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Vortrag am Sonntag im Haus mit der Schleife / Fünf Kriterien müssten erfüllt sein

Bodenwerder als Fairtrade-Stadt?

BODENWERDER. Bodenwerder könnte Fairtrade-Town sein, findet Maike Weiß. Die Bodenwerderanerin beschäftigt sich seit etwa einem Jahr mit dem Thema und am kommenden Sonntag hält sie einen Vortrag mit dem Titel „Fair Trade Town – Bodenwerder?“ im Haus mit der Schleife. Menschen für das Thema zu sensibilisieren und eventuell noch weitere interessierte Mitstreiter zu finden, soll ein erster Schritt sein.

veröffentlicht am 29.08.2018 um 19:01 Uhr
aktualisiert am 29.08.2018 um 20:00 Uhr

Könnte Bodenwerder bald eine Fairtrade-Stadt sein? Zu dieser Frage hält Maike Weiß am Sonntag einen Vortrag im Haus mit der Schleife. Foto: dpa
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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„Im Moment existiert das Ganze nur als Idee“, sagt Weiß. „Es geht darum, zu überlegen, wo wäre ein Fitzel, an dem man ansetzten könnte.“ Die Zertifizierung Bodenwerders als Fairtrade-Town bringt nach Ansicht von Weiß schon etwas, „weil es einfach ins Bewusstsein der Leute rückt und Fairtradeprodukte verwendet werden“.

Dass Fairtradeprodukte verwendet werden, fällt unter die Bedingungen, die ausgezeichnete Fairtrade-Städte erfüllen müssen. Eines der insgesamt fünf Kriterien für Fairtrade-Städte beinhaltet, dass der Stadtrat in Bodenwerder nicht nur einen Beschluss zur Unterstützung des fairen Handels verabschieden müsste, sondern auch, dass bei allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse, sowie im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt ausgeschenkt werden.

Aber nicht nur die Politik müsste sich zu der Fairtrade-Kampagne bekennen, auch zivilgesellschaftliches Engagement wird gefordert. Produkte aus fairem Handel sollen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet werden. Bei einer Einwohnerzahl unter 200 000 muss jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche dafür gewonnen werden.

Es gibt immer zwei Möglichkeiten. Entweder, man denkt, es ändert sich ja sowieso nichts, oder ich versuche, in meinem kleinen Wirkungskreis etwas zu machen.

Maike Weiß

Produkte aus fairem Handel sollen in der Stadt natürlich nicht nur konsumiert werden, sondern auch erhältlich sein. Für die Zertifizierung als Fairtrade-Town müssen in den lokalen Einzelhandelsgeschäften sowie in Cafés und Restaurants mindestens zwei fair gehandelte Produkte angeboten werden. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl. Geht man von 5500 Einwohnern aus, müssten drei Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe Fairtrade-Produkte anbieten.

Als weiteres Kriterium muss eine eigens gebildete Steuerungsgruppe die Aktivitäten vor Ort koordinieren. Diese Gruppe hat aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zu bestehen. Diese Steuerungsgruppe ist auch gleich wichtig, wenn es an die letzte Voraussetzung geht: Öffentlichkeitsarbeit. Die Steuerungsgruppe soll die Bürger über die lokalen Aktivitäten zum Thema Fairtrade informieren.

Erfüllt eine Kommune die fünf Kriterien, kann sie sich bei Fairtrade Deutschland um die Auszeichnung als Fairtrade-Town bewerben. Für zwei Jahre gilt das Siegel, das von TransFair vergeben wird, dem „Verein zur Förderung des fairen Handels in der Einen Welt“, der hinter dem blau-grün-schwarzen Fairtrade-Siegel steckt. In der Umgebung haben bereits die Städte Hameln, Bad Pyrmont und Lügde die Fairtrade-Auszeichnung bekommen.

Für Bodenwerder schätzt Maike Weiß, dass man mit so einem Projekt sicher angelehnte Türen aufstoße und ist guter Dinge für die Realisierung des Vorhabens. „Ich denke, es gibt immer zwei Möglichkeiten. Entweder man denkt, es ändert sich ja sowieso nichts, oder ich versuche, in meinem kleinen Wirkungskreis etwas zu machen“, sagt Weiß.

Information

Nachhaltigkeit ist Thema am Wochenende

Aufmerksam machen und etwas bewegen, das wollen die Mitwirkenden am kommenden Wochenende im Haus mit der Schleife. In diesem Jahr findet dort zum ersten Mal das Pilotprojekt „Kunstwerk“statt.

„Kunstwerk“, so der programmatische Name, steht im Zeichen von Aufmerksamkeit, Nachhaltigkeit, Regionalität, Recycling und fairem Handel.

Zu diesen Themen stellen Kunsthandwerker und Künstler ihre Werke zum Betrachten und Verkauf aus. Hier vereinen sich Kunst, Handwerk, Können, Mode und Design.

Die Besucher erwartet ein reichhaltiges Angebot für alle Sinne: Ein Bild und Skulpturen, fein gearbeitete Stifte und Schmuck aus Holz, kombiniert mit anderen Materialien, Duftöle, Wollprodukte und Strickdesign oder Ensembles aus Ketten und Tüchern, Modedesign, neu, teils aus fairem Handel oder von der Leiterin des hannoverschen Textilmuseums Hergestelltes nach dem Motto: „Aus Alt mach Neu“ und vieles mehr kann bestaunt und erworben werden. Auch die Teppichweberin verwendet für ihre Kreationen Recyclingmaterial.

Die Köstlichkeiten für das leibliche Wohl sind regional und meist aus biologischem Anbau. Gegrillt wird im Steinofen aus Polle, Kaffee, Kuchen und weitere Spezialitäten kommen aus Bodenwerder und Pegestorf.

Karl Volkmann sorgt für die musikalische Untermalung. Am Sonntag um 15 Uhr hält Maike Weiß einen kurzen Vortrag über das mögliche Projekt: Fair Trade Town – Bodenwerder.

Termin: „Kunstwerk“ findet am 1. und 2. September im Haus mit der Schleife statt. Adresse: Hamelner Straße 28 in Bodenwerder. Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 12 Uhr und endet gegen 18 Uhr, am Sonntag geht es von 10 Uhr bis 18 Uhr. Der Unkostenbeitrag liegt bei 3 Euro, Kinder sind frei.red



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