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Ein klangvoller Hochgenuss: Minguet Quartett begeistert im Kammermusik-Abend der Meisterkonzert-Reihe

Schwelgende Sinnlichkeit

Bad Münder. Seitdem es die Meisterkonzerte Bad Münder gibt, beinhalten die jährlichen sechs Abonnementskonzerte auch ein Kammerkonzert. Mit dem Minguet Quartett war jetzt eine der prominentesten deutschen Streichquartett-Formationen zu Gast in der Badestadt. Zu Recht zählt sie zur weltweiten Crème de la Crème der Streichquartette. Für die verwöhnten Besucher der Meisterkonzertreihe – sie besteht seit 30 Jahren – war es ein einzigartiger Genuss, die grandiosen Musiker im Martin-Schmidt-Konzertsaal zu erleben.

veröffentlicht am 11.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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Autor:

Dieter Gömann
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Das aus Köln stammende Quartett konzentriert sich ganz fein gemaltes Klangbild. Das blinde Verständnis von Ulrich Isfort (1. Violine), Annette Reisinger (2. Violine), Aroa Sorin (Viola) und Matthias Diener (Vionloncello), gepaart mit schwelgender Sinnlichkeit, wurde sogleich zum Auftakt bei der Wiedergabe von Joseph Haydns Streichquartett op. 76 Nr. 5 deutlich. Hier zeigten die Musiker schon einen wesentlichen Teil ihrer Stärke und ihres Gespürs für den Klassiker: Leichtgewichtigen spielerischen Elan und Esprit entwarf das Quartett, überaus transparent wurden alle Verläufe gezeichnet. Die Darbietung des langsamen zweiten Satzes (Largo cantibele e mesto) ging zu Herzen und war ein Hochgenuss, der im dritten (Menuett. Allegro) und vierten Satz (Finale. Presto) dieses Werk zum Highlight des Abends werden ließ. Begeisterter Applaus.

Im Vergleich zur Klassik eines Joseph Haydn ist die Musik Gustav Mahlers, der an der Wende zwischen Hochromantik und „Neuer Musik“ stand, nicht unbedingt sofort dem Zuhörer zugänglich. Da war dann schon genaues Hinhören gefordert, um das Lied „Wo die schönen Trompeten blasen“ nach dem Zyklus „Des deutschen Knaben Wunderhorn“ oder auch „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, eines der fünf „Rückert-Lieder“ – im Original für Sopran und Orgel (1902) – auf sich wirken zu lassen. Die Wiedergabe dieser beiden Lieder erfolgte in der Bearbeitung für Streichquartett von Annette Reisinger. Hier wie auch bei den das Kammerkonzert beschließenden „Vier Stücke für Streichquartett op. 81“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy präsentierte das Minguet Quartett seine große Klangkultur – stilvoll, schlank und fein im Klang. Leichtigkeit und Schwungkraft waren gleichermaßen trefflich vereint. Die vier einzelnen Stücke – Andante, Scherzo, Capriccio und Fuge – wurden posthum als Streichquartett veröffentlicht.

Ulrich Isfort, Annette Reisinger, Aroa Sorin und Matthias Diener (v.li.) gestalteten als Minguet Quartett den Kammermusikabend im Martin-Schmidt-Konzertsaal.



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