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Noch kein Ende der halbseitigen Sperrung der B 240 zwischen Linse und Hehlen abzusehen

Baustopp sorgt in Bodenwerder für Ärger

Bodenwerder (dy). Die seit April letzten Jahres halbseitige Sperrung der B 240 zwischen Linse und Hehlen erregt jeden Tag aufs neue die Gemüter der Bürger – das wissen auch die Mitarbeiter im Rathaus, wo so manche Beschwerde aufläuft und mancher Unmut geäußert wird. Um den aktuellen Stand und eventuelle Lösungsmöglichkeiten zu erörtern, hatte Samtgemeindebürgermeister Ernst-August Wolf zuständige Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Hameln, Samtgemeinde-Mitarbeiter und Politiker ins Rathaus geladen.

veröffentlicht am 29.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:41 Uhr

Seit knapp einem Jahr ist die Brücke zwischen Linse und Hehlen h
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„Es stößt bei der Bevölkerung auf Unverständnis, dass die Sanierungsarbeiten auf der Brücke nicht weitergehen“, erläuterte Wolf dem Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Markus Brockmann, sowie Fachbereichsleiter Frank Saake. Wolf führte aus, dass die aufgrund der Sperrung eingerichtete Umleitungsstrecke durch Bodenwerder zu erheblichen Belastungen der Bevölkerung führt – insbesondere durch den Schwerlastverkehr.

Schon Bauschäden an einem Wohnhaus

Er nannte als Beispiel den Bereich Linser Hafen, wo rund 20 Familien wohnen. Aufgrund des sehr schadhaften Straßenbelages im Bereich der Schienenkreuzung der VEV sind die Anwohner einer erheblichen Lärmbelästigung ausgesetzt, besonders dann, wenn unbeladene LKW mit Anhänger diese Strecke durchfahren. „Durch die Erschütterungen sind in dem direkt an die Kreisstraße angrenzenden Mehrfamilienwohnhaus bereits Bauschäden entstanden“, so Wolf, der erklärte, dass eine vom Straßenverkehrsamt in diesem Bereich angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h wenig Erfolg hat.

Ein weiteres Beispiel, so Wolf, sei das Hotel „Deutsches Haus“ am Münchhausenplatz. Hier würden sich aufgrund der wesentlich erhöhten Lärmbelastung die zur Straße gelegenen Zimmer nicht vermieten lassen. Helmut Raabe fügte hinzu, dass es im Bereich des Übernachtungsgewerbes schon zu Einbußen gekommen sei. Auch sieht er die Gefahr, dass im Rahmen der Prädikatisierung nach der Kurortverordnung der staatlich anerkannte Status Luftkurort durch erhöhte Immisionsbelastungen gefährdet ist.

Markus Brockmann und Frank Saake erläuterten ausführlich die Gründe für den andauernden Baustopp, der aufgrund der Blasenbildung in der aufgetragenen Asphaltschicht notwendig wurde. Das gerichtliche Beweissicherungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, so Frank Saake. Er erklärt, dass die Landesbehörde sowie die ausführende Baufirma und später auch der Materiallieferant sich mithilfe des Gerichts auf einen gemeinsamen Gutachter geeinigt haben (wir berichteten). „Wir versuchen wirklich alles, um diese unliebsame Situation zu beenden“, so Brockmann und Saake. Allerdings betonten sie auch, dass Beweismittel zerstört würden, wenn die Straße jetzt fertiggestellt würde, ohne das Gutachten abzuwarten. Von der Straßenbauverwaltung wurde die Freigabe beider Fahrspuren als Zwischenlösung geprüft. Das geht aber nicht, da ein Teil des Fahrbahnaufbaus abgefräst worden und dadurch eine flache Wanne entstanden ist, in der sich das Oberflächenwasser sammelt und nicht abgeleitet werden kann.

Auch der Einsatz einer Ampelanlage wird für nicht sinnvoll gehalten. Saake rechnet vor: Die Baustrecke ist rund 1200 Meter lang. Zieht man Umschaltungssekunden und Durchfahrtszeit für das langsamste Fahrzeug zusammen, so kann es zu einer Wartezeit vor der roten Ampel von vier bis fünf Minuten kommen. „Das machen Ortskundige nur einmal und fahren dann doch wieder die Umleitung, und dann sogar aus beiden Richtungen“, ist der Fachbereichsleiter sicher. Allerdings wurde in der Gesprächsrunde vereinbart, dass diese Alternative nochmals von der Straßenbauverwaltung mit dem Straßenverkehrsamt und der Polizei erörtert werden soll.

Weiter Warten auf Gerichtsentscheid

Matthias Wiemann von der CDU Samtgemeinderatsfraktion regte an, zu prüfen, ob ein LKW-Verbot für den gesamten Bereich Bodenwerder unter Einsatz einer Ampelanlage auf der B 240 in Betracht gezogen werden könne. Hier sieht Brockmann keine Möglichkeit, da es sich bei der Umleitung um klassifizierte Straßen (Landes- und Kreisstraße) handelt. Allenfalls könnte versucht werden, bei der Sanierung der Gleiskreuzung im Bereich Hafen/Linser Straße (Unterbau soll demnächst erneuert und marode Schwellen ausgewechselt werden), ein Lkw-Verbot auf dieser Kreisstraße zu erreichen. Das ginge dann nur mithilfe einer Ampelanlage.

„Wir verstehen den Unmut der Bürger und hoffen, dass Gutachter und Gericht schnellstmöglichst zu einem Ergebnis kommen, damit die Arbeiten wieder aufgenommen werden können“, waren sich alle Herren in der Runde im Rathaus einig.



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