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Awo Gesundheitsdienste: Banken lehnen Verkauf an Interessenten ab

Planinsolvenz fürs Krankenhaus beantragt

Bad Münder. Mit einer Planinsolvenz wollen sich die Awo Gesundheitsdienste vor dem endgültigen Aus retten. Gestern stellte das Unternehmen, größter Arbeitgeber in Bad Münder, einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Hannover.

veröffentlicht am 21.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 16:40 Uhr

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Erst in der vergangenen Woche hatten die Mitarbeiter von den Verkaufsabsichten des Awo-Bezirksverbandes Hannover für seine 100-prozentige Tochter Awo Gesundheitsdienste (GSD) erfahren. Die Awo hatte nach Investoren und frischem Kapital für ihr in Schieflage geratenes Unternehmen gesucht, jetzt heißt es beim Bezirksverband: „Die Sachlage erzwingt einen Neustart.“

Der Grund für den neuen Kurs: Offenbar hat das Bankenkonsortium, das den wirtschaftlich angeschlagenen Gesundheitsdiensten mit einem Kredit bis Ende April Luft verschafft hatte, die Pläne zum Verkauf an einen Interessenten nicht befürwortet. Eine der Forderungen der Banken war, dass die Mitarbeiter den Verkauf mittragen – das jedoch hatten die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in der vergangenen Woche unter Hinweis auf fehlende Informationen abgelehnt.

Aus Sicht des Awo-Bezirksverbandes war im Bieterverfahren ein Angebot als „belastbar“ und mit guten Aussichten auf eine Realisierung und eine gute Fortführung der beiden Krankenhausbetriebe in Hann. Münden und Bad Münder abgegeben worden. „Zudem wäre eine Beteiligung zweier großer öffentlicher Träger mit hoher Kompetenz für die Regionen ermöglicht worden“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung. Die Banken hätten jedoch dem Verkauf nicht zugestimmt und Nachverhandlungen der Kaufinteressenten mit wirtschaftlichen Verbesserungen für eine Teillösung abgelehnt.

Eine Entscheidung, die Kerstin Tack, Awo-Bezirksvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende der Awo GSD, gestern kritisierte: „Wir haben in den vergangenen Wochen mit voller Kraft und unserem ganzem Engagement mit den Banken um eine für alle Seiten akzeptable Lösung gerungen und bis zur letzten Minute in verschiedene Richtungen weiterverhandelt. Das Ergebnis ist für uns nicht nachvollziehbar, zumal das Sanierungsgutachten eine positive Prognose für das Fortbestehen der Einrichtungen abgegeben hatte.“

Als Insolvenzverwalter wurde Dr. Rainer Eckert aus Hannover eingesetzt. Er weist darauf hin, dass die Lösung, eine Sanierung unter den Schutz der Insolvenzordnung zu stellen, als „letzter Weg“ durchaus zu akzeptablen Ergebnissen führen könne. „Mit diesen Schritten stellen wir ab sofort sicher, dass unter den jetzigen Umständen alles getan wird, um einen Neustart zu ermöglichen. Das ist notwendig, da – trotz aller Versuche unsererseits, dies zu verhindern – ein Insolvenzverfahren für die Awo GSD nicht mehr abzuwenden war.“

Am Standort Bad Münder ist für heute Mittag eine Mitarbeiterversammlung angesetzt.



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