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Slowakische Sinfonietta spielt Musik von Georges Bizet über Camille Saint-Saëns bis Manuel de Falla

Spanische Verlockungen

Bad Münder. Die Organisatoren der Meisterkonzerte hatten nicht zu viel versprochen: auch die Slowakische Sinfonietta Žilina unter Leitung des Dirigenten José Ferreira Lobo zeigte sich als wahrhaft meisterlich. Das aus etwa 40 Musikern bestehende Orchester zauberte einen fantastischen Klang in den Martin-Schmidt-Konzertsaal, was das Publikum schon zu Beginn des Konzertabends mit brausendem Applaus zu würdigen wusste.

veröffentlicht am 11.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:29 Uhr

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Autor:

von horst voigtmann
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Furios und temperamentvoll war gleich der Anfang: die Carmen-Suite Nr. 1 von Georges Bizet. Manch ein Opernfreund wird sich an das Bühnenbild und Szenen einer Opernaufführung erinnert haben. Das Zusammenspiel zwischen dem Dirigenten und den Musikern funktionierte durch kleine Gesten, was zu einem hervorragenden Gesamtklang des Ensembles führte.

Ein besonderes Klangerlebnis entstand aber durch die Solistin Margarita Guerra, als sie mit ihren Kastagnetten die Bühne betrat und spanische Atmosphäre vom Feinsten zauberte. Der Klang der kleinen als Muscheln ausgearbeiteten Perkussionsinstrumente war sehr dominant und setzte sich gegen die 40-fache Instrumentenkonkurrenz spielend durch, zumal dann, wenn das spanische Temperament der Solistin in ihrem roten Umhang durch die Dynamik der Musik besonders herausgefordert wurde.

Das Publikum war begeistert, sodass schon nach ihrem ersten Auftritt Margarita Guerra immer wieder auf die Bühne kommen musste, um sich für den nicht enden wollenden Applaus zu bedanken. Das sollte an diesem Abend mehrfach geschehen, denn sämtliche Werke dieses Konzertes stammen aus Opern oder aus Musiktheaterstücken, sogenannten Zarzuelas aus spanischer Tradition, und setzten daher auch vielfach den Einsatz der Kastagnetten voraus.

Die meisten der an diesem Auftaktabend gespielten Komponisten, die alle im 19. Jahrhundert geboren wurden und – bis auf Bizet – im 20. Jahrhundert verstarben, mögen nicht nur dem Rezensenten, sondern auch dem Publikum unbekannt gewesen sein. Dennoch war es ein großes Vergnügen, die oft nicht sehr langen, dafür aber meist temperamentvollen Werke mit diesen hervorragenden Musikern zu erleben. Wer die Augen schloss, der konnte mal eine spanische Landschaft imaginieren, ein anderes Mal die Ankunft des Toreros, wenn nicht sogar des Stieres, erwarten.



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