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Batnight 2013: Zusammen mit dem NABU Holzminden die Tiere der Nacht beobachten

Auf der Spur der Fledermäuse

Kreis Holzminden. Mausohr, Hufeisennase oder Abendsegler: Fledermäuse haben nicht nur schöne Namen, sondern faszinieren auch mit ihren Flugkünsten. Wer mehr über die bedrohten Tiere der Nacht erfahren will, sollte vom 24. bis 26. August die Gelegenheit nutzen und an einer der Fledermaus-Aktionen des NABU Holzminden teilnehmen.

veröffentlicht am 22.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:41 Uhr

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Anlass ist die Internationale Fledermausnacht 2013, bei der in vielen Ländern der Welt Veranstaltungen zum Thema Fledermäuse angeboten werden. Veranstaltet wird die jährlich stattfindende Internationale Fledermausnacht vom Europäischen Büro für Fledermausschutz EUROBATS und wird in der Bundesrepublik vom NABU organisiert.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet am morgigen Freitag, 23. August, ein Abendspaziergang durch die Ortschaft Grave. Ziel ist unter anderem die Graver Dorfkirche, die eine der größten Fledermauskolonien Niedersachsens beherbergt. So tummeln sich in den Sommermonaten mehr als 1500 Große Mausohren unter dem Kirchendach. Aber auch andere Fledermausarten wie die Zwergfledermaus sind in dem Ort an der Weser anzutreffen. Treffpunkt zu der etwa anderthalbstündigen Aktion ist um 20.30 Uhr der Campingplatz in Grave.

Während des Fledermaus-Kinderfestes, am Sonnabend, 24. August, in Kauffmannsgarten in Holzminden, lernen Menschen-Kinder spielerisch das Leben der Fledermaus-Kinder kennen. So werden die Teilnehmer erleben, wie schwer es ist, in der Dunkelheit Mücken zu jagen. Außerdem gilt es zu erfahren, wie Fledermaus-Mutter und Fledermaus-Kind mithilfe ihres Geruchssinns immer wieder zueinanderfinden. Anschließend geht es mit Bat-Detektoren ausgestattet zur Fledermausbeobachtung an die nahe gelegenen Teichanlagen. Treffpunkt zu der etwa zweistündigen Veranstaltung ist um 19.30 Uhr der Kauffmannsgarten in Holzminden. Die teilnehmenden Kinder zahlen 1 Euro Eintritt oder können stattdessen ein selbst gemaltes Bild einer Fledermaus mitbringen.

Für Sonntag, 25. August, lädt der NABU zur Erkundung der Fledermaushöhlen im Ith ein. Sie heißen Rothesteinhöhle, Bärenhöhle und Nasenhöhle und dienen den Fledermäusen als Winterschlafplatz. Mit etwas Glück sind bei entsprechender Witterung in der begehbaren Rothesteinhöhle bereits zu dieser Jahreszeit einzelne Tiere zu beobachten. Die etwa dreistündige Wanderung zu den Höhlen im Ith führt durch abwechslungsreichen Laubmischwald, in dem die Fledermäuse nachts ihren Beutetieren nachjagen. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Parkplatz Hüttenstraße in Holzen (letzte Straße links in Richtung Grünenplan).

Zur Erkundung der Höhlen sollte zur Exkursion eine Taschenlampe mitgebracht werden. Außerdem ist festes Schuhwerk erforderlich.

Durch die Aktionen soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. Vier Arten gelten in Deutschland als stark gefährdet, drei sind sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere sind zumindest gefährdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nur ungenügende Daten, um ihre Gefährdung genau einschätzen zu können.

Hauptursache für die Gefährdung der heimischen Fledermäuse ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen: Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwinden zunehmend. Um Fledermäuse durch die Sanierung von Gebäuden und anderen baulichen Maßnahmen vor dem Verlust ihrer Lebensräume zu schützen, sollten Klima- und Artenschutz Hand in Hand gehen. Ritzen, Fugen und Spalten, die durch die energetische Modernisierung von Fassaden und Dächern verloren gehen, sollten durch künstliche Ersatzquartiere an derselben Stelle ersetzt werden. So, wie es das Bundesnaturschutzgesetz vorschreibt. Ein weiteres Problem liegt in einer intensiven Landwirtschaft sowie dem Einsatz von Insektenbekämpfungsmitteln, durch die sich das Nahrungsangebot gleichzeitig reduziert.

Alle drei oben genannten Aktionen werden von der Arbeitsgruppe Fledermausschutz des NABU Holzminden organisiert und durchgeführt. Kontakt: Imke Meyer, Telefon 05533 / 93139.



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