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LED-Flutlicht für Ottenstein

Blendfrei und umweltbewusst spielen

OTTENSTEIN. Als erste Sportanlage in der Region und eine der ersten in ganz Deutschland hat der Sportplatz des TSV Ottenstein eine neue Flutlichtanlage mit LED-Technologie erhalten.

veröffentlicht am 25.06.2017 um 13:15 Uhr
aktualisiert am 25.06.2017 um 15:40 Uhr

Marcus Brinkmann schraubt den letzten LED- Strahler in 14 Metern Höhe auf den 6. Mast der Flutlichtanlage am Ottensteiner Sportplatz. Foto: afk
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Achim Krause Reporter
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Am Samstag um 11.30 Uhr wurde erstmals der Schalter umgelegt und sofort waren alle acht neuen Strahler auf den sechs Masten mit Vollleistung an. Zwar wird sich die gewünschte Beleuchtung des Sportplatzes erst ab Einbruch der Dunkelheit entfalten – aber mit dieser Anlage setze man ein Ausrufungszeichen, sagt der Vorsitzende des 500 Mitglieder zählenden TSV, Jens Oerke. „Ottenstein liegt nicht nur auf der Hochebene, sondern ist auch auf der Höhe.“

Nach 27 Jahren war die bisherige Flutlichtanlage mit den konventionellen Lampen schwächer geworden, und es bestand der Wunsch der aktiven Sportler nach einer gleichmäßigeren Ausleuchtung des Platzes. „Über die Restaurierungsgedanken kamen wir auf die Idee, zukunftsorientiert zu investieren“, berichtet Oerke.

Diese 20 000 Euro-Investition hat sich der Verein natürlich sehr genau überlegt, hat hin- und her argumentiert und sich mit der LED-Technologie intensiv befasst. Zur Auswahl eines geeigneten LED-Fluters schaute man sich mehrere Anbieter im Markt an.

Andreas Begemann (r.) und Marcus Brinkmann transportieren den neuen LED-Strahler per Hubwagen an die Mastspitzen. Foto: afk
  • Andreas Begemann (r.) und Marcus Brinkmann transportieren den neuen LED-Strahler per Hubwagen an die Mastspitzen. Foto: afk

Den Zeitpunkt für die Einführung bezeichnet Barbara Gembus von Osram Siteco als optimal: „Der TSV hat alles richtig gemacht: Gewartet bis alles fertig entwickelt ist und kann auf Fördermittel zugreifen. Es ist nicht zu früh und nicht zu spät – genau der richtige Zeitpunkt.“

Eine Investition dieser Größenordnung ist für einen kleinen Verein wie den TSV schon eine Herausforderung. Aber davor schreckte man nicht zurück, zeigte sich mutig und kreativ und hatte auch Glück: Der Sportverein nahm am Wettbewerb von WestfalenWeser Energie „KlimaSieger 2017“ teil und durfte, wie Jens Oerke stolz erzählt, ein Preisgeld verbuchen: „Das deckt 25 Prozent der Gesamtinvestition.“ Darüber hinaus stellten die Ottensteiner einen Antrag zur Bezuschussung beim Kreissportbund. Über eine Förderung ist noch nicht entschieden. Der Verein rechnet auch frühestens im nächsten Jahr mit einer Zusage. Aber der nach eigenen Angaben finanziell gut aufgestellte Verein hatte zudem Plan B in der Schublade, verrät Oerke: „Wenn es knapp würde, wären viele Mitglieder mit zinslosen Darlehen eingesprungen. Das Risiko für den Verein war also sehr überschaubar.“

Der TSV muss alle Kosten seiner Anlage selbst tragen und ist dabei darauf erpicht, möglichst viel einzusparen. So wird sich der Gesamtaufwand von 3500 auf 1642 Euro pro Jahr (- 47%) reduzieren. Die CO2-Emissionen werden sich mit der neuen Anlage von fünf auf rund 2,2 Tonnen pro Jahr verringern. Nutznießer werden neben der Vereinskasse aber auch die Fußballer sein, denn sie können jetzt aufgrund asymmetrischer Optik und eines horizontal zur Spielfläche austretenden Lichts blendfrei spielen. Zudem ist die gesamte Spielfläche gleichmäßig ausgeleuchtet. Weiterer Vorteil: Die Flutlichter sind nunmehr ohne Anwärm- beziehungsweise Abkühlungszeiten kurzfristig ein- und ausschaltbar, ohne dass die Lampen darunter leiden, sie sind dimmbar und sie lassen sich programmieren. Außerdem verlieren die LEDs auch im Laufe der Jahre bei weitem nicht so viel Strahlkraft wie die herkömmlichen Entladungslampen.

Die Montage der deutlich leichteren und kleineren Leuchtengehäuse auf den 14 Meter hohen Flutlichtmasten und den Anschluss übernahmen Vereinsmitglieder. Das Feintuning bei der Positionierung erfolgt in Kürze. Dann soll auch der neue, auf dem ehemaligen Tennisplatz entstandene Trainingsplatz noch mit LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Und die Ottensteiner Sportler haben schon den Blick weiter nach vorn gerichtet: Ein Kunstrasenplatz wäre eine Option. Wie sagt der Vorsitzende Jens Oerke: „Wir müssen hier oben abseits von vielen anderen immer wieder Zeichen setzen.“



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