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Aussteller werben “ für Nachhaltigkeit

Aus Abfall wird Kunst

BODENWERDER. Vielleicht gelingt es ja, dass die programmatischen Begriffe Aufmerksamkeit, Nachhaltigkeit, Regionalität, Wiederverwertung sowie fairer Handel, den Menschen den Weg weisen, wie der rote Faden, der sie durch die Ausstellung „Kunstwerk“ geführt hat.

veröffentlicht am 02.09.2018 um 18:45 Uhr

Mit eigenen Liedern unterhält Karl Volkmann die Ausstellungsbesucher. Diese sitzen auf Gartenbänken, die aus einem vom Sturm umgewehten Walnussbaum gefertigt wurden. Foto: br
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Burkhard Reimer Reporter
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Das jedenfalls ist die Intention von Modedesignerin Karin Kehne, die am Wochenende zu der Veranstaltung in ihr „Haus mit der Schleife“ und den dazugehörigen Garten eingeladen hatte. Die positive Resonanz der zahlreichen Gäste, die den Weg zur Hamelner Straße 28 in Bodenwerder-Kemnade genommen hatten, sollte ihre Hoffnung nähren, dass ihr Wunsch zumindest in der einen oder anderen Hinsicht erfüllt wird. Auch sollte sie Ansporn sein, es nicht mit diesem, von ihr selbst mit der Zahl „Eins“ versehenen „Kunstwerk“ bewenden, sondern ihm weitere folgen zu lassen. Was, wie sie durchblicken lässt, auch durchaus ihr Plan ist.

Wünschenswert wäre das allemal, denn das, was es bei insgesamt 18 Ausstellern zu sehen und zu erfahren gab, war ideenreich und farbenfroh, (kunst-)handwerklich hervorragend und aus der Sicht von Weiterverwertung (neudeutsch „Upcycling“) absolut überzeugend. Wie – und hier sei angemerkt, dass aus der Fülle des Gezeigten nur einige Beispiele genannt werden können – die Weiterverarbeitung eines vom Orkantief Friederike gefällten, uralten Walnussbaums. Lars Riedel aus Bodenwerder, der am Wochenende die Kunst des richtigen Messerschärfens als Alternative zum Wegwerfen demonstrierte, hatte das Walnussholz zu prächtigen Gartenbänken verarbeitet.

Oder die Naturtextilien, die bei der Verarbeitung zu Kleidungsstücken im wahrsten Sinne des Wortes „abfallen“ und von Ute Ketelhake aus Springe unter der Bezeichnung „Second Life Rugs“ zu Teppich-Unikaten oder zu „Dollys“, ausgefallenen Kuscheltieren, verarbeitet werden. Wie aus Großmutters bestickter Weihnachtsdecke wahre „Haute Couture“ entstehen und auch aus den letzten Stofffetzen noch „Papageno“, ein pfiffiger Stuhlbezug, werden kann, damit verblüffte, Erika Knoop (Museum für textile Kunst in Hannover) das Publikum.

Ute Ketelhake hat „Dolly“ aus Textilresten gefertigt. Foto: br
  • Ute Ketelhake hat „Dolly“ aus Textilresten gefertigt. Foto: br

Es war nicht schwierig stundenlang durch dieses „Kunstwerk“ zu schlendern. Da war es angenehm, dass das Café Cannelle aus Bodenwerder Süßes und der Biohof Bossow aus Pegestorf Herzhaftes für die Pause anboten.



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