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Verkauf fast abgeschlossen

Bodenwerders Pfarrhaus auf dem Weg zum Kulturzentrum

BODENWERDER. Der Verkauf von Bodenwerders Pfarrhaus „ist soweit abgewickelt“, bestätigt Christiane Sahm, Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Bodenwerder-Kemnade. „Wir warten täglich darauf, dass noch die Genehmigung der Landeskirche kommt.“

veröffentlicht am 12.11.2017 um 17:30 Uhr

In dem Pfarrhaus möchte Künstler Rudolf Draheim in Zukunft Sammlungen aus verschiedenen kulturellen Bereichen zeigen. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Wie berichtet trennt sich die evangelische Kirchengemeinde von dem historischen Gebäude. Allerdings „schweren Herzens“, wie Sahm bereits im Gespräch mit unserer Zeitung betonte. Käufer ist die Kunst und Kultur GmbH aus Potsdam, die mit Künstler Rudolf Draheim verbunden ist. Dieser hat für das Pfarrhaus bereits viele Vorstellungen und Pläne.

Rückblick: Das Ende des Gebäudes im Besitz der Kirchengemeinde zeichnete sich ab, nachdem die damaligen Mieter das Obergeschoss verließen. Die Räume waren an eine Familie vermietet. An eine erneute Vermietung war allerdings wegen des Sanierungsstaus und baurechtlicher Auflagen nicht zu denken und ein Umbau für die Kirchengemeinde zu kostspielig. Die Entscheidung, sich vom Pfarrhaus zu trennen, bringt es auch mit sich, dass Bodenwerders Tafel derzeit noch nach einem neuen Domizil in der Stadt auf der Suche ist. Bisher ist sie in einem Anbau des Pfarrhauses untergebracht.

Doch der Verkauf birgt auch Potenziale für Bodenwerder. Der Komplex um das Pfarrhaus und die benachbarte Gertrudis-Kapelle soll zu einem Kunst- und Kulturzentrum werden. Das Pfarrhaus möchte Rudolf Draheim zu einem Museum auf „weitestgehend internationalem Niveau“ herrichten, um dort Sammlungen zu zeigen. Diese müssten nicht nur aus gemalter Kunst bestehen. Es könne sich auch um Designausstellungen, Mode, Grafik oder Religion handeln, beschreibt Draheim seine Vorstellung. Ebenso kommen ihm Diskussionsrunden über naturwissenschaftliche, religiöse oder philosophische Themen in den Sinn.

In diesen neuen Kulturpunkt mit Nähe zum Baron von Münchhausen durch Museum und Geburtshaus würde auch die angrenzende Gertrudis-Kapelle passen. Draheim möchte sie wieder aufschließen für Kleinkonzerte, ein internationales Religionsmuseum oder auch einen Meditationsraum. Die Gertrudis-Kapelle gehört nicht der Kirchengemeinde, sondern der Stadt Bodenwerder. An einer generellen Nachnutzung der Kapelle signalisiert die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung Interesse, ohne jedoch konkret zu werden. Ein Wunsch von Draheim wäre es, wenn gegen Ende des nächsten Jahres bereits die erste Ausstellung im Pfarrhaus stattfinden könnte. Den Auftakt würde der Künstler selbst machen. Draheim ist ein international renommierter abstrakter Maler mit Verbindung zur Münchhausenstadt, in der er aufgewachsen ist. Einige Monate im Jahr verbringt er bereits in Hohe in seiner „Atelierkate Magda“.

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