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Zu Besuch im Kinder- und Jugendzentrum Point: Jugend diskutiert mit Politik über Renovierungs-Projekte

Für die Jugend, aber ganz schön alt

BAD MÜNDER. Stinkende Toiletten, undichte Fenster, eine Fassade, die den Charme des Verfalls ausstrahlt: Dass es mit dem Gebäude der Stadtjugendpflege nicht gerade gut bestellt ist, ist ein offenes Geheimnis.

veröffentlicht am 10.11.2017 um 06:00 Uhr

Charme der Vergangenheit, aber im desolaten Zustand: Stadtjugendpfleger Frank Henning zeigt den Ausschussmitgliedern das Point. Fotos: BDI
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite
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BAD MÜNDER.Trotzdem wollten sich die Mitglieder des Bildungsausschusses ein Bild davon machen, wie schlimm es tatsächlich um das Kinder- und Jugendzentrum steht – und statteten dem Point einen Besuch ab. Die Bilanz: ernüchternd.

Ratsherren wie Uwe Nötzel (SPD) nannten es fachsprachlich „Investitionsstau“, Parteikollegin Ekaterina Heindorf befand den Zustand im Point gar als „beschämend für die Stadt Bad Münder“ und sieht das Gebäude schon vor der Schließung aufgrund des aus ihrer Sicht mangelhaften Brandschutzes.

Das wollte Fachdienstleiterin Elisabeth Borcherding widerum nicht gelten lassen: „Wir sollte nicht gleich den Teufel an die Wand malen“, bremste sie die Ratsherrin. Heindorf sparte aber dennoch nicht an Kritik: „Ich bin geschockt“, sagte sie beim Rundgang durch die Räume, „dass gerade die Stadtjugendpflege so stiefmütterlich behandelt wurde.“

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Die Mängelliste, die bei dem Rundgang durch die verschiedenen Räume lang und länger wurde, sorgte aber auch bei anderen Ratsherren für Bestürzung: Ein zweites Stockwerk ist überhaupt nicht richtig nutzbar, da unter anderem ein zweiter Fluchtweg fehlt, in einigen Fenstern tritt Wasser in das Gebäude ein, an der Fassade blättert der Putz ab, das Parkett im ersten Stock ist abgerieben und völlig ergraut. „Seit 1996 stinken die Klos“, berichtet Henning.

Der Ortsbesuch war das Ergebnis der ersten Debatte rund um die Zukunft der Stadtjugendpflege im September (wir berichteten). Damals waren die Jugendlichen zu den Politikern in die Sitzung gekommen, nun stand der Gegenbesuch an. Hennings Einladung folgten die Ratsherren und weitere Mitglieder des Ausschusses, empfangen wurden sie von Erzieherin Manuela Schlißke und knapp 20 Jugendlichen, Praktikanten und ehemaligen Stammgästen des Points.

Uwe Nötzel, der als Vertreter für Swen Fischer gekommen war, bemühte sich nach einem Blick auf die vielen Mängel, die Diskussion in die Zukunft zu richten: „Wir müssen da konstruktiv rangehen“, sagte der SPD-Ratsherr, „denn die Stadt, das sind wir alle.“ Dem schloss sich Ratsherr Benjamin Hachfeld (CDU) an, der direkt die Jugendlichen fragte, was ihnen denn fehle oder was sie anders machen würden – sei der Anspruch noch so abwegig.

Aus der folgenden Diskussion spann sich dann auch bereits eine Idee für 2018: Während die Neugestaltung der Fassade bereits im Haushalt der Stadt auftaucht und im nächsten Jahr in Angriff genommen werden soll, brachten die Jugendlichen die Idee ins Spiel, einen Teil des Außengeländes wieder herzurichten – als Projekt. Pflanzen rausreißen, Bodenplatten neu auslegen, Sitzmöglichkeiten schaffen, an Ansätzen mangelte es den engagierten Jugendlichen nicht nach der ernüchternden Gegenwarts-Bilanz des Jugendzentrums.

Eine neue Sitzecke für den Sommer – das konnte sich auch Ausschussvorsitzende Petra Joumaah gut vorstellen, als gemeinsames Projekt vom Ortsrat Bad Münder, Jugendlichen und heimischen Handwerkern, die den engagierten Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen könnten. Nötzel bekräftigt, mit Blick auf die vergangene Sitzung außerdem: „Wir wollen Politik mit dem Point machen und nicht gegen das Point.“



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