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Bericht über Forstwirtschaftsjahr 2014 im Stadtwald Bodenwerder dem Umweltausschuss vorgelegt

Brennholz wird immer knapper

Bodenwerder. Der steigende Trend zum Brennholz als Heizmaterial hat sich im abgelaufenen Forstwirtschaftsjahr auch im Stadtforst Bodenwerder bemerkbar gemacht: Mit 41 Prozent des Holzertrages aus dem Jahr 2014 hat Holz für private Heizzwecke den Stammholzsektor überflügelt. Das machte jetzt der den Bodenwederschen Stadtwald betreuende Forstamtmann Dieter Scholz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Mitgliedern des städtischen Bau- und Umweltausschusses im Dorfgemeinschaftshaus Linse deutlich. Durch die gestiegene Brennholznachfrage seien zudem die Preise in diesem Sektor so stark angestiegen, dass auch Industrieholz für die Spanplatten- und Zellstoffproduktion merklich teurer geworden sei: Hier, so Scholz, habe sich der Preis in den vergangenen fünf Jahren mit rund 50 Euro pro Festmeter verdoppelt. Die Folge: Die Abnahme von Industrieholz aus heimischen Beständen geht merklich zurück.

veröffentlicht am 28.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Henry Griesefell
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Insgesamt 932 Festmeter Holz sind 2014 im Stadtforst Bodenwerder eingeschlagen worden. Damit, so der Bezirksförster, seien die Möglichkeiten der Holzgewinnung zu 99 Prozent erfüllt. Gewonnen wurde zu nahezu 100 Prozent Laubholz mit den Hauptbaumarten Buche, Esche, Eiche und Bergahorn. Nadelbaumarten kommen im Stadtforst nur verschwindend gering am Hopfenberg vor, erklärte Scholz.

Während das Stammholz überwiegend an ein Sägewerk nach Dassel geht, wird das Brennholz an private und gewerbliche Abnehmer vergeben. Sie suchen sich das Schwachholz selbst, schlagen es und fahren es selbst ab. Für diese „Selbstwerber“, so der forstliche Fachbegriff, gelten laut Bezirksförster Scholz strenge Sicherheitsauflagen: So muss beispielsweise ein „Sägeführerschein“ für den Einsatz der Motorsäge vorgelegt werden. Für die Selbstwerber hat diese Beschaffungsweise den Vorteil, dass keine externen Lohnkosten auf ihren Holzpreis angerechnet werden. Außerdem können sie das Holz umgehend abfahren und so Holzdiebstahl verhindern. Denn diese Straftat nimmt laut Scholz ständig zu.

Für den Stadtforst Bodenwerder entsteht durch die Selbstwerbung der Vorteil, dass die jüngeren Bestände gelichtet werden. „Denn es gibt nicht mehr wie bisher Fördermittel für die Bestandspflege“, erklärt Dieter Scholz. Dennoch kündigt der Stadtforst-Betreuer an, dass man wegen der großen Nachfrage keine Brennholz-Neukunden mehr annehmen könne. Reiheholz-Berechtigten aus Bodenwerder, die in der vergangenen Hiebperiode rund 100 Festmeter Holz abnahmen, ist ihr Deputat jedoch traditionell sicher.

Holzernte ist in Bodenwerders Stadtwald wieder im ersten Halbjahr. Im kommenden Jahr sollen oberhalb des Sedanplatzes die Motorsägen heulen. Der Holzabsatz, so der Stadtforstbetreuer, ist auch 2015 gesichert: Brennholzkunden haben überwiegend ihre Mengen bereits angemeldet, die Holzvermarktung an gewerbliche Kunden ist größtenteils schon vertraglich fixiert. Scholz: „Die Vermarktung macht derzeit aufgrund des freundlichen Preisniveaus keine Probleme.“

Probleme macht dem Amtmann in Bodenwerders Forst derzeit jedoch das fortschreitende Eschensterben, von dem Bestände jeden Alters betroffen sind. Scholz: „Seit 2006 ist der Pilz, der diese Baumkrankheit verursacht, in ganz Europa auf dem Vormarsch. Und es gibt bislang kein Bekämpfungsmittel.“

Besonderer Wert wird im Stadtforst übrigens auf ökologisch nachhaltige Holzerzeugung gelegt. Deshalb wird bei Durchforstungen ein hoher Totholzanteil in den Beständen gelassen – „deutlich mehr, als es die selbst auferlegten PEFC-Zertifizierungsstandards vorschreiben“, sagt Scholz. Für die Sicherheit von Erholungssuchenden total aufgeräumt werden müsse der Wald aus Haftungsgründen nur an Wanderwegen und Parkplätzen.



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