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Münchhausen-Musical ein Besuchermagnet / Saison-Finale am Sonntag um 15 Uhr

Auf den Baron ist Verlass

BODENWERDER. Was wäre Bodenwerder ohne seinen berühmtesten Sohn, den großen Aufschneider Baron von Münchhausen? Seit 2005 dreht sich zehnmal im Jahr auf der Musicalbühne alles um den mitunter recht despektierlich als „Lügenbaron“ bezeichneten adligen Abenteurer.

veröffentlicht am 05.09.2017 um 19:13 Uhr

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Reporter

Vom Muttertag im Mai bis Anfang September lassen 14 Schauspieler die bekannten Geschichten des Barons in Musik, Tanz und Schauspiel auferstehen. „Prof. Jörg Heim aus Hildesheim hat die Musik komponiert. Wir haben alles alleine gemacht: Choreografie, Bühnenbild, Requisiten und Texte“, sagt Anke Rettkowski von der gleichnamigen Musicalschule aus Hameln.

Gut 200 Zuschauer kommen jeweils zweimal im Monat zur 50-minütigen Aufführung. „Das sind etwa 2000 im Jahr“, rechnet Rettkowski vor. Das Münchhausen-Musical hat sich einen guten Ruf erarbeitet und gehört zu den unverzichtbaren kulturellen und touristischen Angeboten der Stadt.

Dennoch sei die Veranstaltung, so Rettkowski, kein Selbstläufer. „Die Stadt steht voll dahinter“, lobt Rettkowski, aber es gelte nach jeder Saison die Sponsoren und Förderer neu zu überzeugen. „Manchmal wird es dann schon knapp und es stand ab und an schon mal auf der Kippe“, so die Musicaltrainerin.

Der Sultan mit seinem Harem. Foto: pr

Für die Künstler aber ist eine Rolle im Musical um den Lügenbaron oft ein Sprungbrett für die weitere Karriere. Daniel Pohnert heißt der jüngste Baron, dem vier Profi-Sänger aus Hannover und Hildesheim und etwa 15 Amateure aus der Region zur Seite stehen. „Bislang ist keine der Aufführungen total ausgefallen“, erinnert sich Rettkowski. Auf den Baron ist eben Verlass. Auch wenn es wie in der laufenden Saison schon dreimal Regenaufführungen gegeben hat. „Da spielen wir eben unterm Regenschirm und setzen die Handlung in szenisches Spiel um“, erklärt Rettkowski. „Aber unser Publikum schicken wir auf keinen Fall nach Hause.“

Die Kostüme werden stets neu angepasst. „Unsere Kostümbildnerin bringt immer wieder neue Ideen ein.“ Bei Rollen wie dem Läufer oder dem Wind dürfen sich die Besucher dann über neue, sehr kreative Entwürfe freuen. Sorgen bereitet den Verantwortlichen jedoch der Nachwuchs. „Vor allem an Männern fehlt es“, klagt Rettkowski. Dabei haben Interessenten eine große Chance ins Schauspiel- oder Sängerfach einzusteigen. „Die können sich bei mir melden und dann in der Probezeit mit einem professionellen Regisseur und einem musikalischen Leiter an ihrer Stimme und am Spiel arbeiten.“ Die Musik freilich komme vom Band, so Rettkowsi. Ein Münchhausen-Orchester ist noch ein Traum.

Am kommenden Sonntag, 10. September, bittet der Baron jetzt zum großen Saisonfinale. Ohne Eintritt. Anke Rettkowski ist sich sicher, dass der alte Lügenbold auch dann wieder seine Gäste verzaubern wird.



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