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Anwohner in Nettelrede haben stundenlang kein Wasser / Arbeiten dauern noch zwei Wochen

Rohre platzen wie Bockwürste

Nettelrede. „Die Rohre sind geplatzt wie eine Bockwurst“, fasst Olaf Cassens vom Wasserversorger Purena die Situation in Nettelrede für Laien verständlich zusammen. Der Leiter des für Bad Münder zuständigen Netzgebietes West hat sich gestern mit seinem Kollegen Andreas Tschöpe die Lage vor Ort noch einmal angeschaut. Nach Wartungsarbeiten am Montagmorgen im Bereich Echternfeld wurden reihenweise geplatzte Leitungen gemeldet. Die gute Nachricht vorweg: Die Kunden haben alle wieder Wasser – wenn auch bei einigen erst mal über ein Provisorium.

veröffentlicht am 11.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 13:03 Uhr

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Autor:

von mira colic
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„Insgesamt waren 25 Haushalte betroffen“, erklärt Tschöpe, der das Rohrnetz in diesem Bereich betreut. Von der Kreis- über die Temps- bis zur August-Katz-Straße wurden seit Anfang der Woche geplatzte Rohre an fünf Stellen repariert. Die alten Asbestzementrohre, die aus den 1950er und 60er Jahren stammen, wurden gegen Kunststoffrohre ausgetauscht. „Die alten Rohre müssten eigentlich einem Druck von 10 Bar standhalten“, erklärt Cassens, „haben sie bei den Routinearbeiten jedoch nicht, wie Materialproben eindeutig ergeben haben“. Bis Mittwochmorgen seien dann weitere Probleme in der Wasserversorgung von Anwohnern gemeldet worden. „Das ist in einer solchen Ballung sehr ungewöhnlich“, sagt Cassens. Das habe er so noch nie erlebt. Der letzte Rohrbruch liege mehr als zwei Jahre zurück. Eine wahrscheinliche Erklärung sei, dass die Rohre dem anders verteilten hydraulischen Druck bei den Wartungsarbeiten nicht mehr standgehalten haben.

Purena hat schnell reagiert und einen Aktionsplan aufgestellt. Mehrere Firmen wurden mit den Arbeiten beauftragt und die Anwohner mit Wassergallonen versorgt, damit sie über Trinkwasser verfügen. „Einem betroffenen Bauernhof haben wir einen zwei Kubikmeter großen Edelstahltank für die Notversorgung der Schweine bereitgestellt“, erklärt Tschöpe die angelaufenen „Erste-Hilfe-Maßnahmen“. Mehrer Stunden waren die Betroffenen ohne fließend Wasser.

Die beauftragten Baufirmen, insgesamt vier Kolonnen, haben die alten Rohre ausgetauscht und in einigen Fällen in der Kreisstraße Provisorien zu den Hausanschlüssen hergestellt. „Ein solches Aufgebot war schwierig zu koordinieren“, sagt Tschöpe, „so musste beispielsweise die Tempsstraße gesperrt werden“. Weil man die Straße einmal aufgerissen habe, sei jetzt die richtige Gelegenheit, um die Hausanschlüsse zu überprüfen und gegebenenfalls gleich mitzumachen, erklärt der Fachmann. Die Arbeiten werden noch zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen, die Oberflächenherstellung der Straße werde in Abstimmung mit der Stadt erfolgen.

Purena plant für den Sommer Baumaßnahmen, um weitere Schäden zu verhindern. Die Arbeiten sollen vier bis sechs Monaten dauern.



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