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Fragen und Antworten

Am 1. April geht der Bürgerbus in Bodenwerder an den Start

Am 1. April nimmt der Bürgerbus in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle seinen Betrieb auf. Dieser Tage werden die Fahrpläne an die Haushalte verteilt. Gerhard Löcker, Geschäftsführer des Bürgerbusvereins, bezieht gegenüber unserer Zeitung Stellung zu Hintergründen und Aussichten des ehrenamtlichen Angebots. Fragen und Antworten im Überblick:

veröffentlicht am 15.03.2019 um 14:39 Uhr
aktualisiert am 15.03.2019 um 17:20 Uhr

In knapp zwei Wochen geht‘s los: Dann wird der Bürgerbus in der Samtgemeinde Bodenwerder–Polle seine Runden drehen. Foto: Bürgerbusverein
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In der Samtgemeinde startet nun der erste Bürgerbusbetrieb im Landkreis Holzminden. Wie stehen die Chancen auf Erfolg?
Der Bürgerbusverein rechnet mit kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen. Geschäftsführer Löcker, der auch im Kreis Hameln-Pyrmont – in Coppenbrügge, Bad Münder und Salzhemmendorf – Bürgerbus-Initiativen begleitet hat, spricht von anfänglich 300 Fahrgästen pro Monat, die sich aber inzwischen nahezu verdreifacht haben. In Bad Münder stoße das Angebot sogar aktuell an Kapazitätsgrenzen, meint Löcker.


Worauf stützt sich das Konzept Bürgerbus?
Löckers Antwort ist eindeutig: „In erster Linie auf das Fahrpersonal.“ Die „rüstigen Rentner“, die in der Regel die Busse fahren, würden sich schließlich vor Ort bestens auskennen und sie wüssten auch genau, wo etwa ältere und behinderte Fahrgäste als ihre Nachbarn wohnen. Sie stünden ohnehin in Kontakt mit ihnen. Etwa drei bis vier Stunden pro Woche würden die Ehrenamtlichen ihre freie Zeit für das Busfahren zur Verfügung stellen. „Sie haben ihr Arbeitsleben hinter sich und sind absolut zuverlässig“, meint Löcker.

Gibt es schon genug ehrenamtliche Fahrer?
Derzeit hat der Bürgerbusverein 21 Fahrer. Die geplanten Dienste können mit den Ehrenamtlichen gut abgedeckt werden. Der Verein sucht dennoch weitere Ehrenamtliche, „das Werben um Fahrpersonal ist ein permanenter Prozess“, meint der Geschäftsführer.


Ist ein Bürgerbus nicht eine Konkurrenz für den professionellen ÖPNV?
Ein klares „Nein“ kommt von Löcker, es handele sich eher um ein Ergänzungsangebot. „Der Bürgerbus schließt die Bedienungslücken, die der professionelle ÖPNV nicht wirtschaftlich bedienen kann“, sagt Löcker. So würden in Coppenbrügge heute Linien bedient, die zuvor keine Angebote hatten. In Bad Münder sei die Bedienung des Deisterhanges wieder möglich geworden. Dort habe sich der professionelle ÖPNV zuvor zurückgezogen. In Bodenwerder bestehe auch eine klare Aufgabenteilung: Schüler werden weiterhin mit den großen Bussen zum Schulanfang und zum Schulschluss befördert. In den Zwischenzeiten ist der Bürgerbus im Einsatz. Auch das Einkaufsgebiet in der Ernst-Reuter-Straße und die komplette Innenstadt würde vom Bürgerbus angefahren. „Gerade die kurzen Besorgungen zum Einkaufen, zur Apotheke oder der Arztbesuch werden nun wieder mit dem ÖPNV möglich“, so Löcker.

Gerhard Löcker ist Geschäftsführer des Bürgerbusvereins in Bodenwerder–Polle. Foto: Bürgerbusverein


Noch ist das Bürgerbus-Angebot überschaubar. Ist in Bodenwerder eine Ausweitung geplant?
Vorerst nicht. Im Betrieb müsse sich zunächst eine „gewisse Routine“ einstellen. „Klein, aber fein“ solle es in Bodenwerder losgehen; sofern es Bedarf gebe, könne der Betrieb schrittweise hochgefahren werden.


In Bodenwerder ist der Betrieb auf die Bedienung der rechten Weserseite beschränkt. Soll das so bleiben?
Laut Bürgerbus-Geschäftsführer hängt die anfängliche Situation mit der derzeitigen Sperrung der B 83 zusammen. „Ursprünglich wollten wir auch Ottenstein anfahren, das aber während der Bauzeit durch die RBB-Linie 520 stündlich bedient wird“, erklärt er.


Für Ottenstein wäre auch eine durchgängige Verbindung von Bodenwerder über Ottenstein nach Bad Pyrmont vorstellbar. Ein Rufbus ist auch in Planung. Wie steht der Verein dazu?
Gerhard Löcker verweist auf die zuständigen Landkreise Holzminden und Hameln-Pyrmont. Auch die Stadt Bad Pyrmont werde laut Löcker sicher ihre Interessen formulieren. Der Nachteil eines Rufbusses indes, so der Bürgerbus-Chef, sei die telefonische Vorbestellung. Da seien Linienagebote schon „für den Fahrgast komfortabler und einfacher“. Grundsätzlich zeigt sich Löcker offen für eine Bodenwerder-Bad Pyrmont-Verbindung: „Die Stadt Bad Pyrmont ist vor einiger Zeit mit dem Flecken Ottenstein schon einmal an uns herangetreten und wir könnten uns gut vorstellen, auch die Pyrmonter Interessen und vor allem die der Bergdörfer in unserem Vorstand einzubinden.“


Wie sollen die Bürgerbusangebote besser bekannt gemacht werden?
Alle Spielregeln und Angebote des Bürgerbusvereins sind in haushaltsbezogenen Fahrplanflyern aufgeführt. Der Flyer, den jeder Haushalt bis zum Betriebsstart bekommen soll, werde dann ganz sicher „seinen festen Platz am Küchenschrank“ finden, ist Löcker überzeugt.red



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