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Landes-SPD strebt für 2018 Gebührenfreiheit an / Stadt und Kirche als Träger legen Zahlen vor

Bodenwerders Kitas bald gratis?

BODENWERDER. Und für die Sozialdemokraten hat der Wahlkampf schon begonnen: Die von der SPD geführte Landesregierung ist bereits mit einem für Eltern lukrativen Wahlversprechen an die Öffentlichkeit getreten: Sie will die Elternbeiträge für Kinderbetreuung in Kita komplett abschaffen. Die hiesige Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt begrüßt diese Initiative.

veröffentlicht am 26.01.2017 um 16:07 Uhr

Der städtische Kindergarten am Ahornweg wird derzeit jährlich mit 90 000 Euro durch Eltern-Beiträge finanziert. Foto: wfx
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Henry Griesefell Reporter
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Am 14. Januar 2018 in der Zeit von 8 bis 18 Uhr wird der Niedersächsische Landtag für die 18. Wahlperiode gewählt. Und für die Sozialdemokraten hat der Wahlkampf schon begonnen: Die von der SPD geführte Landesregierung ist bereits mit einem für Eltern lukrativen Wahlversprechen an die Öffentlichkeit getreten: Sie will die Elternbeiträge für Kinderbetreuung in Kita komplett abschaffen. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil gemeinsam mit der SPD-Fraktionsvorsitzenden Johanne Modder bekanntgegeben. Und die hiesige Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt begrüßt diese Initiative: „Die SPD steht für kostenfreie Bildung in Niedersachsen, von der Kita bis zur Hochschule. Nachdem wir bereits in der laufenden Legislaturperiode große Anstrengungen unternommen haben, um die Qualität der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen zu verbessern, ist die stufenweise Abschaffung der Kita-Gebühren ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg.“

In Bodenwerders Kämmerei hat man diese Perspektive mit Blick auf die derzeitigen Zahlen durchaus mit Interesse wahrgenommen. Und Kämmerer Michael Helmig nennt entsprechende Zahlen: So sind im Haushaltsentwurf der Münchhausenstadt für dieses Jahr als Einnahmen der Stadt aus Eltern-Kindergartenbeiträgen 90 000 Euro für die städtische Einrichtung am Ahornweg eingeplant. Und im Krippenbereich fallen noch einmal 20 000 Euro an, rechnet Helmig vor. Würden die Kitas gemäß Beschluss der Sozialdemokraten nach der kommenden Landtagswahl gebührenfrei, müsste zumindest hierfür das Land aufkommen. Dazu kämen noch 270 000 Euro, mit dem die Kommune, die stolz darauf ist, kinderfreundlich zu sein, jährlich in ihre Kita am Ahornweg zuschießt.

Bodenwerders zweiter Kindergarten wird von der evangelischen Kirche im Kälbertal betrieben. Hier nennt Helmut Simon, Leiter beim Kirchenkreisamt Hameln-Holzminden, die Zahlen aus dem Haushalt 2017: Danach sind 35 290 Euro an Elternbeiträgen verzeichnet, die bei Durchführung der SPD-Pläne wegfielen. Finanziell gestützt wird die Kindergartenarbeit im Kälbertal mit 14 400 Euro von der Kirche, mit 149 395 Euro von der Stadt Bodenwerder und mit 52 729 Euro für Fachpersonal vom Landkreis.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Dazu kommen bereits jetzt wie auch beim städtischen Kindergarten Zuschussmittel vom Land Niedersachsen.

So beispielsweise für das das dritte Kindergartenjahr, das ja in Niedersachsen bereits beitragsfrei ist; die ersten beiden Kindergarten-Jahre sollen nach SPD-Plänen ab 2018 bei erneuter Regierungsübernahme schrittweise folgen, erklärt Sabine Tippelt: Erst das mittlere, dann das erste Kindergartenjahr, so die Pläne der Sozialdemokraten. „Mit der geplanten Beitragsfreiheit setzen wir als Sozialdemokraten ein deutliches Zeichen für die Wichtigkeit der frühkindlichen Bildung, aber auch für die verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die am Ende allen Familien in Niedersachsen zu Gute kommen wird“, so die Sozialdemokratin.

Nach Hochrechnungen der SPD würden niedersachsenweit die Eltern von mehr als 200 000 Kindern ab drei Jahren von der Beitragsfreiheit profitieren. Das würde das Land eine erhebliche Summe kosten. Die Zusatzkosten werden auf etwa 200 Millionen Euro im Jahr geschätzt.



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