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Verkehrs- und Heimatverein feiert 50-jähriges Bestehen / Ein Rück- und Ausblick

Aus Holland auf die Hochebene

OTTENSTEIN. „Vor 50 Jahren hat man erkannt, dass der Fremdenverkehr auf der Hochebene ein Wort mitreden sollte“, so Ottensteins Bürgermeister, Manfred Weiner. Auf Anraten seines Bruders, Helfried Weiner, wurde im 1967 in der Sievershagener Mühle der Verkehrs- und Heimatverein Ottensteiner Hochebene gegründet.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 15:32 Uhr
aktualisiert am 09.11.2017 um 18:10 Uhr

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“: Bürgermeister Manfred Weiner vor dem Plakat, mit dem Ottenstein beim Europawettbewerb 2002 den 2. Platz belegte. Foto: cs

Autor:

Carmen Schnell
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So stieg Ottenstein in den Fremdenverkehr ein. Hauptziel war es, Leute zu motivieren, Pensionen aufzumachen oder Urlaub auf dem Bauernhof anzubieten. Durch Werbeaktionen wurden so vor allem Feriengäste aus dem Ruhrgebiet und aus Holland auf die Hochebene gelockt.

Dabei wurde das Potenzial der Ottensteiner Hochebenen schon viel früher erkannt. So schrieb 1929 ein Verfasser in der Braunschweiger Landeszeitung: „Der schmucke Marktflecken könnte sich leicht zu einem Luftkurort entwickeln und Sommerfrischlern, die sich gern einmal in der Einsamkeit verlieren möchten, einen herrlichen Aufenthalt bieten“ (Dewezet vom 10. November 1967), zu lesen. Der Verein kümmert sich aber auch um die Ausschilderung von Wanderwegen und das Aufstellen von Bänken in der Feldmark. 1972 wurde der erste Schaukasten mit Wanderwegen rund um Ottenstein aufgestellt. Es gibt Pflanzaktionen und die Restaurierung des Kongo-Grabes in Hattensen wird mitfinanziert. Beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden, gewinnt Ottenstein 2001 die Goldplakette. Es folgt 2002 der 2. Platz im Europawettbewerb „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht – Wir sind auf dem Weg.“ Mit der sechsstelligen Geldprämie konnte die letzte Maßnahme der Dorferneuerung, die Wiederherstellung des Dorfteiches, begonnen werden. 2004 organisiert der Verein die Einweihung des neuen Teiches in der Dorfmitte.

Inzwischen sind die Übernachtungszahlen von einst 1600 Übernachtungen pro Jahr allerdings deutlich zurückgegangen. Es gibt nicht mehr so viele Pensionen und Ferienwohnungen. Die heutigen Schwerpunkte des Verkehrs- und Heimatvereins, dessen 1. Vorsitzender seit drei Jahren Matthias Wolter ist, liegen jetzt hauptsächlich in der Ausschilderung der Wanderwege und Pflege der Ruhebänke. So sind es fünf Bankpaten, die sich regelmäßig um ihre Bänke kümmern, sie streichen, ausbessern oder den Rasen rund herum mähen. „Viel Eigeninitiative wird gefordert“, erklärt Vereinsgeschäftsführerin Birgit Schäfer. Jährliche Frühjahrswanderungen rund um Ottenstein zusammen mit Anwohner gehören seit vielen Jahren zum Programm. Auch die Tradition aus den 70er Jahren, ein Grillfest im Sommer durchzuführen, wurde beibehalten. Seit 1990 richtet der Verein mit Einwohnern jedes Jahr eine Ferienspaßaktion für Grundschul- und Kindergartenkinder aus. Auch können Kinder dabei helfen, die Feldmark sauber zu halten, so wird mit der Jugendfeuerwehr Müll gesammelt. Im Rahmen der Dorfentwicklung soll eine Schutzhütte „Auf der Linde“, das ist Ottensteins höchster Punkt, entstehen. Dieses Projekt ist für 2018/2019 geplant. „Zwischendurch gab es eine Durststrecke durch weniger aktive Mitglieder, dieses scheint aber überwunden zu sein. So hat sich die Mitgliederzahl in den letzten zehn Jahren auf etwa 50 Vereinsmitglieder stabilisiert“, berichtet Birgit Schäfer. Besonders erfreut ist die 49-Jährige darüber, dass viele jüngere Leute dazugekommen sind, die auch bereit sind, Aufgaben zu übernehmen.

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Am Samstag feiert der Verkehrs- und Heimatverein das halbe Jahrhundert Vereinsbestehen ab 18 Uhr im Gasthaus Hahn. Neben den Vereinsmitgliedern sind Abordnungen anderer Ottensteiner Vereine dazu eingeladen. Bei einem gemütlichen Abend soll ein Rückblick auf 50 Jahre Vereinsgeschichte und ein Film über das Vereinsleben auf der Ottensteiner Hochebene den Abend bereichern. ahlreiche Ehrengäste werden erwartet.

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