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Akten unter Verschluss: Bodenwerder hat keine Jodsole-Quelle mehr

Bodenwerder (joa). Bodenwerder hat nicht nur keinen Bäder-Status mehr – viel schlimmer noch: Bodenwerder hat auch gar keine heilkräftige Jod-Sole-Quelle mehr! Was da in die Weser läuft, sei nur noch salziges Wasser, sagt der ehemalige Bürgermeister der Samtgemeinde, Herbert Bröckel.

veröffentlicht am 08.02.2012 um 16:34 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:21 Uhr

Hier wurde einst Bodenwerders heilkräftige Jodsole gefördert. Doch der Brunnen ist derzeit außer Betrieb. Neuste Analysen sprechen dem Wasser derzeit jegliche Heilwirkung ab.
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Aus der Quelle am Ostufer sprudelt derzeit gar keine heilkräftige Jodsole mehr in die Weser, sondern bestenfalls noch salziges warmes Wasser. Das habe eine hydrogeologische Untersuchung ergeben, die vom einstigen Ostufer-Ferienpark-Investor TerHuurne bei Fachfirmen in Auftrag gegeben worden sei. Die diesbezüglichen Gutachten würden beim Bauamt der Stadt Bodenwerder unter Verschluss liegen, so Bröckel.

Anfang vom Ende war Mitte der 80er Jahre, als ein Motor der durch die Sole korrodierten Pumpe rund 200 Meter tief in den Brunnenschacht. Der Motor verstopft seitdem den Zugang zur über 400 Meter tief sprudelnden Sole „wie ein Korken“, so Bröckel: Eine Beseitigung hätte 50 000 Euro kosten.“

Als dann der einstige niederländische Ostufer-Ferienpark-Investor TerHuurne das Gelände übernahm, war der trotz besagter Schwierigkeiten von dem Gedanken fasziniert, die warme Jodsole auch für ein Bad der geplanten Ferienanlage zu nutzen.

Er ließ zu Anfang dieses Jahrtausends den Brunnenschacht mit einer Kamera befahren und eine Wasseranalyse erstellen. Mit ernüchterndem Ergebnis: Jod in heilkräftiger Konzentration war praktisch nicht mehr vorhanden, die Sole durch in den Schacht eindringendes Süßwasser total verwässert. Und um wenigstens wieder exzellente Sole zu erhalten, sollte eine Sanierung des Brunnenschachtes „Investitionen im Millionenbereich erfordern“, erinnert sich Bröckel.

Andererseits hat die Herausnahme Bodenwerders aus dem Bäderverzeichnis nichts mit dem Versiegen der Jodsole-Quelle am Ostufer als vielmehr mit dem Sparwillen des damaligen Stadtkämmerers Helmut Tillner zu tun. „Der hat damals die Stadt aus dem Verzeichnis herausnehmen lassen, um die 800 Euro pro Jahr, die der Eintrag kostet, zu sparen.“

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