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Bekannte Klassik- und Jazzstücke rhythmisch verfremdet

Ottenstein (wft). Ist es das raue Klima der Ottensteiner Hochebene oder hat das Ehepaar Hahn bei Veranstaltungen mit Edson Cordeiro, genannt „The Voice“, einfach Pech? Denn schon zum zweiten Mal platzte ein Konzerttermin mit dem brasilianischen Sänger wegen einer Erkältung. Was das angereiste Publikum aber nicht weiter tangierte, denn die Klazz-Brothers, mit denen Cordeiro auftreten sollte, spielten im voll besetzten Saal des Gasthauses Hahn trotzdem ein flottes Programm unter dem Titel „Klazz meets Classic“.

veröffentlicht am 12.03.2009 um 13:49 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:21 Uhr

klazz
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 Dass die Klazz-Brothers, die inzwischen auch an Orten wie der Semper-Oper in Dresden oder in Wien gastieren, noch immer in Ottenstein auftreten, verdankt das Publikum einer lange gewachsenen Verbindung zwischen dem Bassisten Kilian Forster und dem Ehepaar Hahn, denn im Gasthaus Hahn hatten die Klazz-Brothers ihren allerersten Auftritt überhaupt. Das Trio, bestehend aus dem Pianisten David Gazarow, Kilian Forster am Bass und dem Schlagzeuger Tim Hahn, entwickelt viele seiner Stücke aus meist bekannten Stücken von Komponisten wie Mozart, Paganini und Chopin. So war der erste Teil des Konzerts mit der Sonatadur, einem Calypso facile (abgeleitet aus Themen der C-Dur-Sonate), dem Stück Guantanameritmo (Sonate c-moll) und dem Poema con Cohiba (2. Satz Klarinettenkonzert) vor allem Mozart gewidmet. Das Schöne bei den Klazz-Brothers: Ihre Musik erinnert durchaus an die Bach-Interpretationen von Jacques Loussier, aber ihre Varianten wirken lustvoller und längst nicht so maniriert wie die kühl verjazzten Stücke des Franzosen. Das mag vor allem an den kubanischen Rhythmen liegen, mit denen sie den mozartschen Themen neues Leben einhauchen. Mozart als Calypso, Salsa oder Cha-Cha-Cha – musikalischer Spaß pur, vor allem wenn die Stücke mit hör- und sichtbarer Freude präsentiert werden. 

 Nach der Pause zeigten sich die Klazz-Brothers von einer neuen Seite – weniger Klassik mehr Jazz. Den Auftakt lieferten Motive aus Werken von George Gershwin, komponiert und zusammengestellt von David Gazarow, dem das Trio auch eine verjazzte es-moll-Etüde von Chopin verdankt, und das legendäre „Take Five“ von Dave Brubeck, ein Klassiker der modernen Musik, der phantasievoll abgewandelt wurde. Das überhaupt ist die Stärke der Gruppe um Kilian Forster – behutsam mit den Themen und Motiven umzugehen, hörbar nahe am Ursprung zu bleiben und sie gleichzeitig rhythmisch zu verfremden.

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