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Historischer Grabstein ziert die „alte“ Stadtmauer im Hagen

Aus dem Schlamm gerettet

BODENWERDER. In unserer Reihe „Hingeguckt“ richten wir in loser Folge den Blick auf Details im Stadtbild von Bodenwerder. Hagen befindet sich an mehreren Stellen ein Stück der „alten“ Stadtmauer. Wer von dort durch die Passage der Münchhausen-Apotheke in die Innenstadt geht, passiert die Mauereinfriedung des Grundstücks. Ein historischer Grabstein, schon ein bisschen verwittert, hebt sich kaum von der Sandsteinmauer ab. Grünspan legt sich über die Schrift und macht den Text nur schwer lesbar. Er lautet: „Hier ruhen die irdischen Reste Weiland Apothekers Justus Heinrich Grave in Bodenwerder.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 19:58 Uhr

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Beißner

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Karin Beißner Reporterin
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Er war geboren in Gronau den 11. August 1749, gestorben den 18. September 1815.“ Dass sich hier nicht die Grabstätte des Verstorbenen befinden kann, scheint klar zu sein. Apotheker Hans-Gerd Diesing weiß über den Stein zu berichten: „Mein Vater hat den Stein in den 30er Jahren als Treppenstufe im Schlamm des Hagens gefunden und daraus gerettet. Schon seit 1717 befand sich an der Stelle der heutigen Münchhausen-Apotheke die ,Rahts- und Stadt-Apotheke‘. Justus Heinrich Grave führte sie 30 Jahre lang. In der schwierigen Zeit der Französischen Revolution wirkte er auch im Rat der Stadt mit und genoss die Achtung seiner Mitbürger. Grave war übrigens ein schlauer Fuchs, er bezahlte 50 Taler jährlich an die Stadt und hielt sich damit die Konkurrenz vom Leibe – die Stadt versicherte, dass sie keine zweite Apotheke zulassen werde.“

Zusammen mit der Stadt Bodenwerder ließ Hans-Gerd Diesing 1985 die Inschrift dieses historischen Grabsteins erneuern, um auch der Nachwelt den Text zu erhalten. Der Gedenkstein für Justus Heinrich Grave fand dann seinen Platz an der „alten“ Stadtmauer in der Nähe seiner ehemaligen Wirkungsstätte, der Apotheke.



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