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Wirtschaftsvereinigung argumentiert gegen Markt-Ansiedlung von Edeka und Aldi

Warnung vor großflächigem Leerstand

Bad Münder. Sie sorgen sich wieder verstärkt um die Innenstadt: Vertreter der Wirtschaftsvereinigung (WV) warnen vor der Schaffung eines weiteren Marktzentrums mit einem Aldi-Discounter und einem E-Center. Entsprechende Pläne waren der Politik im Dezember von Projektentwicklern und Unternehmensvertretern für eine Fläche in KGS-Nähe an der Bahnhofsstraße vorgestellt worden.

veröffentlicht am 23.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:04 Uhr

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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„Bereits 2009 hat die Wirtschaftsvereinigung im Planungsausschuss darauf hingewiesen, dass die Ansiedlung eines Einzelhandelszentrums nicht zu einer Verödung der Innenstadt führen darf“, erinnert Michael Engel, einer von drei Vorsitzenden der WV. Trotz aller Bemühungen hätten die Einzelhändler aber feststellen müssen, dass es durch das Rohmelcenter zu deutlichen Umsatzeinbußen gekommen sei. „Eine Tatsache, die auch in anderen vergleichbaren Städten immer wieder zu beobachten ist, wenn ein Einkaufszentrum in Außenbezirken realisiert wird“, sagt Engel, als Chef des größten münderschen Kaufhauses durchaus im Thema.

Für ihn wie auch für seinen Vorstandskollegen Achim Stadie ist diese Entwicklung „absolut logisch“. „Warum sollte man die Innenstadt aufsuchen, wenn an einem Standort alle Waren erhältlich sind?“ Die Folge seien Umsatzrückgang und Leerstände im Innenstadtbereich.

Die Vertreter der WV sehen allerdings auch Auswirkungen, die noch deutlich über Leerstände in der Innenstadt hinausgehen könnten. „Die Entwicklung den ,freien Kräften der sozialen Marktwirtschaft zu überlassen‘ läuft klar auf einen Verdrängungswettbewerb hinaus. Das führt zwangsläufig dazu, dass nicht nur der jetzige Aldi-Standort verwaist sein wird, auch wird der im Wettbewerb unterlegene Anbieter den Standort verlassen und einen weiteren – großflächigen – Leerstand hinterlassen“, lautet ihre Prognose. Der Verdrängungswettbewerb zwischen den Einzelhandelsketten Edeka und Rewe sei bundesweit bekannt, es dürfe aber nicht sein, dass er in Bad Münder auf dem Rücken der Stadt ausgetragen werde.

Kritisch setzen sich Engel und Stadie mit einem Hinweis von Wilfried Leder von Baco-Invest, Entwickler der jüngsten Aldi- und Edeka-Planung, auseinander. Seine Darstellung, dass Bad Münder mit rund 17 000 Einwohnern über ausreichend Kaufkraft für alle Anbieter verfüge, entspreche nicht der Realität. „Die Ortsteile um Eimbeckhausen, Hachmühlen und Flegessen herum sind traditionell im Kaufverhalten nicht der Kernstadt zuzuordnen und fallen bei der Berechnung heraus“, erklären die WV-Vertreter. Für sie führt die aktuelle Diskussion in Bad Münder in die falsche Richtung. „Alle bisherigen Untersuchungen und Gutachten empfehlen zentrumsnahe Ansiedlung möglicher Märkte, nicht jedoch Ansiedlungen außerhalb der Innenstadt.“ Bad Münder sei per Definition ein Grundzentrum, die zugeordneten Verkaufsflächen für die Nahversorgung im Bereich Einzelhandel und Lebensmittel seien über das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises geregelt. „Eine neue Verkaufsfläche in der geplanten Größenordnung ist danach gar nicht realisierbar“, so die Feststellung der WV. Ihr Ansatz: Eben nicht auf die „freien Kräfte der sozialen Marktwirtschaft“ setzen, dafür Sorge tragen, dass ein Besuch der Innenstadt lohnenswert bleibe.



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