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Museum erweitert sein Angebot

Aus der Grotte gehen Geschichten um die Welt

Bodenwerder. „Wir wollen die Grotte wieder stärker in den Blickpunkt rücken, denn schließlich ist sie der Ausgangspunkt vieler Münchhausengeschichten“, sagt Museumsleiter Werner Koch und macht damit die Bedeutung dieses Gebäudes deutlich.

veröffentlicht am 06.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:21 Uhr

Die 1763 erbaute Münchhausen-Grotte ist neuerdings jeden zweiten

Autor:

Hans Beißner
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Der Münchhausen-Gutshof mit Herrenhaus, Nebengebäude (ehemalige Brennerei) und Schulenburg – nach der Fertigstellung der Außenanlagen übrigens eine einladende Visitenkarte der Stadt – gehört bei den meisten Gästen zum festen Besuchsprogramm, in das nun auch die Münchhausengrotte integriert werden kann.

Münchhausen lässt Grotte 1763 bauen

Bislang lag sie in einer Art Dornröschenschlaf, obwohl ihre Umgebung in den letzten Jahren durch Pflasterung der Terrasse und das Aufstellen einer Sitzgruppe aufgewertet wurde.

Die Grotte ließ der Freiherr im Jahr 1763, unmittelbar nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges auf seinem Grundbesitz, dem „Münchhausenberg“, errichten. Der untere Teil, der an ein Gewölbe erinnert, ist mit Kristallen, Muscheln und Versteinerungen ausgeschmückt; das entspricht dem damaligen Stil. Oben befindet sich ein achteckiger Raum, der zu Münchhausens Zeiten mit kostbaren Gobelins ausgekleidet war. Eine sandsteingedeckte Dachhaube schließt das Gebäude ab.

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Der achteckige Raum war zu Münchhausens Zeiten mit kostbaren Gobelins ausgekleidet.

Die Grotte wirkt in ihrer Gesamtheit eher schlicht und zeigt nur auf der Vorderseite schmückende Elemente: zwei Skulpturen, nach antikem Vorbild gefertigt. Über dem Eingang zum unteren Teil weist eine lateinische Inschrift auf das Jahr 1763 und die Bauherren Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen und Jacobine von Dunten hin. Bemerkenswert ist der Zusatz „Post adeptam pacem“ (auf deutsch: „nach erlangtem Frieden“). Münchhausen schien das Ende des Siebenjährigen Krieges förmlich herbeigesehnt zu haben.

Besucher, die den nicht ganz mühelosen Aufstieg zur Grotte auf sich nehmen, werden mit einem herrlichen Blick auf Bodenwerder, den Eckberg und Vogler belohnt. Wie schön muss dieser Ausblick erst zu Münchhausens Zeiten gewesen sein, als Bodenwerder noch eine Insel war und Münchhausen seine Freunde mit seinen Geschichten unterhielt.

Man stelle sich vor: Der Freiherr und seine Gäste sitzen entspannt in ihren Sesseln, Pfeifenqualm wabert durch den Raum, ein Feuerchen knistert im Kamin. Münchhausen erzählt von seinen Abenteuern. Die Zuhörer hängen an seinen Lippen. Lachsalven dröhnen durch den Raum.

Gäste erfahren viel über den „literarischen“ Baron

Und wenn die Gläser leer sind, tritt der Freiherr mit der großen Flüstertüte ans Fenster und ruft zum Gutshof hinüber: „Rösemeyer, bring Er Nachschub!“. Der Gerufene kam dann prompt mit dem Boot über den Mühlengraben und brachte das Gewünschte zur Grotte.

An der „Tabaksrunde“ können die Besucher zwar nicht mehr teilnehmen, dafür können sie aber viel über den „literarischen“ Münchhausen erfahren.

An jedem zweiten Sonntag im Monat halten Mitarbeiter des Museums die Grotte geöffnet; nach der Premiere am Ostersonntag findet am Sonntag, 10. Mai, (Muttertag) der zweite „offene“ Sonntag statt. Museumschef Werner Koch ist sicher, dass auch viele Einheimische das neue Angebot des Museums nutzen werden.



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