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Tierrechtsorganisation kündigt Aktionen am Betrieb von Agrarministerin Barbara Otte-Kinast an

Peta nimmt Milchhof ins Visier

BEBER. Zwischen Barbara Otte-Kinast und der Tierschutzorganisation Peta brodelt es. Die niedersächsische Agrarministerin hat sich für eine Überprüfung der Gemeinnützigkeit einiger Tierrechtsorganisationen ausgesprochen. Im Gegenzug fordert Peta nun den Zugang zu den Ställen der Ministerin rund um die Uhr.

veröffentlicht am 27.04.2018 um 06:00 Uhr

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast auf dem Milchhof ihrer Familie in Beber. Jetzt droht die Tierrechtsorganisation Peta der Ministerin unverhohlen mit „Ermittlungen“ in den Ställen.. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Ein Thema, das am Süntelrand für Aufsehen sorgt, denn der Hof der Familie der Ministerin liegt in Beber – und die Peta-Forderung kann als Ankündigung von Undercover-Aktionen auf dem Hof verstanden werden.

An solchen Undercover-Aktionen der Tierrechtler ist der Streit entbrannt: Noch als Milchbäuerin verwehrte sich Otte-Kinast gegen das unbefugte Eindringen in Ställe, das sie als „Einbruch“ wertete. Als Ministerin bekräftigte sie diese Haltung, zuletzt bei der Sitzung des CDU-Stadtverbandes. „Einbruch ist Einbruch. Ob in einem Stall, ob in einem Wohnhaus, wo auch immer“, erklärte sie. Dabei räumte sie durchaus ein, dass es auch in der Landwirtschaft „schwarze Schafe“ gebe wie in jedem anderen Berufsstand auch. Ihr Ziel sei es, diejenigen, die den gesamten Berufsstand in Verruf brächten, ausfindig zu machen. Dazu will sie aber anders vorgehen als die Peta-Akteure, die – teilweise nachts – in Ställe eindringen und filmen.

In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sprach sie sich kürzlich für strengere Kontrollen der Organisationen aus, die mit derartigen Undercover-Methoden arbeiteten. Ihr Vorwurf: Wenn heimlich gedrehte Videos erst Monate später veröffentlicht würden und die Tiere solange weiter leiden müssten, sei das kein Tierschutz, sondern Stimmungsmache zum Eintreiben von Spendengeldern, die nicht durch den Status der Gemeinnützigkeit der Organisationen mit steuerlichen Vorteilen belohnt werden dürfe.

Peta weist die Vorwürfe zurück. „Beim agrarindustriellen Komplex in Deutschland handelt es sich um organisierte Kriminalität. Alltäglich finden dort millionenfach Rechtsbrüche statt. Wer dies, wie Ministerin Otte-Kinast, verteidigt und statt die Tiere zu schützen die Enthüller der Missstände angreift, muss sich selbst als Mittäterin schelten lassen“, erklärt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta. Als Tierhalterin mache Otte-Kinast „Klientelpolitik“ und reihe sich damit in die „Riege der Landwirtschaftsminister wie Grotelüschen, Schulze-Föcking, Ehlen, Funke und weiteren ein.“ Peta sei von den zuständigen Finanzbehörden wiederholt aufs Schärfste überprüft worden mit dem Ergebnis, dass der Verein fest auf dem Boden der verfassungsrechtlichen Grundordnung der Bundesrepublik stehe.

Haferbeck kündigt mit seiner Forderung, Otte-Kinast solle den Peta-Experten 24 Stunden täglich Einlass in ihre Ställe gewähren, auch Aktionen an: „Tut sie dies nicht, besteht der dringende Verdacht der Verdeckung von Rechtsbrüchen.“ Dann werde die Tierrechtsbewegung selbst Ermittlungen vornehmen.



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