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Wolfhard Draheims Fotojagd beweist: In der Neustadt sagen sich nicht nur Fuchs und Hase „Gute Nacht“

Bodenwerders wilder Osten

Bodenwerder (joa). Wildschweine und Füchse in Deutschlands Großstädten sorgen bereits seit geraumer Zeit für Schlagzeilen. Den Beweis dafür, dass aber auch in den Wohngebieten in Bodenwerders Neustadt am Voglerhang ein reger Wildwechsel herrscht, hat jetzt Wolfhard Draheim erbracht – zumindest für seinen Hausgarten am Habichtsweg 3.

veröffentlicht am 03.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:38 Uhr

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Der 79-jährige Senior, der sein Haus hoch über Bodenwerders Ostufer bereits seit 40 Jahren bewohnt, ist einer der letzten, der in seinem Garten hinterm Haus noch traditionell Ostbäume und Beerensträucher pflegt: Mehrere Kirschbäume stehen da, Kulturheidelbeeren und Himbeeren setzen Früchte an. Über mehrere Ernteperioden hatte Draheim aber beobachtet, dass vor allem seine Kirschen nach dem Reifen immer weniger wurden. Da er weniger davon ausging, dass menschliche Diebe ihm seine Ernte streitig machten, tippte er auf tierische Erntehelfer, die nachts zuschlugen.

Der ehemalige Maschinenbauer suchte nach einer technischen Lösung für die offene Frage und schaffte eine automatische Wildkamera mit Infrarot-Blitz und ein Gerät an, das, sobald ein Tier in seinen Sensor-Bereich kommt, einen Ultrafrequenz-Ton ausstößt. Und diese beiden Geräte sind seit April des Jahres Wolfhard Draheims nächtliche Jagdausrüstung, deren Ausbeute er allmorgendlich per Mikrochip kontrolliert.

Und der Elektronik-Jäger vom Habichtsweg hat nicht schlecht gestaunt, als er auf dem PC-Bildschirm feststellte, was sich – zumeist nach Mitternacht – in den vergangenen vier Monaten in seinem Hausgarten herumgetrieben hat: Waschbären und Marder tauchen da bald in jeder Nacht und gleich in ganzen Familienverbänden auf, klettern auf die Kirschbäume und plündern die Ernte. Was auf den Rasen unter die Bäume fällt, wird aufgesammelt. Und was Waschbär & Co übersehen, sammeln anschließend Füchse auf, die auch dafür verantwortlich sind, dass Draheims Komposthaufen morgens regelmäßig umgewühlt ist. Die Wildkamera hat hier Füchse und Waschbären als Täter überführt. „Vermutlich suchen die nach Maden und Engerlingen“, kombiniert Wolfhard Draheim.

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  • Waschbären erklimmen den Kirschbaum.

Und der Senior ist überrascht über den nächtlichen Wildreichtum auf seinem Grundstück. Obwohl: Rehe haben in der Dämmerung immer schon hinter dem Haus gestanden. „Die haben mir komischerweise immer nur die roten Rosen abgefressen“, berichtet der Kamera-Jäger. Und Wildkaninchen habe es früher auch immer massenhaft am Habichtsweg gegeben. „Doch die sind weg. Und daran sind jetzt wohl die vielen Marder schuld“, mutmaßt Draheim.

Allmorgendlich holt Wofhard Draheim den Speicherchip aus seiner Wildkamera und sichert am PC die nächtliche Jagd-Ausbeute (li.).

Gleich zu mehreren Exemplaren streifen Marder durch den Garten (unten).

joa (1), Draheim (3)



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