weather-image
28°
Feuerwehr Bodenwerder will alte Fahrzeuge und alte Gerätehäuser modernisieren

Beschaffungsstau wird aufgelöst

BODENWERDER/POLLE. In den Brandschutz und die Sicherheit investieren Politik und Verwaltung im großen Stil: War der Kauf des Hubrettungsfahrzeugs mit Gelenkarm – kurz: Drehleiter – für 570 000 Euro 2016 der größte Brocke“ im Feuerschutz-Etat, so geht es 2018 mit 1,2 Mio. Euro für den Gerätehaus-Neubau in Halle weiter.

veröffentlicht am 16.01.2018 um 13:00 Uhr

Die Feuerwehr hat im dicht bebauten Ortskern von Heyen schweres Gerät aufgefahren. Foto: saw
Sabine Weiße (saw)

Autor

Sabine Weiße Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Aktuell habe ich den Eindruck, dass der Brandschutz bei den politisch Verantwortlichen hohen Stellenwert genießt“, drückt Gemeindebrandmeister Andreas Damrau angesichts dieser Investitionsbereitschaft in seinem Jahresbericht uneingeschränkte Zufriedenheit aus.

Jetzt gehe man den Beschaffungsstau vergangener Jahrzehnte an. Konkret meint er damit Einsatzfahrzeuge, die 30 Jahre oder mehr „auf dem Buckel“ haben und diverse Gerätehäuser, deren baulicher Zustand von zeitgemäßen, auch sicherheitstechnischen Standards weit entfernt ist.

Das positive Gefühl über den eingeschlagenen und auch nach der Kommunalwahl fortgesetzten Weg in Richtung Zukunftsfähigkeit werden Damrau und seine drei Stellvertreter Thomas Schulze, Hans-Albert Lange und Andreas Dörre in den nächsten Wochen und Monaten ausdrücken, wenn sie im Rahmen der Hauptversammlungen den Jahresbericht 2017 vortragen. An Samtgemeindebürgermeisterin Tanya Warnecke richtet Andreas Damrau einen Extra-Dank. Sie setze sich immer wieder für die Belange der Feuerwehr ein und unterstütze das freiwillige Engagement „als Herzensangelegenheit“.

270_0900_77524_FFWSchlaeuche_rollen_bei_Truppmann1_Ausbi.jpg

Mit rund 300 000 Euro jährlich schlägt der „normale Betrieb“ der 26 Ortsfeuerwehren in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle zu Buche. Neben den üblichen Ersatzbeschaffungen von Geräten und persönlicher Ausrüstung der Einsatzkräfte wurden in 2017 ein Stromerzeuger für die bei der Feuerwehr Bodenwerder stationierten Drehleiter, eine Hydraulikpumpe/Schlauchhaspel für den Hilfeleistungssatz der Feuerwehr Halle und eine Tragkraftspritze für das TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank) für die Feuerwehr Grave angeschafft.

Viel Bewegung gab und gibt es in den Fahrzeughallen: So wurde im August 2017 nach mehrmonatiger Vorbereitungsphase und mit einer fröhlichen Feier die Drehleiter offiziell in Dienst gestellt, übergab die Samtgemeinde im September der MTW-EL (Mannschaftstransportwagen für die Einsatzleitung) an die Feuerwehr Polle. In Kirchbrak erwartet man Ende Januar das neue MLF (mittlere Löschfahrzeug), für das TSF-W der Wehr Grave sind Bestellung und erste Baubesprechung erfolgt. Mit der Auslieferung rechnen Verwaltung und Feuerwehrführung im dritten Quartal. Und für den Kauf eines weiteren TSF-W für den Standort Vahlbruch läuft aktuell das Ausschreibungsverfahren. Wichtiger Punkt außerdem auf der 2018er Agen-da: die Beseitigung der von der Feuerwehr-Unfallkasse aufgezeigten Mängel an den Gerätehäusern sowie die Überprüfung der elektrischen Anlagen.

Zur Personalsituation: Ende 2017 wurden 737 aktive Feuerwehrkräfte in den Unterlagen ge-führt, das sind 13 mehr als Ende 2016. Vier mehr als im Vorjahr, nämlich 121 Jugendliche sind Mitglied in den neun Jugendwehren. Und die fünf Kinderfeuerwehren gehen mit 85 Jun-gen und Mädchen ins neue Jahr, das sind 18 mehr als 2017. Vom vielerorts beklagten Mitgliederrückgang kann also in Bodenwerder-Polle nicht die Rede sein. Für die im Januar startende Truppmann 1-Ausbildung haben sich 23 Nachwuchskräfte aus 16 Wehren angemeldet.

Zu 139 Einsätzen (122 im Jahr 2017) wurden die Feuerwehrleute alarmiert. Von den 14 Bränden war einer besonders dramatisch: Ihr gesamtes Hab und Gut verlor Anfang September eine sechsköpfige Familie bei einem Wohnhausbrand in Tuchtfeld. Die von der Samtgemeinde initiierte Spendenaktion erfuhr eine beeindruckende Resonanz. Die 105 Hilfeleistungen waren verursacht durch Ölspuren, umgestürzte Bäume während zweier Unwetterfronten, Überflutungen und Schlamm auf Fahrbahnen. Hier verweist Gemeindebrandmeister Damrau auf das Juli-Hochwasser im Bereich Kirchbrak und Linse. „Es kamen auch Ortsfeuerwehren aus nicht betroffenen Bereichen der Samtgemeinde als Ablösekräfte zum Einsatz. Das hat hervorragend geklappt.“ Auch Türöffnungen und Tragehilfen für den Rettungsdienst sowie Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen gehörten 2017 zum „Tagesgeschäft“.

Im Fokus der Brandschutz-Verantwortlichen wird in diesem Jahr der Neubau des Gerätehauses in Halle stehen. Das Grundstück in der Nähe des Sportplatzes ist bereits erworben, ein Architekt mit den Vorplanungen beauftragt. „Die ersten Entwürfe und das Referenzobjekt, der Feuerwehrhausneubau für Afferde, sehen sehr vielversprechend aus“, so Gemeindebrand-meister Damrau.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare