen; nur dass diese dann nicht mehr so ausladend sind.



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