weather-image
19°
Schaubecken mussten geleert werden

Aus für das Weseraquarium

BODENWERDER Tummelten sich bislang im ersten Stock des Museums Werfthof im Weseraquarium in vier 750-Liter-Kaltwasserbecken bislang wesertypische Flussbewohner wie Rotaugen, Barben und Nasen, so herrscht seit Februar große Trockenheit in den bislang wassergefüllten Schauaquarien: Die Fische sind ausgezogen, der Förderverein Moby Dick hat das Weseraquarium erst mal geschlossen.

veröffentlicht am 05.04.2017 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 05.04.2017 um 15:14 Uhr

Die Fische sind schon weg. Das Schild wird demnächst folgen. Foto: joa
Joachim Zieseniß

Autor

Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Grund: Der 2. Vorsitzende Arnold Schumacher (seit 30 Jahren in der Aquaristik bewandert und vor der Rente Inhaber eines Zoofachgeschäfts in Bodenwerder), der als einziger im Verein einen vom Kreisvetereinär geforderten Sachkundenachweis für den Betrieb der Tierschau-Anlage vorweisen kann, hat seinen Posten als Aquarienwart aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Und da im kleinen Werfthof, der sich der einstigen Bootsbau-Geschichte der Münchhausenstadt widmet, damit eine Hauptattraktion weggebrochen ist, wird in der achten Saison das Museum geschlossen bleiben. Nur noch nach Voranmeldung werden Fritz-Henning Bertram und seine Frau Anita das grüne Tor zur Werftausstellung für Besucher öffnen.

Wie Kassenführer Fritz-Henning Bertram jedoch betont, soll das aber keinesfalls das Ende des kleinen Museums an der Weserpromenade oder gar des Vereins Moby Dick bedeuten. Denn dieser sei sowohl finanziell als auch von der Mitgliederstärke her top-gesund. Für Donnerstag, 4. Mai sind die rund 50 Moby Dick-Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Gemeinsam nachgedacht werden soll dann über eine Neukonzeptionierung von Museum und Verein; damit der Werfthof pünktlich in der Saison 2018 im April seine Pforten wie gewohnt an den Sonntag-Nachmittagen wieder öffnen kann. Bertram: „Wenn wir jetzt erst mal aussetzen, bedeutet das beileibe nicht den Abgesang auf den Werfthof. Wir brauchen vielmehr eine kreative Pause.“

Und das bedeutet im Klartext: Für die Vorstandsarbeit und das ehrenamtliche operative Geschäft werden dringend neue Kräfte gesucht. „Verjüngung“ heißt hier für Moby Dick, dessen Vorstand ein Durchschnittsalter von über 70 Jahren aufweist, das Zauberwort. Denn vor allem die Posten des ersten und zweiten Vorsitzenden, Armin W. Engeler und Arnold Schumacher, werden wegzugs- und kranheitsbedingt jetzt frei. Für die Vorstandsarbeit werden daher jüngere Kräfte mit neuen Ideen gesucht.

Nur nach Voranmeldung öffnen Anita und Fritz-Henning Bertram noch die Tür zum Werftmuseum.
  • Nur nach Voranmeldung öffnen Anita und Fritz-Henning Bertram noch die Tür zum Werftmuseum.

Denn neue Konzepte will Moby Dick auch für die Nutzung der Aquariumsetage im alten Renaissance-Speichergebäude mit seinen nur 45 Quadratmetern Nutzfläche erarbeiten: Sollten sich keine qualifizierten Aquarium-Fachleute finden, mit denen das Weseraquarium wiederbelebt werden könnte, sind bereits verschiedene neue Ausstellungsprojekte angedacht: Ausbau der Darstellung der Werftgeschichte, eine Wassermühle mit wassergetriebenen Geräten und Werkzeugen, Modellschiff-Vorführungen auf der Weser, Münchhausens Geschichten in Zinnfiguren-Darstellungen, altes Schauhandwerk oder wechselnde historische Darstellungen von Geräten des täglichen Bedarfs, wie Rasierer oder Musikkonserven. Fritz-Henning Bertram: „Wir brauchen da auch Leute die bereit sind, neue Ideen einzubringen und alternative attraktive Ausstellungsinhalte mit umzusetzen.“

Sollten die sich nicht finden, bestünde tatsächlich die Gefahr, „dass sich der Verein Moby-Dick auflöst.“ Das wiederaufgebaute Fachwerk-Museumsgebäude auf dem ehemaligen Werftgelände am Mühlentor, in dessen Restaurierung der Verein seit 2006 rund 40 000 Euro investiert, hat, würde dann satzungsgemäß an die Stadt Bodenwerder fallen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare