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Ist der Wolf bald auch im Deister und Süntel vertreten?

„Kein Grund für Hysterie“

Bad Münder. Bei ihrem großen Vermehrungspotenzial sei es nur eine Frage der Zeit, wann sich die ersten Wölfe im Deister oder Süntel einstellen. Theo Grüntjens, Leiter der Rheinmetall-Forstverwaltung in Unterlüß, ließ in der Diskussion des Hegerings Sünteltal keine Zweifel aufkommen. Hegeringleiter Rainer Klockemann hatte den erfahrenen Diplom-Forstingenieur zum Vortrag geladen, weil er im Ruf eines Experten steht – er gehört zu 50 Wolfsberatern, die das niedersächsische Umweltministerium berufen hat, seit das Wildtier zurückgekehrt ist und sich rasant verbreitet.

veröffentlicht am 18.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

Autor:

Gerhard Honig
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Grüntjens untermauerte seine Einschätzung zum Thema „Wölfe im Deister-Sünteltal“ mit Erläuterungen: Sobald eine junge Wölfin nach dem Verlassen des Elternrudels während ihrer Streifzüge auf ein geeignetes Revier zum Graben einer Wurfhöhle und zur Aufzucht ihrer ersten eigenen vier bis sechs Welpen stoße, sei der Grundstein für ein neues meist aus acht Tieren bestehendes Rudel gelegt. Das Streifgebiet eines Rudels gab er mit 250 bis 300 Quadratkilometern an. Dabei müsse es nicht zwangsläufig ein großer menschenleerer Naturraum sein, sodass es in absehbarer Zeit zu einer Wiederbesiedlung des Weserberglandes mit dem Großraubwild kommen würde. „Wölfe brauchen keine Wildnis“, rundete Grüntjens diesen Aspekt ab. Er konnte seinen Vortrag über den aktuellen Stand der Ausbreitung des Wolfes und das Verhalten des Rot- und Rehwildes seit seiner Einwanderung mit eindrucksvollen Bildern unterstreichen.

Mancher Jäger mag beim Nahrungsbedarf eines Wolfes von mindestens vier Kilogramm Fleisch pro Tag hochgerechnet haben, wann dann das Wildvorkommen seines Reviers aufgefressen sein dürfte. Bei der Laufleistung der Tiere von gut 75 Kilometern pro Nacht sei die Entfernung zur Lüneburger Heide nur ein „Katzensprung“, so Grüntjens. Beim Auftreten des Wolfes in Wohngebieten handele es sich ausschließlich um junge, unerfahrene Streuner, die eher zufällig und neugierig dem Menschen begegneten. Lebhafte Diskussionen schlossen sich an das Referat des Experten an. Grüntjens erteilte aber „bloßer Hysterie“ in Bezug auf die Gefährdung für Menschen eine klare Absage. Sein Fazit: „Der graue Jäger wird in Zukunft anwesend sein. Die Aufgabe, das Wolfsvorkommen mit jagdlichen Mitteln zu managen, wird langfristig gesehen nicht zu umgehen sein – so wie es in Schweden schon praktiziert wird.“



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