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Im Wesertal drohen weiter Felsabstürze

B 83 bleibt gesperrt

STEINMÜHLE. Knapp ein Jahr nach Sperrung der B 83 wegen drohender Felsabstürze ist eine Wiedereröffnung der für das Weserbergland wichtigen Bundesstraße nicht in Sicht. „Ich kann derzeit keinen Termin nennen“, sagte der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Markus Brockmann. Die Sicherungsarbeiten an dem 80 Meter hohen Steilhang oberhalb der Straße bei Pegestorf im Wesertal gestalteten sich sehr schwierig.

veröffentlicht am 25.03.2019 um 12:11 Uhr
aktualisiert am 25.03.2019 um 16:40 Uhr

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Autor:

Matthias Brunnert
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In dem FFH-Gebiet, in dem viele geschützte Pflanzen und Tiere leben, müssten die Experten sehr vorsichtig agieren, sagt Brockmann. Die B 83 war im April vergangenen Jahres gesperrt worden, weil Felsbrocken auf die Fahrbahn zu stürzen drohten. Viele Bewohner der umliegenden Ortschaften im Landkreis Holzminden müssen seither weite Umwege in Kauf nehmen.

„Momentan wird in dem Steilhang noch an den Sofortmaßnahmen gearbeitet“, sagt der Chef der Straßenbaubehörde. Dadurch sollen spontane Abstürze von bis zu 250 Kubikmetern großen Felsen verhindert werden. Weil es sich bei dem Areal um ein EU-Naturschutzgebiet handelt, müssten die Gesteinsmassen Stückchen für Stückchen entfernt, in Spezialbehälter gepackt und mit einem Kran zu Tal geschafft werden, sagt Brockmann. Sprengungen wären zwar schneller und einfacher. „Doch dann würden die Felsbrocken die gesamte geschützte Vegetation zerstören und mit sich in die Tiefe reißen.“

Schwierig ist auch, dass der bei den aktuellen Arbeiten eingesetzte Kran nur begrenzt Raum zum Ausfahren der Stützen hat. Direkt an beiden Seiten der Fahrbahn der B 83, auf der der Kran steht, befinden sich Barrieren. Auf der einen Seite begrenzt die Weser die B 83, auf der anderen Seite der Steilhang. Wegen der Stützwand zur Weserseite kann über die Stützen des Krans nur begrenzt Kraft in den Untergrund geleitet werden.

Als nächster Schritt bei den Sofortmaßnahmen ist geplant, die temporären Sicherungsnetze oberhalb des Cafés neben der Steinmühle mit dem großen Kran und einem Hubsteiger aufzuhängen.

Nach Abschluss des derzeit laufenden Planfeststellungsverfahrens soll der gesamte Hang von Spezialfirmen mit Felsankern, mehreren Tausend Quadratmetern Spezialnetzen und Spritzbeton gesichert werden. Die Sicherung des Hanges soll rund zehn Millionen Euro kosten.

Der Einsatz von Hubschraubern, der die Arbeiten sehr erleichtern und beschleunigen würde, sei in dem Schutzgebiet nur eingeschränkt möglich, sagt Brockmann.

Der Steilhang ist Teil eines FFH-Gebietes, in dem unter anderem seltene Schmetterlinge der Art „Spanische Flagge“ leben. Zudem brüten dort zurzeit Uhus und viele andere Vogelarten.



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