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Angebote für Alleinstehende in der Kurstadt

Keine einsamen Weihnachten

Bad Münder. Es ist der bescheidene Wunsch eines älteren Mannes: An Weihnachten ein paar besinnliche Stunden mit seinen Liebsten zu verbringen. Bis ihm seine Kinder und Enkel, verstreut auf der ganzen Welt, absagen – und das Jahr um Jahr. Das schreit nach einem Plan. Mit einer falschen Todesanzeige lockt der pfiffige Senior seine Angehörigen zu sich, um alle am Fest zu vereinen. Der neue Edeka-Werbespot sorgt bundesweit für Kontroversen und bietet Anlass zum Gespräch.

veröffentlicht am 23.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:23 Uhr

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Autor:

von saskia helmbrecht
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„Ich persönlich finde den Spot gut. Für mich ist das ganz klar eine Weihnachtsbotschaft, weg vom kommerziellen Aspekt“, sagt Thomas Konior von der CDU. Der Ortsrat Bad Münder führt schon seit vielen Jahren in der Weihnachtszeit Senioren-Adventsbesuche durch, bei denen die Mitglieder selbst gebackene Kekse mitbringen. „Das ist nur eine symbolische Geste. Es geht um den Besuch an sich und die Aufmerksamkeit, die die Menschen bekommen, das ist mehr wert.“

Der Ortsrat

besucht Senioren in der Weihnachtszeit

Bei seinen Besuchen erlebt Konior es immer wieder, wie sehr sich die Alleinstehenden freuen. „Einige kennen unsere Aktion bereits und warten schon auf das Klingeln“, weiß er. Immer werde er freundlich empfangen und es entstünden schöne Gespräche. „Gefühlt werden es immer mehr Menschen, die alleine sind in dieser Zeit, wahrscheinlich auch durch den demografischen Wandel“, stellt Konior aus seiner persönlichen Erfahrung fest.

Umso wichtiger sei es daher, über diese Menschen nachzudenken. „Und genau darin liegt für mich der Erfolg dieser Werbung: Sie geht einem durch den Kopf.“ Dieser Meinung schließt sich auch Pastor Dietmar Adler von der Petri-Pauli-Gemeinde an. „Es macht jeden Einzelnen von uns aufmerksamer. Es scheint, als würde es einen Bedarf geben, über das Thema zu sprechen“, sagt Adler, der viele Einsame in der Stadt kennt. Auch er besucht Senioren in der Weihnachtszeit. „Sie sind oft sehr überrascht, dass man sich in dem stressigen Alltag noch die Zeit nimmt und vorbeikommt.“

Um diesen Menschen trotzdem ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest zu ermöglichen, öffnet die Petri-Pauli-Gemeinde morgen Abend ihre Türen für Alleinstehende, initiiert und organisiert von Vikar Marvin Döbler. „Es gab vereinzelt immer mal wieder Anfragen nach Angeboten am Heiligen Abend“, sagt der 36-Jährige.

Petri-Pauli-Gemeinde

öffnet die Türen für Alleinstehende

Um 18.30 Uhr sind Interessierte ins Gemeindehaus an der Echternstraße eingeladen, um gemeinsam zu essen, zu singen und einige gemütliche Stunden zu verbringen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. „Die Tür steht für alle offen, denn Weihnachten soll niemand alleine sein“, sagt Döbler, der den Abend mit seiner Familie dort verbringen wird. „Alle waren sofort begeistert von der Idee“, freut sich der Vikar. Es ist seit vielen Jahren das erste Angebot für Alleinstehende in der Gemeinde.

Dass es jedoch einen Bedarf nach derartigen Aktionen gibt, weiß auch Ilse Albers, Vorsitzende der Frauen-Union. Sie organisiert die bekannte „Wunschbaum-Aktion“. „Es gibt sehr viele Senioren, die ganz alleine sind und keinen Besuch bekommen“, bedauert Albers. Die Wünsche nach gemeinsamen Aktivitäten, und sei es nur ein Spaziergang, nähmen zu, berichtet Albers. „Ich würde mir dennoch ein festes Team wünschen, das sich um die Senioren vor Ort kümmert und regelmäßige Besuche organisiert.“ Denn, so die Beobachtung: Viele würden zwar anfangen, aber auch schnell wieder aufhören, sich zu engagieren. „Dieser Wechsel ist nicht gut für die Menschen, Kontinuität ist wichtig.“ Mit einem Team könne das besser organisiert und die Hilfsbereitschaft gebündelt werden, sodass niemand am Weihnachtsfest alleine sein muss.



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