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Bürgermeister hofft auf Spenden- und Hilfsbereitschaft

Am Ehrenmal für die Kriegstoten ist der Lack ab

Bodenwerder. Die Strahlen der tief stehenden Sonne erreichen das alte Ehrenmal im Schrinntal nur noch selten. Die Bäume sind groß geworden, ihr Blätterwerk lässt nur noch wenig Licht auf das große Kreuz aus genietetem Eisen fallen. Feuchtigkeit hat Moos auf dem Sandstein und den Gedenktafeln wachsen lassen. Unkraut hat sich zwischen den Steinen der Mauern und auf dem freien Platz breitgemacht und lässt die Stätte, an der an die Opfer der Weltkriege erinnert wird, ungepflegt aussehen.

veröffentlicht am 11.11.2010 um 19:13 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

Das eiserne Kreuz braucht dringend einen neuen Anstrich.

Autor:

Reinhard Borchers
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Viele Treppenstufen müssen von demjenigen bezwungen werden, der die im Jahre 1925 errichtete Gedenkstätte besuchen will. Heute gibt es nicht mehr so viele Bodenwerderaner, die einen direkten Bezug zu den in den Tafeln eingemeißelten Namen haben. Bis vor einigen Jahren wurde wenigstens einmal im Jahr das Ehrenmal aufgesucht: Am Volkstrauertag ging man gemeinsam den etwa einen Kilometer entfernten Weg vom Rathaus bis zum großen Kreuz. Mit Fertigstellung der Fußgängerzone traf man seitens der Stadt die Entscheidung, das Gedenken an die gefallenen Soldaten innerhalb der Stadt zu begehen, auch und gerade wegen der älteren Einwohner, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Seit einigen Jahren wird am Obelisken nach dessen Umsetzung zum Mühlentorparkplatz auch auf das Schicksal der für die Bundesrepublik Deutschland gefallenen oder auf andere Weise im Dienst gestorbenen Bundeswehrsoldaten und letztendlich auf alle Kriegstoten aufmerksam gemacht.

Das große eiserne Kreuz im Schrinntal benötigt dringend einen neuen Anstrich. Rost hat die Eisenplatten teils meterlang auseinandergedrückt. Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt sieht nur wenige Möglichkeiten und erwägt deshalb zusammen mit dem Stadtrat, die Instandhaltungsmaßnahme über Spenden zu finanzieren. „Der Bauhof der Stadt kann das nicht leisten“, ist sich Schmidt sicher. Und der Aufwand für den Anstrich sei recht groß, denn „ohne Einrüstung geht dort gar nichts, und alles an Material muss die Treppe hoch getragen werden“. Deshalb werde die Hilfe von Einzelpersonen und Vereinen im nächsten Jahr benötigt. Stadtdirektor Joachim Lienig überlegt, ob das Technische Hilfswerk beteiligt werden könnte. Vor einigen Jahren hatten Soldaten des Panzerpionierbataillons Holzminden einen Pflege- und Instandhaltungseinsatz am Ehrenmal vorgenommen. Doch die Pioniere sind nun ständig im Auslandseinsatz oder auf Übung und haben deshalb immer weniger Zeit für solche Aktionen.

Malermeister Jens Treichel, dessen Betrieb jetzt zehn Jahre besteht, will statt groß zu feiern tatkräftig mithelfen, das Denkmal wieder in einen angemessenen Zustand zu versetzen. „Das Kreuz wurde aus dem Material der vorletzten Weserbrücke gefertigt. Der Zahn der Zeit hat an den Nieten genagt. Das Kreuz muss deshalb grundsaniert werden“, sagt Treichel und sieht nur eine Möglichkeit: Das etwa zwölf Meter hohe und fünf Meter breite Kreuz einrüsten, um an alle Stellen zu gelangen. Ein Abtransport per Lastenhubschrauber komme aufgrund des Gewichts von annähernd fünf Tonnen nicht in Betracht. Treichel meint auch, dass vorher Bäume gefällt werden müssen, um wieder einen freien Blick von der Weser zuzulassen. Neben dem Aufstieg zum Schrinntal-Kriegerdenkmal befindet sich noch ein kleineres Ehrenmal. Das Skagerrak-Denkmal erinnert an die große Seeschlacht am 1. Juni 1916 im Ersten Weltkrieg. Für das deutsche Kaiserreich verloren damals 3000, für die britische Krone 7000 Seeleute ihr Leben. Die mächtigen Wurzeln einiger Bäume haben die Stabilität des Denkmals und der Treppenstufen aufgelöst.

Auch das Skagerrak-Denkmal ist eingewachsen und müsste neu herge
  • Auch das Skagerrak-Denkmal ist eingewachsen und müsste neu hergerichtet werden. Fotos: rbo

Einigkeit herrscht in allen im Rat der Stadt Bodenwerder vertretenen Fraktionen darüber, das gesamte Ensemble zu erhalten. Zuletzt wurden vor acht Jahren kostenintensive und aufwendige Baumfällarbeiten im Aufgangsbereich des Ehrenmals durchgeführt. Der Abbau der Gedenktafeln und ihre Aufstellung in der Innenstadt war damals wie auch heute im Gespräch. Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt hofft auf die Bürger: „Wer sich an den Kosten der Sanierung und damit dem Erhalt des Ehrenmals beteiligen möchte, den bitten wir um eine Spende.“ Diese könne auf das Konto der Samtgemeindekasse, Stichwort „Schrinntal“, Kontonummer 26000406, Bankleitzahl 25450110 bei der Sparkasse Weserbergland eingezahlt werden.

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