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Gemeinde veröffentlicht Ergebnis des Lärmaktionsplanes für Coppenbrügge und Marienau

Als wenn der Staubsauger ständig läuft

COPPENBRÜGGE / MARIENAU. Vegetative Störungen, wie beispielsweise Magenbeschwerden muss in Kauf nehmen, wer sich ständig dem Lärm eines Staubsaugers in Höhe von 75 Dezibel aussetzt. Für direkte Anlieger der B 1 in Coppenbrügge und Marienau sind solche Lärmpegel von der Straße vor der Haustür an der Tagesordnung.

veröffentlicht am 07.08.2018 um 17:01 Uhr

Aus der Luft ist der Trassenverlauf der Umgehungsstraße um Coppenbrügge schon erkennbar. Foto: wfx
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Etwa 50 Dezibel ist es durchschnittlich in einem Büro laut. Ein Radio oder ein Fernseher in Zimmerlautstärke verursacht Schallwellen von 60 Dezibel. Doch schon ab 60 Dezibel kann Lärm das Gehör beeinträchtigen, Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Vegetative Störungen, wie beispielsweise Magenbeschwerden muss in Kauf nehmen, wer sich ständig dem Lärm eines Staubsaugers in Höhe von 75 Dezibel aussetzt. Für direkte Anlieger der B 1 in Coppenbrügge und Marienau sind solche Lärmpegel von der Straße vor der Haustür an der Tagesordnung.

Das ist das Ergebnis des Lärmaktionsplanes, den der Flecken Coppenbrügge jetzt vorgelegt hat. Ein Lärmaktionsplan ist ein fachübergreifendes Planungsinstrument. Ziel dieser Planung ist es, einerseits den Umgebungslärm vorrangig an jenen Orten zu reduzieren, wo die Geräuschbelastung ein gesundheitsschädigendes Ausmaß erreicht hat. Dafür erließ die EU im Jahr 2002 die „Umgebungslärmrichtlinie“. Hiernach wird im Rahmen eines zweistufigen Verfahrens zunächst der Umgebungslärmpegel in Lärmkarten erfasst und im Anschluss ein entsprechender Lärmaktionsplan zur Verminderung von Geräuschbelastungen erstellt.

Lärmproblem dürfte sich durch den Bau der Umgehungsstraße bald erübrigt haben.

Jürgen Krückeberg, Bauamtsleiter

Der Ortskern von Coppenbrügge weist nach der Verkehrsuntersuchung von 2008 ein Verkehrsaufkommen von bis zu 12 400 Fahrzeugen am Tag auf. Der Anteil des Durchgangsverkehrs daran beträgt 67 Prozent. Derzeit wurde für die B1-Ortsdurchfahrten in Coppenbrügge und Marienau vom Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim anhand des Verkehrsaufkommens und der Anliegerverteilung errechnet, , dass in den Ortsdurchfahrten tagsüber aufgerundet etwa 400 Menschen und zu Nachtzeiten rund 300 Anlieger vom Straßenlärm belastet sind. Dabei sind am Tage die Menschen im Lärmbereich der Bundesstraße Lärmpegeln von 55 bis 75 Dezibel ausgesetzt. Während der Nacht müssen B1-Anlieger gegenwärtig immer noch Geräuschpegel von 50 bis 65 Dezibel aushalten. Die Untersuchung zeigt weiterhin auf, dass auf einer Fläche von 2,9 Quadratkilometern aufgerundet etwa 200 Wohnungen liegen, die einen Lärmpegel von bis zu 65 Dezibel auszuhalten haben. Auf weiteren 0,8 Quadratkilometern sind in rund 100 Wohnungen zudem bis zu 75 Dezibel zu ertragen. Damit sind eindeutig Überschreitungen der Grenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung nach der Bundesimmissionsschutzverordnung gegeben.

Für Coppenbrügge und Marienau dürfte sich das Lärmproblem durch den Bau der Umgehungsstraße aber in absehbarer Zeit erübrigt haben. In der Prognose soll für den Zeitraum bis 2020 das Verkehrsaufkommen nach einer Schätzung auf 14 100 Fahrzeuge steigen. Die Voraussagen gehen aber dahin, dass davon bis zu etwa 9600 Pkw und Lkw die dann voraussichtlich freigegebene Ortsumgehung benutzen werden. „Damit wären dann die in den strategischen Lärmkarten ermittelten Lärmproblem gelöst“, meint Jürgen Krückeberg, Bauamtsleiter der Gemeinde Coppenbrügge.



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