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Drei Bremker verarbeiten 250 Jahre alte Eichenholzbalken zu Dekorationsartikeln

Balken aus Fachwerkhaus werden Windlichter

Bremke (dy). „Dieses ist noch der Fußboden des Hauses“, sagt Antje Kohlenberg und zeigt auf die Reste des im Sommer abgerissenen Fachwerkhauses in der Ithstraße. Das aus dem Jahr 1759 stammende Haus mit integriertem Stall stand bereits seit Mitte der 90er Jahre leer. Das Haus gehörte zum Anwesen der Landwirtschaft von Frank und Antje Kohlenberg. „Es drohte einzustürzen, die Schornsteine schwankten schon im Sturm, es war kein schöner Anblick mehr“, erzählt Frank Kohlenberg und fügt hinzu, dass das Fachwerkhaus nicht unter Denkmalschutz stand.

veröffentlicht am 09.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

Antje Kohlenberg und Hans-Georg Paul auf den Grundmauern des abg
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„Natürlich hat der Abriss auch weh getan“, gibt der 42-Jährige zu. Umso mehr freut er sich, dass jetzt einige Stücke dieses 250 Jahre alten Hauses noch in besonderer Weise Beachtung finden – als dekorative Windlichter beispielsweise. „Die Idee hatte meine Mutter“, so Antje Kohlenberg. Friederike Knickmeyer aus Hemeringen liebt altes Eichenholz. Für die 73-Jährige strahlt dieses langlebige Holz Wärme und Ruhe aus. Und diese Liebe zu Holz trifft auch für Hans-Georg Paul zu.

Der 47-Jährige wohnt ebenfalls in Bremke, ist gelernter Zimmermann und von Kindesbeinen an mit Frank Kohlenberg befreundet. „So wie andere abends Socken stricken, arbeite ich gerne mit Holz“, sagt Paul. „Die Ideen kommen beim Arbeiten“, erzählen alle Beteiligten, denn wichtig ist ihnen, dass der ursprüngliche Balken mit all seinen Löchern und Zapfen erhalten bleibt. Vom damaligen Einsatz im Kuhstall erzählen Balken, in denen noch ein Stück Kette erhalten ist. „Jedes fertige Teil ist ein Unikat“, schwärmt der versierte Handwerker, betont aber auch, dass das Hantieren mit einer Kettensäge an diesem harten Holz gefährlich sei.

Frank Kohlenberg erzählt, dass es eigentlich nur Reste sind, die so verwertet werden. „Wäre die Idee nicht geboren, wäre das Holz eventuell schon längst als Feuerholz verbrannt worden.“ Denn die langen Eichenbalken lagern teilweise noch bei den Kohlenbergs oder sind bereits anderweitig zum Einsatz gekommen. Aber nicht nur die Balken stoßen auf großes Interesse, auch die Backsteine – teilweise handgeformt – sind zum größten Teil schon sauber abgeklopft und werden ins Freilichtmuseum Detmold kommen.

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„Irgendwie ist es ein schönes Gefühl zu wissen, einige Steine und Balken dieses Hauses werden noch weitere Jahrzehnte oder Jahrhunderte überleben“, so Antje und Frank Kohlenberg. So auch die alte Holztreppe aus dem Abrisshaus, sie hat in einem anderen Haus ihren Platz gefunden.

„Eigentlich sind diese bearbeiteten Eichenbalken doch irgendwie schon unvergängliche Kunst“, sind sich alle drei Beteiligten einig – denn bereits 250 Jahre alt, wird das Eichenholz ganz sicher jetzt – so präpariert – weitere 250 Jahre halten.

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