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Ein Dutzend Studierende vermessen historische Gebäude in Nienstedt

„Schmiedebackhaus“ wird Uni-Projekt

NIENSTEDT. Der Umgang mit Wasserwaage, Zollstock und Maurerschnur ist für die 26-jährige Architekturstudentin Lea von Wolfframsdorff kein Problem. Zusammen mit ihren Kommilitonen Thais Loof und Dogan Atsak hat sie auf dem Boden der alten Schmiede ein Koordinatenkreuz ausgelegt.

veröffentlicht am 28.06.2018 um 06:00 Uhr

Thais Loof (53), Lea von Wolfframsdorff (26) und Dogan Atsak (26) vermessen die alte Baustruktur des Schmiedebackhauses, um die Pläne zu rekonstruieren. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter
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Das ist der Bezugspunkt für die Messungen, die die zwölf Studierenden des Fachbereichs Architektur und Landschaft der Leibniz-Universität Hannover im historischen Gemäuer des „Schmiedebackhauses“ vornehmen.

„Unser Projekt nimmt Fahrt auf“, freut sich Herwig Glatzel, der Initiator der Wiederbelebung des drei Gebäude umfassenden alten Areals. „Das Nienstedter Schmiedebackhaus wird Uni-Projekt.“ Die Erstellung von Plänen sei der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur Beantragung von Fördermitteln, erläutert Glatzel.

An zwei Wochenenden messen und zeichnen die Studierenden die drei Gebäude. Alte Schmiede, Wohnhaus und Stallanlage werden so in ihrer historischen Bauweise erfasst und dokumentiert.

„Die neun Studentinnen und drei Studenten sollen dabei ein Gespür für die Dimensionen und Konstruktionsprinzipien der historischen Fachwerkbauweise bekommen“, erklärt Dr. Renko Steffen. Der 37-jährige Wissenschaftler betreut das Semesterprojekt. Die „Transformation einer Nutzung“ ist dabei Pflichtelement des hannoverschen Bachelor-Studienganges.

„Wir finden hier einen durch die lange Zeit des Leerstands unverbastelten Zustand vor“, freut sich der Wissenschaftler. Leider gäbe es aber auch einige dadurch bedingte Bauschäden wie Feuchtigkeit und lecke Dachrinnen. Auch die mit Asbestschindeln zugepflasterte Außenwand des Wohnhauses bereitet Sorgen.

Drinnen sitzen einige Studierende vor ihren Laptops und geben bereits die ersten Daten ein.

„Wir machen das nicht für jeden, aber wir unterstützen in diesem Fall natürlich die Graswurzel-Bewegung hier vor Ort“, stellt Renko Steffen fest. Auch der Nienstedter Christoph Borchers, der in Hameln ein Bauplanungsbüro betreibt, ist mit von der Partie. „Die Studierenden lernen hier die traditionelle Bauweise unserer landwirtschaftlich strukturierten Gegend kennen. Die Drei-Seiten-Höfe sind die Keimzellen unserer Dörfer.“ Es gäbe bereits Pläne, die Studierenden auch längerfristig in den Projektprozess „Schmiedebackhaus“ einzubeziehen.

Glatzel hofft: „Im Projekt anstehende Themen wie die räumliche Umsetzung der Ideen, die Renovierungen mit Lehm, Fachwerk und altem Ziegelwerk sind wie die Gründung und Organisation einer gemeinnützigen Gesellschaft spannende Lernfelder für die angehenden Architekten. Frische Visionen und helfende Hände sind für uns ein großer Gewinn.“



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