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25 Jahre Helcor-Leder-Tec / Spende für Strebost-Stiftung und Prämie für Mitarbeiter

Auf große Jubelfeier wird verzichtet

Hehlen. Seit 25 Jahren gibt es in Hehlen die Firma Helcor-Leder-Tec – eine Tochter der Hehlener Lederfabrik Heller-Leder. Jetzt blickt die Unternehmensleitung durchaus zufrieden auf die 25 Jahre zurück. Auf große Feierlichkeiten verzichtet man allerdings. Das Geld möchte man lieber sinnvoll investieren.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:56 Uhr

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VON KARIN BEIßNER
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Hehlen. Jedem Vorbeifahrenden fallen sie ins Auge die Firmenschilder der Hehlener Lederfabrik mit der stilisierten Haut – das „Heller-Leder“ in Gelb und in Rot das „Helcor-Leder-Tec“. Schon seit 1920 gibt es die Stammfirma Heller-Leder, die Tochter wurde erst 70 Jahre später gegründet. In diesem Jahr blickt die Helcor-Leder-Tec GmbH nun auf 25 erfolgreiche Geschäftsjahre zurück. Auf eine große Jubelfeier mit viel Tamtam will man aber verzichten.

Als die Gründungsmitglieder Hans-Wilhelm Strebost (verstorben 1991), Philipp Schaefer und Rudolf Ebeling im April 1990 den Gesellschaftervertrag unterschrieben, legten sie damit den Grundstein für eine Weltneuheit in der Lederverarbeitung. In der Mutterfirma Heller-Leder wird hauptsächlich Möbelleder hergestellt. Dafür wird nur der obere Teil der Haut gebraucht. Der untere Teil, das Spaltleder, hat keine Oberflächenstruktur mehr. Hier kommt nun die Neuentwicklung zum Tragen. Eine hauchdünne, weniger als 0,15 Millimeter starke Kunststoffoberfläche wird auf das Spaltleder aufgetragen, das dadurch wieder ein Gesicht bekommt, das der natürlichen Lederoptik entsprechen kann. Philipp Schaefer hatte diese spezielle Verklebungstechnik entwickelt. Er war vorher Jahrzehnte in der Entwicklung und Anwendung bei einem Unternehmen für Oberflächentechnologie in Hannover tätig, mit dem Heller-Leder geschäftliche Kontakte pflegte. Er brachte somit das notwendige Know-how für die Zurichtung von Spaltleder mit. Auch heute noch schaut der 81-Jährige, der in Hannover wohnt, ein bis zweimal in der Woche nach dem Rechten.

Für die neue Technologie mussten spezielle Maschinen entwickelt und gebaut werden. Anfang 1991 konnte mit der Produktion des Leders begonnen werden, das sich dadurch auszeichnet, dass alle Schichten untrennbar miteinander verbunden sind. Abnehmer für das neue Produkt waren primär die Schuh- und Sportschuhproduzenten. Dieses speziell behandelte Leder ist atmungsaktiv, luft- und wasserdampfdurchlässig und zeichnet sich durch hohe Licht- und Farbbeständigkeit aus.

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  • Blick in die Produktion: Helcor-Leder-Tec zeichnet sich durch hohe Licht- und Farbbeständigkeit aus.

Philipp Schaefer leitete die Produktion, die Entwicklung und den Vertrieb. Neue Märkte im Automobilbereich wurden erschlossen. Die Nachfrage nach dem neuen Produkt wurde immer größer, sodass 1994 eine weitere Beschichtungsanlage angeschafft wurde. Jetzt gehörten BMW und Daimler Chrysler USA mittlerweile zu den Hauptkunden. 80 Prozent der Produktion galten nun dem Autoleder. Gearbeitet wurde in drei Schichten und an den Wochenenden, um die nötigen 70 000 Quadratmeter wöchentlich produzieren zu können.

Doch nicht immer waren die Auftragsbücher voll; es gab auch Durststrecken in der 25-jährigen Firmengeschichte. Hervorgerufen wurden sie durch verschiedene Umstände. So stieg die Autoindustrie aus Kostengründen auf Kunststoff um. Doch das spornte die Verantwortlichen an, neue Absatzmöglichkeiten aufzutun.

Heute richtet die Helcor-Leder-Tec ihr Augenmerk mehr und mehr darauf, hochwertige Spaltleder modisch oder technisch zu veredeln und damit auf besondere Designwünsche der Kunden einzugehen. Damit entwickelt sich der Betrieb zu einem Nischenproduzenten, der hohe Qualität und Verlässlichkeit bietet. Viele Neuentwicklungen wurden umgesetzt, die für gute Perspektiven im Absatz der nächsten Jahre sprechen.

Auf eine große Feier zum Jubiläum hat die Geschäftsleitung – das sind heute Rudolf Ebeling und Thomas Strebost als geschäftsführende Gesellschafter und Michael Thamm als Geschäftsleiter – bewusst verzichtet. „Uns ist es wichtig, das Geld stattdessen sinnvoll zu investieren“, erklärt Rudolf Ebeling. „Wir haben uns da für eine großzügige Spende an die „Strebost-Stiftung für Jugendförderung“ entschieden. Diese unterstützt die Jugendarbeit in den Bereichen Kultur, Heimatpflege und Sport im Raum der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle. Und die Mitarbeiter des Betriebes bekommen eine besondere Prämie und können die Firmengeschichte in der betriebseigenen Zeitung, die jetzt zu Weihnachten erscheint, nachlesen.“



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