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In Bodenwerder setzt man auf Umrüstung der Straßenlaternen auf LED-Licht

20 000 Kilowattstunden eingespart

BODENWERDER. Wenn es Nacht wird in Bodenwerder, setzt man dort auf Sparkurs.

veröffentlicht am 01.06.2017 um 16:40 Uhr
aktualisiert am 01.06.2017 um 17:40 Uhr

Bodenwerders Voglerstraße gehörte zu den ersten mit LED-Licht modernisierten Straßen.
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Nicht nur dass dann Straßenlaternen – im Fachjargon spricht man von Lichtpunkten – abgeschaltet werden; denn während die Laternen hier an Kreuzungen und neuralgischen Punkten durchleuchten, wird sonst in der Regel jede zweite Lampe von 23 Uhr bis 5.30 Uhr dunkel. Doch darüber hinaus ist die Stadt nun mittlerweile seit drei Jahren auch schon damit beschäftigt, die Laternen auf stromsparende LED-Leuchtmittel umzurüsten.

So sind bereits 100 Lichtpunkte mit der neuen Leuchttechnik ausgestattet worden. Bodenwerders Voglerstraße gehörte zu den ersten modernisierten Straßen. In diesem Jahr sollen laut Bodenwerders Bauamtschef Thomas Steffe weitere 50 Laternen mit weniger Kilowattstunden Energie auskommen. Auch Laternen, deren Lampen defekt sind, bekommen künftig LED eingeschraubt, erklärt Steffe. Durch diese Ümrüstungsmaßnahme konnten in den Vergangenheit bei Bodenwerders Straßenbeleuchtung bereits runde 20 000 Kilowattstunden eingespart werden. Und die Kosten für Straßenlicht wurden von einstmals 50 000 Euro auf 45 000 Euro für die Stadtkasse reduziert, weiß der Bauamtsleiter zu berichten.

Doch sind es nicht diese Einsparpotenziale allein, die die Münchhausenstadt Bodenwerder dazu bewogen haben, damit zu beginnen, vor allem zuerst die Lampen, die die ganze Nacht über brennen, auf LED-Leuchtmittel umzurüsten. Macht doch die EU Druck, dass auch deutsche Straßenbeleuchtung auf Energie-Sparlampen umgerüstet wird: Das für private Haushalteeingeführte Glühbirnenverbot gilt nämlich auch für die Öffentliche Hand.

In den Haushalten sind LED-Leuchtmittel wegen des EU-weiten Verbots von Glühbirnen längst zum Standard geworden. Für die Umrüstung der Straßenlaternen auf energiesparende LED-Beleuchtung werden Deutschlands Kommunen hingegen noch Jahrzehnte Zeit brauchen. Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) geht davon aus, dass eine flächendeckende Umrüstung auf LED-Technologie noch 20 bis 30 Jahre dauern könnte, wie es bei der Organisation in Berlin heißt.

Das liegt unter anderem daran, dass viele Städte – so auch Bodenwerder– erst im vergangenen Jahrzehnt ihre Straßenbeleuchtung auf energiesparende Natriumdampf-Hochdrucklampen umgerüstet haben. Eine neuerliche Modernisierung wäre unwirtschaftlich und teuer, wenn die LED-Lampen auch weniger Energie brauchen. Bei Laternen-Umrüstungen ist deshalb auf die Haushaltskapazitäten zu achten – auch wenn LED-Lampen in den vergangenen Jahren immer preisgünstiger für die Kommunen geworden sind: Was einst 150 Euro pro Stück kostete, ist heute schon für 50 bis 80 Euro je nach Anbieter zu haben. 10 000 Euro hat Bodenwerders Rat daher in diesem Jahr für Erhalt und Umrüstung des Straßenlichts in der Münchhausenstadt in den städtischen Etat eingestellt.

Denn mal abgesehen von EU-Vorschriften: Das Einsparpotenzial ist hoch, wie Karsten Lindloff, Projektleiter Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der Dena, statistisch festgestellt hat. Macht nach seinen Berechnungen doch in den Kommunen die Straßenbeleuchtung vor ihrer Umrüstung auf LED im Schnitt rund 40 Prozent des kommunalen Stromverbrauchs aus. Und durch energetische Modernisierung könnten davon bis zu 80 Prozent eingespart werden.

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